Anfang August hatte ich die Möglichkeit mich ausführlich mit Dr. Nils Andres dem Geschäftsführer von Komjuniti, dem Brand Science Institute und Gründer von MyNeighborhood.net zu unterhalten.
Mit dem Community Modell „MyNeighborhood“ möchte das Brand Scince Institute die Bildung von Social Networks in lokalen Umgebungen wie Stadtvierteln und Straßenzügen in Ballungszentren großer Städte untersuchen.
Die Inhalte der Neighborhood Community werden dementsprechend auch ausschließlich von den Benutzern selbst bestimmt und erstellt.

Jedes Community Mitglied kann dabei in einem persönlichen Profil seinen Freundes- und Bekanntenkreis innerhalb der eigenen Straße oder des eigenen Stadtviertels aufführen und Themen und Kommentare zu beliebigen Interessenfeldern stellen. Die Einbindung bestehender Community Informationen aus MySpace, Linked-In oder Flickr sind ebenso geplant, wie die Integration von aktuellen Ebay Angeboten oder anderen Tauschbörsen. Der Vorteil zu bisherigen Community Ansätzen ist der Bezug zur unmittelbaren räumlichen Umgebung und den Erkundungsmöglichkeiten des sozialen Mikrokosmos in der Nachbarschaft der Community Mitglieder. „Kleinere und speziellere Communities mit der Nähe zum realen Umfeld haben in den kommenden Jahren Zukunft“, so Nils Andres.

Neben der reinen Unterhaltung und dem Aufbau neuer sozialer Kontakte, haben die Micro-Communities aber auch einen nützlichen Charakter. „Wir konnten Verhaltensweisen wie in ländlichen Gebieten um die Jahrhundertwende erkennen“, so Nils. „Es folgte ein regelrechtes Tauschgebaren von Leistungen wie beispielsweise Wändestreichen gegen Kochen, Pullitausch gegen Kuchenbacken oder ein reiner Wohnungstausch. Wir haben gerade in diesem Zusammenhang eine interessante Entwicklung der Entkommerzialisierung in Mitten hochentwickelter Gesellschaftsstrukturen registrieren können“, erläuterte mir Nils Andres.

Da das Brand Scince Institute mit MyNeighborhood.net das Phänomen der Social Community erforscht und keinen direkten kommerziellen Hintergrund hat, werden die aktiven User, im Gegenteil zu kommerziellen Plattformen wie StudiVZ, MySpace, Facebook und Co., für ihre Unterstützung und Mitwirkung am Community-Aufbau mit sogenannten „Social Points“ beteiligt.

[boris]