Während Rocket Internet noch im Erfolgstaumel des CityDeal-Exits an Groupon schwelgt (okay als Partytiger ist der Inkubator der Samwers vielleicht nicht bekannt) und gleichzeitig aber auch defokussierende Projekte wie DealStreet abschaltet, erhielt ein anderes Portfolio-Unternehmen eine Anschlussfinanzierung durch die Berliner. Gemeinsam mit Holtzbrinck Ventures gab Rocket Internet noch einmal einen siebenstelligen Betrag als Investment in die Kinder-Onlinewelt Panfu (www.panfu.de).

Panfu ist eine Online-Spielewelt für Kinder, die von Kay Kühne und Moritz Hohl ins Leben gerufen wurde. Aus „Panda“ und „fu“, dem chinesischen Wort für glücklich, entstand der Name, der heute unter www.panfu.de die Gemüter einiger Millionen Kinder bewegt. International führt Disney mit Club Penguin eine Plattform, die ebenfalls schwarz-weiße Tiere in eine Kinderwelt einbettet (Pinguine) und zu den Hauptkonkurrenten und Vorbildern von Panfu zählt. Panfu finanziert sich durch ein Freemium-Modell in Form einer Paid-Subsription für virtuelle Güter: Premium-Nutzer zahlen 9,90 Euro pro Monat bzw. 3,90 Euro bei einem Jahresabo und können stets daran erkannt werden, dass ihre Pandas Kleidung tragen.
Seit dem Start von Panfu im Dezember 2007 hat sich das Wachstum der Online-Spielewelt anschaulich entwickelt: Schon Anfang 2009 gab die Young Internet GmbH an, profitabel zu sein und fordert mit aktuell 15 Millionen Nutzern den Titel als Europas führende Website für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ein. Das Berliner StartUp wirbt daher auch damit, seine Investoren vor allem mit seinem nachhaltigen Geschäftsmodell überzeugt zu haben, welches sich durch einen stetigen Anstieg der Nutzerzahlen sowie eine stabile Rentabilität auszeichne.
Panfu plant sein neues Kapital für die Internationalisierung zu nutzen
“Die erneute Finanzierung durch Rocket Internet und Holtzbrinck Ventures zeigt uns die Anerkennung für unsere bisherige Arbeit und den Glauben an unsere Vision, uns weltweit als Marktführer für Social-Games im Kindersegment zu etablieren”, freut sich Kay Kühne, Gründer und Geschäftsführer der Young Internet GmbH. “Wir werden das Kapital vor allem dazu nutzen, um einerseits unser Engagement in den bisherigen Panfu-Ländern auszuweiten sowie andererseits in weitere Länder zu expandieren.”
Vor der Panda-Welt für Kinder haben die beiden Panfu-Gründer Moritz Hohl und Kay Kühne mit Frazr einen Twitter-Klon für Rocket an den Start gebracht, der nach kurzer Zeit bereits wieder vom Netz genommen wurde. Durch die Vorgeschichte von Frazr unterhielten die beiden Gründer noch gute Verbindungen zu Rocket Internet, dem Inkubator der Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver, welches gemeinsam mit Holtzbrinck Ventures bisher das Unternehmen finanzierte. So ist Moritz Hohl und Kay Kühne als Anbieter kindgerechter Internetangebote größerer Erfolg beschienen, zumindest, wenn es nach Lars Langusch, Partner der Holtzbrinck Ventures GmbH, geht: “Mit unserem Engagement wollen wir den Gründern von Panfu dabei helfen, ihr Wachstum weiter voranzutreiben und ihre Marktführerschaft zu festigen”, sagt Langusch. “Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Einsatz zur Etablierung und Weiterentwicklung der kindgerechten Online-Spielwelten Panfu und Oloko einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder auch in Zukunft sicher und altersgerecht das Medium Internet nutzen können.”

Mit Oloko spielt Langusch auf eine weitere kindgerechte Online-Welt an, die neben www.panfu.de seit April am Start ist. Auch Panfu selbst wurde im ersten Quartal 2010 in fünf weiteren Ländern gelauncht und soll innerhalb dieses Jahres auf insgesamt 20 Sprachen erweitert werden. Mit Oloko werden 2010 zehn Märkte in Europa anvisiert, weshalb die Young Internet GmbH ihr Angebot weiter ausbauen und das Team in den Bereichen IT, Sicherheit und Gamesdesign vergrößern will. Gründerszene gratuliert zum weiteren Investment.
Artikel zum Thema Panfu:
- “Wir sind sehr streng” – Interview mit den Panfu-Gründern Kay Kühne und Moritz Hohl
- Panfu mit 10 Millionen Nutzern seit Januar 2009 profitabel

[...] Gründerszene – Rocket Internet und Holtzbrinck Ventures investieren erneut … [...]
Ich habe gehört das der Satz über “Partytiger” nicht der Wahrheit entsprechen soll! ;)
Irgendwie erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die tägliche Besucherzahl von panfu.de ~10.500 sind (laut bizinformation.org), panfu.fr ~11.500, panfu.com ~4.250, panfu.nl 1.500, panfu.pl ~3.500.
Zusammen also ~30.000 Besucher pro Tag.
Ist ja nicht unbedingt schlecht (wobei z.B. Shake&Fidget 36.000 Besucher pro Tag haben und clubpenguin.com 265.000!), aber wie man von diesen gut 30.000+ Besuchern pro Tag auf 15 Millionen Mitglieder kommt, würde mich schon interessieren. Nie gelöschte Anmeldungen (welche ja umsonst sind) nehme ich an?
Ob das Spiel jetzt im Großen und Ganzen edukativen Wert hat, sei mal dahingestellt.
Ergänzung:
Wenn das Spiel so rentabel ist, warum werden dann so dermaßen viele “Praktikanten” eingestellt, die allen rechtlichen Maßstäben nach keine sind? Oder ist das Spiel nur deshalb rentabel? Das ist eine ernstgemeinte Frage.
Lieber Seyinphyin,
weniger als 25% aller Angestellten bei Young Internet sind Praktikanten. Auf jeden Praktikanten kommen also mindestens 3 Festangestellte. Ein Praktikum ist ein super Weg für Studenten und junge Absolventen, um Berufserfahrung zu sammeln. Und das zahlt sich bei der Young Internet GmbH auch aus. Letztes Jahr haben 5 Praktikanten einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach dem Praktikum erhalten.
Beste Grüße,
Moritz (Gründer, Young Internet GmbH)
Nun, mal außen vor, dass ich da “anderes gehört habe”.
Selbst 25% Praktikanten ist IMMER noch ein enorm hoher Anteil und bedeutet noch lange nicht, dass der Praktikant eben doch nicht eine billige Arbeitskraft ist. Ein Praktikant braucht z.B. einen Betreuer, der ihn durch das Praktikum führt und im Vordergrund steht lernen, nicht das erledigen von für den Betrieb notwendigen Aufgaben, für die man ansonsten eben eine voll bezahlte Arbeitskraft bräuchte.
Letztlich müssen die Praktikanten selbst wissen, was sie sich bieten lassen (egal wie viele das nun genau sind), ich will weder denen etwas vorschreiben, noch der Firma drohen. Ich habe allerdings genug Erfahrung (direkt und indirekt) mit einer Vielzahl von Firmen, um mich nicht auf die Behauptungen der Firmenchefs zu verlassen.
http://www.praktikum.de/german/bewerberinfos/praktikum.html
Sieht man sich nun die (recht zahlreichen) Praktikumsplatz-Ausschreibung für z.B. Panfu an, sieht das nunmal nicht nach Praktikum aus, sondern nach der Suche nach einer voll ausgebildeten Arbeitskraft für wenig Geld und ohne Kündigungsschutz.
Das ist natürlich nur meine Meinung, die ich allerdings gerne äußere, weil es viel zu viele Firmen gibt, die gerade junge Menschen (die das oft noch nicht bemerken) auf verschiedenste weisen unfair behandeln (höflich ausgedrückt). Soll darüber jeder denken, was er will.
Es ist erstaunlich, dass Young Internet weiterhin Geld bekommt.
*Jeder* (egal ob Berufseinsteiger oder Internetveteran), der mit Hohl und Kühne über längere Zeit in Berührung war hat die gleiche Meinung zu ihnen: unerfahren, inkompetent, arrogant, lern-unfähig.