Petitebox, Wittlebee, Glossybox, Abo-Commerce

Neues Jahr, neues Klonen: Nach Pinspire (www.pinspire.com, Vorbild: Pinterest), Bamarang (www.bamarang.com, Vorbild: Fab.com) und Dropgifts (www.dropgifts.com, Vorbild: Wrapp) geht Berlins Startup-Schmiede Rocket Internet (www.rocket-internet.de) nun mit noch einem weiteren Klonkonzept an den Start (via Deutsche Startups): Petitebox (www.petitebox.de) wird wohl so etwas wie das deutsche Wittlebee (www.wittlebee.com).

Glossybox setzt Petitebox um

Das Prinzip von Wittlebee ist schnell erklärt: Es funktioniert wie ein Birchbox (www.birchbox.com) für Babies. Eltern besuchen die englischsprachige Webseite, füllen einen Stylecheck aus und erhalten anschließend eine Stylingberatung durch einen Mitarbeiter von Wittlebee – wohl eher eine saleswirksame Formalie. Anschließend verschickt Wittlebee monatlich eine Box mit entsprechenden Kleidungsstücken für den eigenen Nachwuchs.

Wie ein Blick ins Impressum von Petitebox verrät, setzt Rocket Internet unter dem Dach von Glossybox (www.glossybox.de) wohl nun ein vergleichbares Modell um. Glossybox entstand im letzten Jahr als Kopie des US-Vorbilds Birchbox, und will es in über 20 Ländern bereits auf gut 150.000 Abonnenten bringen. Zuletzt übernahm der Samwer’sche Boxenversender den französischen Wettbewerber MonCoffretBeaute (www.moncoffretbeaute.fr) und schloß aber sein Magazin Glossybox Style.

Wie auch Bamarang durch das Team von Westwing (www.westwing.de) umgesetzt wird, greifen die Samwers also auch für Petitebox auf eine starke Dachmarke zurück, die seine Erfahrungen unter einer neuen Brand anwendet. Anstatt das Modell im kleinen mit neuem Team zu klonen wird so die bestehende Glossybox-Infrastruktur genutzt. Womöglich resultiert dieses Vorgehen auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit, wo ein MyBrands (www.mybrands.de) mangels Weitsicht dem Portfolio-Konkurrenten Zalando (www.zalando.de) zum Opfer fiel oder Enamora (www.enamora.de) und 7Trends (www.7trends.de) fusionieren mussten.

Was kann das Modell von Wittlebee?

Dass sich das Abo-Commerce-Modell nicht nur für Kosmetik und Beauty eignet, machen Unternehmen wie Shoedazzle (www.shoedazzle.com) oder Team Europes deutsches Pendant ChicChickClub (www.chicchickclub.de) bereits vor. Letztlich dürfte sich daher auf lange Sicht eine Diversifizierung zeigen, wie sie auch schon bei Shoppingclubs oder Deal-Seiten zu beobachten war.

Baby- und Kleinkinderprodukte eignen sich hierfür im Besonderen, da Kinder schnell aus ihren Kleidungsstücken herauswachsen und Eltern es gewohnt sind, sich in hoher Frequenz mit teilweise teuren Accessoires einzudecken. Im Gegensatz zu Drogerieartikeln wie Windeln oder Babypuder winken bei Lifestyleprodukten auch entsprechend höhere Margen. Angesichts dieser inhaltlichen Diversifizierung ist es berechtigt zu fragen, ob Glossybox nicht langsam bereits Exit-Verhandlungen aufnimmt und unter wessen Dach der Abo-Commerce-Anbieter landen könnte…