Seedcamp, zweiter Fonds

Seedcamp ist im europäischen VC-Umfeld inzwischen eine fest etablierte Größe geworden wenn es um die frühe Finanzierung von Geschäftsideen geht. Einige angehende deutsche Entrepreneure sind bisher vielleicht nur am Rande auf Seedcamp gestoßen, doch mit Blick auf Europa haben die Londoner ein interessantes Setup für Frühphaseninvestments geschaffen. Durch das Aufsetzen eines zweiten Fonds über drei Millionen Euro will Seedcamp nun seine Bemühungen noch einmal verstärken.

Seedcamp auf Wachstumskurs

Mit dem neuen Seedcamp-Fonds über drei Millionen Euro sollen einerseits mehr Investments gemacht und andererseits die „Breite und Tiefe der internationalen Plattform verstärkt“ werden. Das erste Closing ist dabei schon jetzt 50 Prozent größer als der gesamte erste Seedcamps-Fonds aus dem Jahr 2007. Mit dieser Summe sollen Investments in rund 200 Teams möglich werden, die anschließend entsprechend geschult werden – auch für deutsche Gründer also eine gute Alternative zu HTGF, IBB und Co.

Mit seinem ersten Fonds investierte Seedcamp in 22 Unternehmen, der zweite wurde bereits für Investments in elf StartUps genutzt – eine Zahl, die sich in den nächsten Jahren nach Angaben des Seedcamps verdreifachen könnte. Die Teams des ersten Fonds rekrutierten sich aus zwölf Nationen, die erfolgreichsten darunter aus Estland, Rumänien und Slovenien. Die Internationalität der Investments dürfte sich mit dem zweiten Fonds noch einmal intensivieren: Derzeit hält das Seedcamp größere Events in London, Paris, Berlin und Tel Aviv ab sowie regionale Veranstaltungen in Skandinavien, den Balkan-Staaten, Zentral-Europa und nun auch in Singapur, Johannesburg und Mumbai.

Lars Hinrichs und Team Europe Ventures als Teil des zweiten Seedcamp-Fonds

Der zweite Fonds des Seedcamps wird neben den bestehenden auch durch ein paar neue Investoren getragen und auch Deutschland ist mit finanziellen Vertretern dabei. Neben Team Europe Ventures, das nicht mit seinem Fonds sondern über seine Management GmbH investierte, gab auch HackFwd-Gründer Lars Hinrichs einen Teil seiner Xing-Verdienste in den Seedcamp-Fonds. Weitere internationale Geldgeber sind der britische Internet-VC Notion Capital, der französische VC-Fonds 360 Partners und der Skype Chief Architect Ahti Heinla.

Grundlage dieser Ausweitung der Seedcamp-Aktivitäten ist auch ein Wachstum des Teams, bei dem neben Carlos Eduardo Espinal als Partner auch ein bekanntes Gesicht aus Deutschland hinzugetreten ist: Philipp Möhring, der zuvor für DuMont Venture tätig war, verstärkt das Seedcamp-Team als Associate. Als Associate beim Seedcamp darf sich Möhring nun mit „Tausenden Bewerbungen“ aus elf Nationen auseinandersetzen, die sich um das Netzwerk mit derzeit 2.000 lokalen Mentoren bemühen.

Zum Konzept des Seedcamps

Alle, die das Konzept von Seedcamp nicht mehr ganz genau parat haben, hier ein kurzer Round-Up: Seedcamp ist ein Programm, das Unternehmer in Europa verbinden will, indem es ein Netzwerk von gut 400 Mentoren bestehend aus Produkt-Experten, Anwälten, HR– und PR-Spezialisten, Journalisten und Marketing-Experten anbietet. Natürlich sind auch Gründer, Venture-Capitalists und Seed-Investoren als Mentoren beim Seedcamp aktiv.

Seedcamp agiert dann als Micro-Seed-Fund, der in StartUps investiert – hauptsächlich durch das Flagschiff-Event Seedcamp Week, welches jedes Jahr im September statt findet. Seedcamps Standard-Investment liegt bei 50.000 Euro, wofür Seedcamp acht bis zehn Prozent der jeweiligen Gründung einfordert – ein mittelhoher Satz, der durch die paneuropäische Verbreitung attraktiv sein kann.

Nach der  Seedcamp Week verbringen die gefundeten Unternehmen drei Monate in London, in denen sie sich weiterentwickeln und entsprechende Business-Kontakte machen. Neben der Seedcamp Week werden zwischen Januar und Juni auch Mini Seedcamps in verschiedenen StartUp-Hubs in Europa abgehalten, um keine StartUp-Talente zu verpassen.

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