Qype, Vodafone, Finanzierungsrunde, Bewertungsdienst

Es dürfte ein gewisses Maß an Nervosität bei der Bewertungsplattform Qype (www.qype.com) ausgelöst haben, als Konkurrent Yelp bekannt gab, nun auch in Europa Fuß fassen zu wollen. Bisher konnte der US-Dienst vor allem auf deutschem Boden Qype jedoch nicht gefährlich werden und nun füllt das Unternehmen aus Hamburg seine Kriegskasse auch noch mit stattlichen 6,5 Millionen Euro.

Vodafone als Lead-Investor dieser Qype-Runde

Von der Qype-Finanzierungsrunde über 6,5 Millionen Euro trägt Vodafone über seinen Investmentableger Vodafone Ventures den Großteil des Investments. Insgesamt 3,5 Millionen Euro steuert der Mobilfunkkonzern bei und sichert Qype gleichzeitig einen Platz in der ersten Reihe der auf seinen Handys installierten Apps: In Deutschland, Großbritannien und Italien wird Qype ab sofort als gemeinsam gebrandete Version vorinstalliert.

Entsprechend optimistisch präsentiert sich auch Qype-CEO Ian Brotherston: “We want to encourage our customers, whether users or businesses, to engage with the site on a regular basis and keep it growing. The future is in mobile, and we are dedicated to continuously improving the mobile experience for our customers – building on and offering new features to users.”

Währendessen ließ sich Vodafone vor allem von Qypes Marktmacht in Europa überzeugen: “In the recent past we have seen Qype rapidly scale its presence both on the mobile and beyond Europe. We are delighted to back a key player in the location-based services and user reviews arena and we are looking forward to helping Qype accelerate its mobile business further and ultimately adding value to our customer”, zitiert Deutsche Startups Peter Barry, Head of Venture Group bei Vodafone Ventures.

Advent, Partech und Wellington investieren wieder in Qype

Neben Vodafone haben auch die bestehenden Investoren von Qype mit drei Millionen Euro erneut ihr Vertrauen in Qype bestärkt. Advent Venture Partners, Partech International und Wellington Partners nahmen an der Runde Teil, im Herbst 2008 hatten die drei Venture-Capitalists bereits acht Millionen Euro in Qype investiert. In dieser Runde sind so insgesamt 6,5 Millionen Euro zustande gekommen – eine Menge Holz, das Qype gut durchfinanzieren sollte und wohl vor allem für die Weiterentwicklung der mobilen Qype-Anwendungen verwendet werden wird.

In Sachen Location-Bewertungen steht Qype in Europa an und für sich auch ganz gut da. Das Unternehmen beruft sich auf 3,02 Millionen Unique-Visitors in Deutschland und darf hier als klarer Platzhirsch gelten. Gleiches gilt in Teilen wohl auch für Frankreich, während in Großbritannien ein intensiverer Konkurrenzkampf tobt. Vor allem muss sich Qype aber nicht nur um direkte Konkurrenten wie Yelp sorgen, sondern auch Location-Dienste wie Friendticker (www.friendticker.com), Foursquare oder Gowalla könnten dem Unternehmen nachhaltig Marktmacht streitig machen, haben diese Dienste doch einen gezielten Weg der Monetarisierung gefunden.

Vor allem droht mit Facebook Places auch ein gänzlich neuer Konkurrent in Sachen lokale Dienste aufzutauchen, dessen Reichweite schon durch seine riesige Nutzerschaft gegeben ist und dessen Like-Konzept einer Bewertungsthematik, wie Qype sie bedient, doch auch zur Konkurrenz werden kann. Qype tut also gut daran, sich im Kampf gegen direkte und indirekte Konkurrenten weiter abzusichern, um im mobilen Segment weiter vorne mit dabei sein zu können. Gerade die Vorinstallation auf allen Vodafone-Handys spielt den Hamburgern dabei natürlich in die Karten.

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