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Startups sind meistens drei Schritte weiter als die Politik. Alle Hürden haben die Gründer aus der digitalen Welt bereits genommen, wenn die Parteien anfangen darüber nachzudenken, diese abzubauen. Kann die Politik die Arbeit in der digitalen Gesellschaft durch neue Handlungsspielräume verbessern? Die SPD meint ja und lädt Gründer mit dem Online-Antrag „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“ zur Diskussion ein. Entstehen sollen: „Neue und mutige Ideen um kreatives Potential zu fördern“ – mal sehen ob das Worthülsen bleiben oder der Politik ein wenig Gründergeist eingehaucht werden kann. Im Dezember soll der Antragstext dem Bundesparteitag vorgelegt werden. Also: Was wünschen sich Gründer von der Politik?

SPD und Gründerkultur – passt das?

Gründen wie in den USA, Förderung von Gründernetzwerken oder Mindestlöhne. Ein buntes Durcheinander von Ideen sammelt sich im neuen Online-Antrag „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“ der SPD. Der Initiator wundert etwas. Müsste der SPD doch deutlich sein, dass Startups meist wenig mit nine-to-five Arbeitszeiten und Betriebsräten am Hut haben. Bei der FDP hätte man sich so eine Idee vielleicht eher denken können. Und so darf man gespannt beobachten, was die SPD aus den eingebrachten Fragen und beliebtesten Ideen der Community destilliert. Der Online-Antrag geht auf eine Initiative des Gesprächskreises „Netzpolitik und Digitale Gesellschaft“ zurück. 164 Nutzer haben sich bisher angemeldet.

Der Antrag soll zum Bundesparteitag im Dezember erarbeitet werden und mit „breiter Beteiligung demokratisch und transparent gestaltet werden“, schreibt Björn Böhning, Sprecher des Gesprächskreises „Netzpolitik und Digitale Gesellschaft“ und Mitglied des Parteivorstands, auf SPD.de. „Damit die Grundlagen für erfolgreiches Unternehmertum vorhanden sind und sich stetig verbessern, brauchen wir politische Innovation in Bereichen wie Infrastruktur, Bildung und Forschung, Einwanderung und Qualifizierung sowie in der Bereitstellung von Wagniskapital.“

Online-Antrag baut auf sechs Leitfragen auf

Einige Leifragen hat die SPD bereits im Vorfeld entwickelt. Diese lauten:

  • Welche Rahmenbedingungen bedarf es, um Wissen und Informationen auf internationaler Ebene austauschen zu können?
  • Wie kann eine Gründungskultur an deutschen Hochschulen und Universitäten ausgebaut und wie können Ausgründungen unterstützt werden?
  • Wie können Hochschulen und junge Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Austausch verbessern, um Ideen, Fachwissen und Köpfe zusammenzubringen?
  • Wie muss heute eine zeitgemäße und funktionierende Finanzierung von innovativen Unternehmensgründungen gestaltet werden?
  • Wie sieht funktionierende Förderung bei der Gründung von Unternehmen aus?
  • Wie werden positive Effekte durch den Austausch von Fachkräften über Ländergrenzen hinweg ermöglicht? Gibt es Projekte und Regelungen in anderen Staaten, um Existenzgründungen voranzutreiben?

Es ist fast sicher, dass der ein oder andere Gründer dem noch etwas hinzuzufügen hat. Nico Lumma, Director Social Media und Mitglied des Gesprächskreis Netzpolitik des SPD-Parteivorstandes schreibt in seinem Blog Lummaland zum Online-Antrag: „Die SPD hat in der Vergangenheit nicht immer glücklich agiert in Sachen Netzpolitik, das wissen wir alle, aber es geht um die entscheidenen Zukunftsfragen hier und ich glaube daher, daß es Sinn macht, sich bei diesem Antrag zu beteiligen, wenn man etwas bewegen will in diesem Land. Schimpfen und Motzen könnt ihr weiterhin, aber jetzt kann man sich konstruktiv einbringen und muss dafür noch nicht mal sein Sofa verlassen. Das ist doch schon mal was, oder?“

Online-Antrag wird auf Plattform „Adhocracy“ diskutiert

Für die Diskussion steht die Online-Plattform „Adhocracy“ zur Verfügung, über die der Antragstext gemeinsam geschrieben werden kann. Dort kann jeder Vorschläge machen, Änderungen vorschlagen und Ideen diskutieren. Etwas kompliziert wirkt das System, aber wer etwas vom Internet versteht, wird auch das schaffen. Interessierte können sich über die Website onlineantrag.spd.de ab sofort anmelden. Bis zum 13. September 2011 kann mitgeschrieben und diskutiert werden. Die Abstimmungsphase läuft ab dem 14. September für eine Woche.

SPD-Redakteur Tobias Nehren hat die wichtigsten Fragen zum Online-Antrag mit Lars Klingbeil, dem SPD-Bundestagsabgeordneten im Video-Interview besprochen. Zu sehen hier:

http://youtu.be/FEu1o80wGzE