Um die Zukunft des Online-Möbelhandels streiten sich weiterhin die Geister. Zum einen stellen sich immer mehr junge Unternehmen hoffnungsvoll in dem gute Margen versprechenden Markt auf. Andererseits könnte jeder an dem Modell zweifeln, der in jüngster Zeit einmal eine Ikea-Filiale – bestenfalls am Samstag Vormittag – betreten hat. Fashion for Home konnte nun Acton und Holtzbrinck vom eigenen Designmöbel-Konzept überzeugen: Die beiden Investoren übernehmen die Anteile vom Samwer-Inkubator Rocket Internet.

Fashion for Home: mit neuen Millionen zu neuem Wachstum

Der Designermöbel-Shop Fashion for Home (www.fashionforhome.de) hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und den Münchner Wachstumsfinanzierer Acton Capital Partners (www.actoncapital.de) als neuen Investor an Bord geholt, der nach Abschluss der Runde mit 21 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist. Neben dem Lead-Investor beteiligte sich auch Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) an der Transaktion. Die Gesamthöhe der Finanzierungsrunde liege “im unteren zweistelligen Millionenbereich”, heißt es von den Investoren.

Im Zuge der Transaktion veräußert der Inkubator Rocket Internet (www.rocket-internet.de) laut Unternehmensangaben seine Anteile – bislang lagen diese bei 26 Prozent – an die übrigen Investoren. Allem Anschein nach setzt der Samwer-Inkubator im Möbelgeschäft, das Oliver Samwer in seiner berüchtigten Blitzkrieg-Email zu einem der großen Wachstumsmärkte erkoren hatte, stattdessen eher auf das Breitengeschäft, erst kürzlich hatten die Brüder in Home24 investiert – zusammen mit Holtzbrinck übrigens. Parallel dazu wurde dem Design-Startup Bamarang zugunsten der hausinternen Konkurrenz Westwing das Aus erklärt und damit auch die Aktivitäten bei Design-Shoppingclubs verdichtet.

Multi-Kanal als Zukunftsmodell

Im Jahr 2009 von Marc Appelhoff und Christoph Cordes gegründet, will Fashion for Home nach eigenem Anspruch Designer-Möbel “mit herausragendem Preis-Leistungs-Verhältnis” bieten. Das Berliner Jungunternehmen vertreibt seine Möbelkollektion überwiegend online und liefert neben Deutschland auch nach Großbritannien, die USA, Österreich sowie in die Niederlande. Dabei ist Fashion for Home mehr als eine Vertriebsplattform: Das Startup entwickelt, produziert und vertreibt seine Kollektion selbst.

Insbesondere die Erfahrung des neuen Finanziers im Bereich Multi-Channel soll Fashion for Home nun zugute kommen. Neben dem reinen Online Shop soll das Wachstum auch mit Retail Shops und Mobile-Commerce-Lösungen erzielt werden, lässt sich Gründer und Geschäftsführer Marc Appelhoff zitieren. Angefangen werde mit einem 400 Quadratmeter großen Ladengeschäft in Berlin, das Mitte August eröffnet werden soll. Zwar ist der Online-Anteil des Möbelhandels derzeit noch gering, jedoch sieht Sebastian Wossagk, Investment Partner von Acton, eine steigende Akzeptanz des Möbelkaufs im Internet.

Newsletter Anmelden

GD Star Rating
loading...
Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen der Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung-Keine Bearbeitung, CC BY-ND; Link zum rechtsverbindlichen Lizenzvertrag). Ausgenommen sind anders gekennzeichnete Bilder unter anderem von Panthermedia, Fotolia, Pixelio, Morguefile sowie Pressefotos oder verlagseigenes Bildmaterial.