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Samwer-Unternehmen ohne Ende: Ecards-and-more, Kolibrishop, fahrrad.de, fitness.de und Betreut.de

5. Oktober 2009 von Joel Kaczmarek 11Kommentare

Die Berichterstattung über frisch gefundete oder jüngst gegründete Unternehmen wirkt schon beinahe einseitig, weil allzu oft der Name Samwer in Bezug auf neue deutsche StartUps fällt. Doch der Jamba-Clan ist einfach zu aktiv, um übersehen zu werden und auch wenn es Gründerszene schon nahezu unangenehm ist, gibt es doch wieder News vom EFF-Imperium.

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Zuletzt wurde ja bereits viel über die Ecommerce-Odyssee der drei Brüder geschrieben, die bisher die Unternehmen 7trends (Mode), Beautydeal (Kosmetik), DealStreet (Penny Auctions), Enamora (Dessous), Ladenzeile (Shopping), Kinderwagen-Experte.de, Kirschkernkissen.deLampen-Experte.deNetzoptiker (Brillen) und Zalando (Schuhe) in diesem Segment ins Leben gerufen haben. Zum Mitzählen, dies sind elf Gründungen im Ecommerce-Bereich. Diesen schließen sich nun fünf weitere an, die auch Teil der Samwer-Unternehmungen sind.

Ecommerce die Erste: Ecards-and-more

ecards-and-more-deWie sich nun erst herausgestellt hat, zählt auch ecards-and-more.de bereits seit Juni 2008 zum Ecommerce-Imperium der Samwers, die über ihren Inkubator Rocket Internet 59 Prozent der Anteile halten. Neben den 20 Prozent von Gesellschafter Marcus Tober und den 21 Prozent der Stiller&Company GmbH halten die Samwers über Rocket die absolute Mehrheit mit 59 Prozent der Anteile. Zu diesem Unternehmen zählen auch die Plattformen grusskartenfreunde.de und grusskartenkoenig.de – Webportale für virtuelle und echte Grußkarten – sowie fotoland.de, bei welchem sich Nutzer selbst Fotobücher zusammenstellen können. Eine gewisse Relevanz erhält diese Meldung auch dadurch, dass die Jamba-Brüder bei myphotobook investiert waren und auf diese Weise entsprechende Branchenfachkenntnis angezapft haben könnten. Ein Aspekt, der immer häufiger in Moral-Diskussionen der VC-Szene auftaucht: Wie geht man mit Insiderwissen um, dass man in Verhandlungen oder Investments erhalten hat?

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Ecommerce die Zweite: Kolibrishop

kolibrishopDer Kolibrishop ist zwar schon etwas länger am Netz, doch wie jetzt aus Branchenkreisen bekannt wurde, ist auch dieser Shop für Streetwear und Sneakers eine Rocket-Gründung. Der Online-Shop und sein Fashion-Store in Mainz bieten rund 4.000 Produkte von über 90 ausgewählten Herstellern an. Zum Unternehmen KolibriShop.com gehören zusätzlich die Marken sneakersWorld.de und graffitiStyles.com – ein Sneaker- und ein Sprühershop. Der Kolibrishop gehört in etwa zu gleichen Teilen den Raketlern und Gründer Sascha Coldewey.

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Ecommerce-Duo:  fahrrad.de und fitness.de

internetstoresFahrrad.de und fitness.de sind beides Angebote der Stuttgarter internetstores AG, an der die Samwers im Juli 2008 genau 47.619 Aktien am Grundkapital von 297.619 Euro gezeichnet haben. Auf fahrrad.de können NutzerInnen Fahrräder und Fahrradteile kaufen und fitness.de bietet ein Ecommerce-Portal zum Thema Fitness. Die internetstores Gruppe ist so eines der erfolgreichsten Multi-Shop Ecommerce Unternehmen in Deutschland.

Aktivitäten im Dienstleistungssektor: Betreut.de

betreut-deAuch an Betreut.de, einer Plattform für haushaltsnahe Dienstleistungen halten die Samwer-Brüder einen nicht unerheblichen Anteil. Auf Betreut.de können Nutzer Betreuung sowohl finden als auch selbst anbieten und dies für die Bereiche Kinderbetreuung, Nachhilfe, Altenpflege oder Tierbetreuung. Das auch in der Schweiz und in Österreich vertretene Unternehmen gehört zu 46 Prozent Rocket Internet. Daneben sind jenseits der üblichen Verdächtigen auch Holtzbrinck Ventures mit 20 Prozent und Mutschler Ventures mit 10 Prozent investiert. Die SZ Capital Limited hält 19 Prozent an Betreut.de und ist vermutlich die Firma von Geschäftsführer Steffen Zoller.

Dass Betreut.de Teil des Rocket-Imperiums ist, war jedoch an und für sich schon bekannt. Neu ist hingegen der Umstand, dass im August eine Finanzierungsrunde erfolgte, bei der Steffen Zoller, Rocket Internet, Holtzbrinck und Mutschler ihre Anteile erhöhten. Steffen Zollers und Holtzbrincks prozentuale Anteile haben sich dennoch leicht verwässert, während die von Mutschler gleich blieben ist und der Rocket-Anteil um ein Prozent gestiegen ist. Gänzlich ausgekauft wurden Philipp Moeser und Jochen Maaß, die zuvor kleinere Anteile besaßen.

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Über den Autor Joel Kaczmarek:

Joel Kaczmarek ist seit März 2009 Chefredakteur von Gründerszene. Damit verantwortet er die Zusammenarbeit mit den Ressortleitern und den Bereich “News” und “Allgemeines”. Joel hat einen Master in Europäische Medienwissenschaft und hat Design Thinking am HPI studiert. Sein Gründerszene-Debut hat Joel mit der ersten StartUp-Story “Dienstag ist Betterplace-Tag” geliefert. Joel hat die Gründerszene-Datenbank entwickelt, die im November 2009 an den Start ging.

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11 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag
  • ShopTrainer.de

    Schöner Beitrag – immer wieder interessant zu sehen, wo die Herren unterwegs und vor allem dran beteiligt sind. Das mit dem Kolibrishop war mir komplett neu. Otto und Samwer – darüber müsste man eigentlich mal im Vergleich schreiben. Spontan fallen mir keine Firmen ein, die mehr Beteiligungen, bzw. Onlineshops und Onlineportale aufweisen können.

  • Matthias

    Wenn ich mir in den letzten Wochen die Anteilsverteilungen deutscher Startups so anschaue, bin ich etwas schockiert: die Gründer halten scheinbar selten mehr als 20% an ihrem eigenen Unternehmen.

    Woran liegt das? Sind sie mit zu wenig Eigenkapital gestartet? Oder ist das hierzulande so üblich?

    Im Valley sagte man mir, dass Investoren sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie den Gründern zu wenige Anteile ließen: es sinkt nämlich mit jedem abgegebenen Prozent die Motivation, sich fürs eigene Unternehmen einzusetzen. Wie seht ihr das?

  • Joel Kaczmarek Autor

    @Matthias: Also ich für meinen Teil habe ähnliches gehört. Dass das Konzept der Inkubatoren ein bisschen wie eine künstliche Befruchtung funktioniert und gerne mal zu viele Kosten in Form von Prozenten dafür anfallen.

    Es kommt sicherlich ein wenig auf die Investitionslage an, da haben wir wieder die Diskussion ein kleines Stück von einer Melone vs. ein großes Stück von einer Rosine. Aber alles was zu Beginn über 50:50 hinausgeht, scheint mir dikussionsnötig.

  • Thomas Kujawa, familienfreund KG

    Vielen Dank für die interessanten Details.

    @Matthias Ich hoffe nicht, das es am fehlenden Vertrauen in das eigene Produkt liegt, das der/die Gründer so wenige Prozente halten.

  • Chris

    @Thomas Warum sollte ein Gründer kein Vertrauen in das eigene Produkt haben?

    Ich kann mir auch keinen Investor vorstellen der in ein Unternehmen investiert wo der Gründer auch nur einen Hauch eines solchen Anscheines macht. Spätestens im Due Diligence würde das auffliegen.

  • Sebastian

    Ist mir auch aufgefallen, dass viele deutsche Startups Ihre Seele an Investoren verkaufen. Klar, wenn ich nicht sehr innovativ bin, so brauche ich Geld, jedoch schauen sich die Leute nie genug um und springen auf die Erstbesten Investoren.

  • Max Moser

    Der Jamba-Clan nutzt geschickt die Gunst der Stunde, hin oder her. Die aktuelle Krise rückt auch früheren Investoren auf die Pelle und es bleiben halt nur Diejenigen mit dem fetten Polster im Spiel. Die Diskussion um Geschäftsanteile und die damit verbunden Einflussnahme ist solange nutzlos, bis die genau Struktur der jeweiligen Gesellschaft bekannt ist – Stichwort Stimmberechtigung.

  • Coldewey

    Hierbei müssen wir erwähnen, dass Rocket nicht bei der Gründung dabei war.. Wir sind nun 10 Jahre auf dem Markt. graffitistyles selbst wurde schon ltz. Jahr von uns selbst verkauft..

  • C

    Olli Samwer ist bekannt dafür, seine eigenen WHU Kumpels über den Tisch zu ziehen…

  • Maik

    @C: Olli S. macht nur das, was jeder schlaue Investor machen sollte: Nulpen und Nixkönner rasch identifizieren und rausschmeißen. Und davon gibt es genügend unter den WHUlern, speziell jenen die “gründen” wollen.

  • Jens

    Ach komm das Thema Samwer ist durch.
    Jeder der mit denen zusammenarbeitet ist muss schon Internet-Newbie sein, man hört immer wieder und aus zu vielen Quellen dass es in Deutschland einfach keine unaufrichtigeren Geschäftsluete gibt als die Samwers.

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