Playgenic, Marc Wardenga, Browser-Games, Social-Games

Mit einer „hohen sechsstelligen“ Finanzierungsrunde startet das Münchner StartUp Playgenic (www.playgenic.com) in seine Existenz. Der von Marc Wardenga, ehemals Head of Games bei ProSieben, geführte Publisher für Browser- und Social-Games möchte neue Wege im internationalen Games-Markt gehen und hat dafür potente Unterstützer gefunden.

Die Venture-Capital-Startfinanzierung aus dem August 2010 soll aus den Taschen der Business-Angel Marcus Englert (Solon Management Consulting, vormals Vorstand bei ProSiebenSat.1), Maks Giordano (juuman ‘okudo), Konstantin Sixt, Peter Schroer sowie Michael Munz (Clover Venture) stammen. Erste Spiele und die internationale Expansion hat Playgenic für 2011 angekündigt.

Wenngleich Playgenic mit seinem Ansatz eigentlich zu spät dran ist und einen etwas holprigen Namen gewählt hat, ist das Team in Sachen Online-Games zumindest sehr erfahren. Gründer und Geschäftsführer Marc Wardenga war zuletzt Head of Games bei SevenOne Intermedia, wo er die Gaming-Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group und deren Gaming-Website Sevengames.de verantwortete.

Mit Playgenic wollen Wardenga und sein dreiköpfiges Gründerteam bestehend aus Thomas Waldhoff, David Mohr und Mathias Vikene eine „neue Spiele-Generation für das soziale und mobile Web“ schaffen. Product Director David Mohr und Technical Director Mathias Vikene waren vorher beide ebenfalls bei SevenGames beschäftigt, Financial Director Thomas Waldhoff kommt hingegen von Unicredit. Die drei erhielten jeweils fünf Prozent an Playgenic, während Wardenga mit 60 Prozent den Löwenanteil hält.

Die Vision von Playgenic

Die Spiele von Playgenic sollen auf jedem Rechner über den Internet-Browser gespielt werden können und auch auf Geräten wie dem iPad, dem iPhone sowie weiteren Smartphones verfügbar sein. „Wir treffen die Unterscheidung zwischen Social-Game und klassischem Browser-Game nicht“, sagt Geschäftsführer Wardenga bei der W&V. Offenbar plant Playgenic an einem Hybridmodell zwischen kleineren Gelegenheitsspielen, wie man sie von Facebook kennt, und komplexeren Browser-Spielen à la Bigpoint & Co. Monetarisieren will Playgenic seinen Content laut W&V über virtuelle Güter und ein wenig Werbung, während das Team an Subscriptions nicht glaubt.

Erste Spiele und die internationale Expansion sind für 2011 angekündigt, bis Ende diesen Jahres will Playgenic auf 15 Mitarbeiter wachsen und dann die ersten Schritte zur Erschließung internationaler Märkte im englischsprachigen Ausland gehen.  „Mit dem rasanten Wachstum von Social-Networks und dem mobilen Internet verändern sich auch die Bedürfnisse der Spieler. Deswegen verbindet Playgenic die beiden Welten von Browser und Social-Games. Ob auf Facebook, dem iPad oder dem Smartphone: Wir wollen dem User ermöglichen, plattformübergreifend zu spielen“, fasst Wardenga die Pläne von Playgenic zusammen.

Welche Chancen hat Playgenic?

Mit deutschen Erfolgsbeispielen wie Bigpoint (www.bigpoint.net) oder Gameforge (www.gameforge.de) und internationalen Vorreitern wie Zynga („Farmville“, „Mafia Wars“), Playdom oder Playfish ist Playgenic von potenten Konkurrenten umgeben. Ein Markt, den auch die Samwers mit Plinga (plinga.com) zu erschließen gedenken, ebenso wie die Sevenload-Macher Ibrahim Evsan und Thomas Bachem derzeit an ihrem Onlinegame Fliplife feilen. Zynga sicherte sich erst im Juli dieses Jahres 100 Millionen US-Dollar von Google, während Electronic Arts  im November 2009 für etwa 300 Millionen US-Dollar Playfish kaufte, gefolgt von Walt Disney das Playdom im Juli 2010 für 763 Millionen US-Dollar übernahm. Social-Games präsentieren sich folglich als boomender Markt für Investoren und Medienkonzerne – eigentlich ein Hype-Zeitpunkt, bei dem es schon bald zu spät ist, einzusteigen.

Playgenic ist mit seinem Konzept also sehr spät dran, verfügt dafür aber über eine erfahrene Geschäftsführung und gute Kontakte zur Medienbranche, was zur Publikmachung seiner Spieler immens wichtig werden dürfte. Wie gut ein Unternehmen, bei dem keiner der Geschäftsführer einen Twitter-Account hat,  Social-Media versteht, bleibt hingegen abzuwarten. Die Marktentwicklung in Deutschland ist in diesem Segment auf jeden fall spannend und lässt auf mehr hoffen.

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