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Der Berliner Liveshopping-Inkubator Rebate Networks (www.rebatenetworks.com), der sich darauf spezialisiert hat, weltweit den Groupon-Ansatz zu klonen, informierte dieser Tage über den Verkauf von fünf seiner Länder-Ableger. Das Unternehmen rund um die DailyDeal-Investoren Michael Brehm und Stefan Glänzer veräußerte zu nicht genannten Summen Plattformen aus Thailand, den Philippinen, Indonesien, Japan und der Ukraine. Als Käufer schlug unter anderem der amerikanische Groupon-Konkurrent Living Social (www.livingsocial.com) zu.

US-Anbieter Living Social übernimmt 700.000 Nutzer

Im November 2010 war Rebate Networks mit dem Ansatz gestartet, die von Michael Brehm und Stefan Glänzer bei DailyDeal gemachten Erfahrungen international zu replizieren, und brachte es sogleich auf 29 Groupon-Klone in Europa, Asien und Südamerika. Der Nachteil von Groupons Ansatz liegt schlicht und ergreifend in der Tatsache begründet, dass er sich schnell und einfach kopieren lässt und auf eben jenen Prozess hat sich Rebate Networks spezialisiert.

Nun veräußerte die Berliner Klonmaschinerie also seine ersten Ableger und konnte dabei auch gleich Groupons US-Hauptkonkurrent Living Social als Kunden gewinnen. Dieser akquierierte Ensogo (www.ensogo.com), das in Thailand und auf den Philippinen als Marktführer unterwegs ist, sowie das von Ensogo geleitete indonesische Unternehmen Dealkeren (www.dealkeren.com). Das US-Unternehmen übernimmt damit 700.000 Nutzer, die seit dem Start der beiden Plattformen im Sommer 2010 täglich wechselnde Deals kaufen können.

Auch in Japan kann Rebate Networks einen Verkauf verbuchen: Piku.jp (www.piku.jp) wurde an die Private-Equity-Firma DIT Partners (www.dit.co.jp) in Tokio verkauft, während die führende Daily-Deal-Plattform der Ukraine Gorod24 (www.gorod24.com.ua) an den russischen Marktführer Vigoda (www.vigoda.ru) geht. Vigoda verspricht sich mit diesem Eintritt in den ukrainischen Markt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten.

Rebate Networks hat noch 24 Länder im Portfolio

Bisher kopierte Rebate Networks den Groupon-Ansatz in spezifischen Märkten, in denen Groupon selbst noch nicht sonderlich aktiv ist. In der Vergangenheit vergrößerte Groupon seine Reichweite massiv, indem es bestehende nationale Konkurrenten aufkaufte – so ja auch CityDeal von den Samwers. Rebate Networks dürfte also die Strategie verfolgen, in Märkten mit wenig ausgeprägter Konkurrenz schnell Wettbewerber aufzubauen, die dann an Groupon selbst oder Wettbewerber wie Living Social veräußert werden.

Nun scheint sich Rebate mit den Verkäufen weiter auf die Kernmärkte mit hohen Nutzerzahlen in Europa, China und Südamerika zu konzentrieren. So soll Rebate etwa auch Anteile am chinesischen Lashou (www.lashou.com) halten, das zuletzt mit einer Milliarde Euro bewertet wurde. Mittlerweile hat Rebate Networks nun noch 24 Länder in seinem Portfolio mit denen mehr als zehn Millionen Nutzer erreicht werden sollen.

Vor allem ist Rebate Networks mit seinem Cloning-Ansatz auch nicht alleine: Oliver Jung und Klaus Hommels, die mit BrandsAlliance (www.brandsalliance.org) bereits ein weltweites Shoppingclub-Netzwerk etabliert haben, führen mit Group Buying Global ebenfalls ein weltweites Groupon-Cloning-Netzwerk, von dem bisher aber weniger zu hören ist. Was das Duo aber nicht weniger relevant macht. Mit BrandsAlliance dürften Hommels und Jung bereits internationale Kontakte und die notwendigen Erfahrungen gesammelt haben und bei allem anderen dürfte die recht stattlich bestückte Brieftasche von Klaus Hommels helfen.

Der Klon-Wettbewerb der beiden Nachahmer könnte also noch spannende Verkäufe auf internationalem Parket mit sich bringen. Die von Rebate nun getätigten Verkäufe in Asien sind ja eher klein gewesen und dienen wohl viel mehr der Fokussierung auf größere Märkte, die auch größere Exit-Summen mit sich bringen. Die Konsolidierung des Marktes, die zusehends eintreten dürfte, kann aber international noch Fahrt aufnehmen.