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SponsorPay monetarisiert nicht-zahlende Internetnutzer durch ein Sponsoren-Netzwerk

13. August 2009 von Joel Kaczmarek 6Kommentare

Der bei Team Europe Ventures als Venture Partner tätige Jan Beckers und der Analyst Janis Zech sind die Macher der neuesten Gründung aus dem Hause Team Europe Ventures (an Gründerszene beteiligt): Die SponsorPay GmbH mit Sitz in Berlin bietet seit kurzem eine neue Bezahlmethode an, bei der die Nutzer wahlweise darauf verzichten können, mit ihrem eigenen Geld zu bezahlen. Die Rechnung für die erworbenen Leistungen – zum Beispiel eine virtuelle Währung oder Premium-Zugänge in einem Onlinespiel – bezahlt stattdessen einer der mehr als 1.000 Werbepartner von SponsorPay.

SponsorpaySponsorPay funktioniert so: Als Nutzer eines Internetdienstes wie zum Beispiel eines Onlinespieles nimmt man ein Angebot der „Sponsoren“ wahr und erhält im Gegenzug bezahlpflichtige Spielgegenstände umsonst. Die Werbeangebote der Sponsoren teilen sich grob in zwei Kategorien: Ein großer Teil der Angebote ist kostenlos, erfordert aber etwas Zeit. Dies gilt zum Beispiel für Umfragen oder Downloads von Software-Testversionen. Ein anderer Teil der Angebote ist kostenpflichtig, etwa der Kauf von Computerzubehör oder Bekleidung, welche man womöglich ohnehin kaufen würde. Der Nutzer erbringt also dafür, dass er gewisse kostenlose Inhalte erhält, eine Gegenleistung bei Drittanbietern.

Zu den ersten Kunden von SponsorPay zählen unter anderem der große Anbieter für Online-Games Gamelabs. Gamelabs hat allein in den letzten sechs Monaten für sein Spiel Gallendor.com europaweit mehr als 2 Millionen neue Nutzer gewonnen. Wie Gründerszene erfahren hat, sind bereits weitere große Anbieter an Kooperationen mit SponsorPay beteiligt. Welche dies sind, wollte das Unternehmen allerdings noch nicht mitteilen. Entsprechende Veröffentlichungen werden wohl folgen.

Beim Berliner Internet Konglomerat Team Europe Ventures empfand man das neuartige Geschäftsmodell von SponsorPay als so spannend, dass man es lange Zeit intern liebevoll nur unter dem Namen „BIG“ hat laufen lassen: „Wir wollten gerne im dynamischen Bereich Onlinespiele mitmischen. Durch das starke Wachstum in den letzen Jahren ist hier eine wahre Goldgräberstimmung ausgebrochen. In dieser Situation haben wir nach einem Konzept gesucht, welches die Schaufeln für den Goldrausch bereitstellt,“ erläutert Kolja Hebenstreit, Partner bei Team Europe Ventures..

Wie so oft sind die USA Vorreiter für dieses neue Geschäftsmodell, wo entsprechende Unternehmen sich bereits seit einigen Jahren erfolgreich entwickeln. ”Branchenexperten zufolge kann man den Umsatz eines Onlinespiels durch dieses Konzept nahezu verdoppeln. Und da die Onlinepiele-Branche sich in den letzen Jahren sehr dynamisch entwickelt und weltweit inzwischen sogar die Milliardengrenze geknackt hat, ist das Modell potentiell ein lukratives Multi-Millionen Geschäft”, erläutert Team Europe-Partner Lukasz Gadowski.

Auch Jan Beckers, Geschäftsführer und einer der Gründer von SponsorPay ist zufrieden: „Ein Großteil der Nutzer von Internetangeboten verzichtet in der Regel aus Kostengründen auf bezahlpflichtige Leistungen. SponsorPay ermöglicht diesen Nutzern nun kostenfreien Zugriff auf Bezahlinhalte und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Produzenten von Inhalten mit ihrem Angebot trotzdem Geld verdienen können. Unsere Werbepartner freuen sich beispielsweise über die erhaltenen Marktforschungsdaten oder die durch die Kundenkontakte gewonnen Zusatzumsätze.” Dies sei eine “Win-Win-Win-Situation” und damit ein Geschäft genau nach seinem Geschmack, meint Beckers, der zuvor bereits Unternehmen wie die Studenten-Jobbörse Absolventa (www.absolventa.de) oder das Mobile-Advertising-Netzwerk Madvertise auf den Weg brachte.

Derzeit beschäftigt Sponsorpay 25 Mitarbeiter und bedient Deutschland, Österreich, die Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Schweden, Polen, USA, Kanada und die Türkei mit einem vollständig lokalisierten Produkt und muttersprachlichen Country Managern. Der Netzwerkgedanke hinter dem jungen Berliner Unternehmen ist sicherlich interessant, wird aber stark von der Qualität der gewonnen Partner abhängen. Dass hierfür zum Start gleich 14 Märkte angegangen werden ist daher sicherlich sinnvoll, aber auch ein Kraftakt. Man darf also sehr gespannt sein, wie sich das Unternehmen noch weiter entwickelt… Wer sich für die generelle Situation des Onlinespiele-Sponsorings interessiert, kann interessante Infos hierzu beim Onlinegames-Businessblog GameBizz nachlesen.

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6 Kommentare »

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  • Alex

    “Wie so oft sind die USA Vorreiter für dieses neue Geschäftsmodell, wo entsprechende Unternehmen sich bereits seit einigen Jahren erfolgreich entwickeln.”

    Gibt es auch schon eine Zeit lang in Dtl.: z.B. http://myfree.de/

  • Marc

    Ich wünsch Euch viel Erfolg! Es gibt immer wieder ertragreiche und interessante Modelle. Gibt es eigentlich Invests von Seiten Business Angels in Projekte die keine Rendite abwerfen, und lediglich eine soziale/ökologische Ausrichtung/Strategie haben? Also keine Aussicht auf einen Exit/Verkauf, keine Beteiligung, keine überproportionale Rendite für die eigene Tasche. Höchstens als Darlehen mit marktüblichem Zins zu sehen und trotzdem dem Risiko des Totalverlusts?

  • hans

    @marc
    geld regiert die welt

  • Moritz

    @hans

    ne, Menschen regier’n die Welt. Und die sind manchmal ziemlich aktive Überzeugungstäter – aber üblicherweise eben keine VCs oder BAs. Naja, so lange Steuern gezahlt werden…

    Übrigens ist das Anstiften, Staffing und Finanzieren von Gründungsideen (und damit verbundene Schaffen von Existenzen) durchaus Social Entrepreneurship, finde ich. Bei manchen (VC- oder BA-finanzierten) Gründungscharakteren kann man ja durchaus Zweifel haben, ob die sich sonst in der Welt da draußen durchgesetzt hätten… ;)

  • Lukasz

    zum Thema ‘Social Entrepreneurship’: ja, sehr viele wenn nicht die meisten BA’s oder Unternehmer Engagieren sich – früher oder später, mehr oder weniger intensiv. Zum Problem des richtigen Zeotpunkts siehe auch mein Artikel hier: http://bit.ly/16Z7E4

  • Cornelius

    “Today, the common conversation is around the many gaming companies building great things and becoming very successful. But, always remember that the gaming vertical tends to be the first one to fill out when new platforms enter the scene. Over time, big ideas (including games) are built into wonderful businesses.” http://davemorin.tumblr.com/post/132511658/dream-big

    Mit diesem Hintergrund, warum von Goldrausch bei Games sprechen… Es wäre wohl interessanter im Zusammenhang mit dem Virtual Currency Trend über andere Märkte nachzudenken. Mahalo hat ja jetzt auch eine Virtual Currency eingeführt über einer “Wissenscommunity”. Wohl Vorreiter aber dahinter kann noch ein größerer Markt stecken.

    Viele Erfolg!

    P.S. Wieviel der 25 Mitarbeiter sind Vollzeitkräfte?

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