Sportme, Sport-Portal, Sport-Community, Tobias Johann, Kai Hansen, Philipp Hartmann

Die Sport-Community Sportme (www.sportme.de) hat am Montag dieser Woche Insolvenz angemeldet. Das Sportportal aus Berlin hatte sein Modell gedreht und zieht nun die Konsequenzen aus einem nicht funktionierenden Ansatz, mit dem sich nicht richtig Geld verdienen ließ – so zumindest die Hinweise eines Beteiligten.

Sportme wurde ursprünglich von Tobias Johann, Philipp Hartmann und Kai Hansen gegründet und beinhaltet sowohl ein Online-Magazin zum Thema Sport,  als auch eine  Plattform zum Erwerb von Sportartikeln und eine kostenlose Social-Community. Mitglieder von Sportme können sich innerhalb dieser ein Profil anlegen und mit anderen Sportfans in Kontakt treten. Anfang 2010 wurde bei Sportme endgültig der Staffelstab an Sven Alex übergeben, während sich die Sportme-Gründer selbst auf ihren Inkubator-Ansatz Rheingau Ventures konzentrieren.

Zu den Ursachen für Sportmes Scheitern

Im Jahr 2007 gegründet, startete Sportme als reine Social-Community. Ein Modell, das sich schnell als nicht tragend erwies und das Sportme – wie auch Konkurrent Netzathleten (www.netzathleten.de) – schnell in Richtung eines Special-Interest-Portals wechselte. Im Interview mit Gründer Tobias Johann im März dieses Jahres erklärte dieser, dass viele Special-Interest-Social-Communities die Bedeutung des „Special-Interest“ überschätzt hatten und es sich herausstellte, dass „in Social-Communities der soziale Austausch als solches die wichtigste Funktion ist“, weshalb Facebook und die anderen deutschen Social-Networks wie die VZ-Netzwerke sich so gut am Markt behaupten konnten.

Mit dem Wechsel von der Special-Interest-Community zu einem Special-Interest-Portal wurden Möglichkeiten geschaffen, den User-Generated-Content einer Community – ähnlich wie redaktionelle Inhalte – attraktiv navigierbar zu machen und durch eigene Inhalte in einem Magazin- oder Serviceteil, mit moderierten Foren etc. zu ergänzen. Auch Sportme ging Anfang 2009 diesen Schritt und Tobias Johann hielt dieses Modell damals „für gut, da es ermöglicht, in der Monetarisierung neue Wegen neben der reinen Vermarktung von Bannerwerbeflächen zu gehen.“ Dennoch verließ auch Johann kurze Zeit später das Sport-StartUp mit der Begründung, dass sich „zur Umsetzung dieses Modells [die] nötigen Kompetenzen von denen für das ursprüngliche Modell einer reinen Social-Community unterscheiden […]“.

Doch auch der Wechsel von einer Community zum Portal mit Sport-News präsentierte sich nicht als lukrativ. Und während Netzathleten dies wiederum mit dem Wechsel zu einem Vertical-Network quittierte – was sich laut Informationen des Münchner Unternehmens sehr rentieren soll – hat Sportme diesen Wechsel nicht mehr mitgemacht. Während Netzathleten also das für sich funktionierende Geschäftsmodell gefunden hat, holte Sportme zunächst ein externes Management in das Unternehmen und beendet nun seinen Dienst, nachdem auch dieser Wechsel nicht funktionierte.

Zu den Investoren von Sportme

Neben bekannten Business-Angeln wie Maximilian Thyssen (sechs Prozent) Alexander Artopé oder Oliver Jung (beide vier Prozent) waren mit Econa (19 Prozent), der IBB Beteiligungsgesellschaft (neun Prozent) und Mountain Super Angel (acht Prozent) auch drei institutionalisierte Investoren bei Sportme investiert. Angesichts der starken Konkurrenz durch Netzathleten dürfte jedoch auch bei den Investoren Einsicht bestehen und so wie sich die Entwicklung von Sportme präsentiert, scheint es, als ende nun ein Kapitel, das schon seit längerem eher für unternehmerischen Stress sorgte, als wirklich noch einer leidenschaftlichen Gründung zu ähneln.

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