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Path hat prominentes Netzwerk

Auf 150 Freunde ist das soziale Netzwerk Path beschränkt und auch eine Browser-Version der App wird man nicht finden. Seit Ende 2010 gibt es das digitale Tagebuch – mittlerweile gehört das Startup zu den begehrtesten im Silicon Valley – über zwei Millionen User hat Path weltweit. Gründerszene besuchte das Büro und sprach mit dem Vice President Business, Matt Van Horn, über den Datenskandal vom Jahresbeginn, Werbeoptionen und den ersten Mitarbeiter in Europa.

Der Weg ins Büro von Path (www.path.com) im Zentrum San Franciscos führt Besucher weit nach oben. Im 22. Stock hat sich das private soziale Netzwerk für enge Freunde und Familienmitglieder von Co-Founder Dave Morin und seinen Partnern angesiedelt. Im Büro haben die Macher eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen – eine Szenearchitektin hat bei der Ausstattung geholfen. Ein kleines Paradies zum Lange-Arbeiten. Alte Holzschränke, Neon-Kunst, mitten im Raum eine Telefonzelle, Wände aus Tafelfarbe, eine Riesen-Terrasse und der Blick über das Wasser – ganz oben im Gebäude im Startup-Stadtteil SOMA.

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Weit nach oben schaffte es auch das Startup selbst innerhalb kurzer Zeit. Insgesamt 11,2 Millionen US-Dollar sammelte Path bisher ein. Unter den Investoren: Index Ventures (www.indexventures.com), der Founders Fund (www.foundersfund.com), Kleiner Perkins Caufield & Byers (www.kpcb.com), Michael Arrington und Ashton Kutcher. Kein Wunder, haben die Gründer Dave Morin, Shawn Fanning und Dustin Mierau keine unbekannten Namen.

Shawn Fanning gründete 1998 Napster (www.napster.com) und investierte zuletzt in die US-App für private Fahrer Uber (www.uber.com), Dustin Mierau war Miterfinder von Macster (später von Napster gekauft). Dave Morin arbeitete zuvor als frühes Teammitglied bei Facebook und brachte unter anderem Facebook Connect an den Start. Morin ist zudem auch als Investor tätig und investierte unter anderem in BirchBox (www.birchbox.com), Everlane (www.everlane.com) und zuletzt in Pair und Amen (www.getamen.com). Mit Path wollen die Macher eine Lücke füllen.

Path setzt auf Familie und enge Freunde

Path ist das gefühlt eintausendste Netzwerk – unterscheidet sich jedoch zentral von der Nummer eins der Social-Networks Facebook: Das Startup setzt auf die engsten Freunde und ist ausschließlich mobil verfügbar – nicht mehr als 150 Freunde dürfen gesammelt werden, eine Browserversion gibt es nicht.

„Path konzentriert sich auf ein mobiles Erlebnis, setzt auf den Bedarf der Nutzer, gutes Design und Execution. Während die Facebook-Freunde mittlerweile nicht selten die 500ter-Grenzen sprengen und umständlich in Listen sortiert werden müssen, fokussiert Path auf das engste Umfeld.“, sagt VP Business Matt Van Horn. Im Social-Bereich müsse man Informationen innovativ machen, wenn man das gleiche anbiete wie jeder andere, sei man nicht interessant. Auch die Auswahl der Werbekunden solle deshalb exklusiv bleiben, wie Matt Van Horn gegenüber Gründerszene betont.

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Werbung als Risiko?

Path erlaubte zum Jahresbeginn Nike als erstem Kooperationspartner, mit einer externen Applikation Inhalte im Path-Netzwerk zu publizieren. Seither können die Nutzer die Path-App mit der von Nike angebotenen Fitness-App Nike+ GPS verknüpfen. Die Kooperation ergibt Sinn, gleicht Path einer Art mobilem Tagebuch – die eng in den Tagesablauf des Nutzers integriert ist.

Für das Netzwerk seien klassische Werbeformate ein Risiko, so Horn. Anders als viele andere Social-Networks wolle man nicht auf störende Anzeigen wie Banner setzen, sondern nur Werbung erlauben, die eng mit den Inhalten der Mitglieder verknüpft sei. Nach Nike werden weitere Kooperationen folgen.

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Datenskandal sorgte für negative Presse

Doch nicht alles im Path-Kosmos glänzt. Zuletzt sorgte eine Datenschutz-Panne für negative Schlagzeilen. Path hatte ungefragt die Smartphone-Adressbücher seiner Nutzer abgerufen um diese nach Path-Mitgliedern zu durchsuchen. Morin entschuldigte sich später nach großen Medienecho dafür und versicherte die Daten ausschließlich für das Matching zu nutzen.

Besonders nachhaltig dürften die Kratzer im Image jedoch nicht sein. Als Gegenmaßnahme hatte Apple angekündigt, den Zugang zum Adressbuch, ähnlich wie die Nutzung der aktuellen Positionsdaten, mit einer Abfrage von iOS zu sichern. Path hat die Abfrage bereits jetzt freiwillig in die App integriert und fragt seither die Nutzer vor dem Zugriff um ihre Erlaubnis.

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Path holt Ex-Spotify Mitarbeiter für Europa

Nun zieht es Path nach Europa – Matt Van Horn sieht den alten Kontinent als einen wichtigen Markt. Als ersten Mitarbeiter konnte das Team Shakil Khan gewinnen, der zuvor in gleicher Position als Head of Special Projects für drei Jahre bei Spotify (www.spotify.com) arbeitete. Er wird die Europageschäfte von London ausbauen.

Ein weiteres US-Startup zieht es also über den Teich. Auch über weitere Mitarbeiter in Europa werde nachgedacht, verriet Van Horn.

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Valley Diaries

Nora ist gerade im Silicon Valley unterwegs und trifft Twitter, Google & Co. Weitere Berichterstattung aus dem Tal der Ideen folgt.

 Bilder: Nora-Vanessa Wohlert, Path