Nach vier Jahren bei Spreadshirt (davon drei als CEO) verlässt Jana Eggers das Customization-StartUp aus Leipzig und widmet sich neuen Herausforderungen. In einem Blogeintrag bei SpreadShirt kündigte Eggers heute ihren Weggang an, schweigt sich zu den Gründen jedoch aus.
Spreadshirt (www.spreadshirt.net) ist eine weltweite Kreativplattform für personalisierte Kleidung, die als einer der Begründer der Customization auf dem deutschen Markt gilt. Spreadshirt wurde unter anderem von Team Europe Ventures-Partner Lukasz Gadowski gegründet. Nach der Gründung im Jahre 2001 wechselte Gadowski im Juli 2007 in die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden und übergab das Heft an Jana Eggers, die ihn als CEO ablöste.
Mögliche Ursachen für den Weggang von Jana Eggers
Im November letzten Jahres hatte Gründerszene bereits über Stellenstreichungen bei Spreadshirt berichtet, weil die Plattform trotz einer Reihe von Kostensenkungsmaßnahmen die eigenen Ziele für 2009 nicht erreicht hatte. Obwohl Spreadshirt weiter gewachsen sein soll, konnte das in Leipzig gegründete Unternehmen im letzten Jahr nicht profitabel arbeiten und wollte daher in diesem Jahr die Profitabilität erreichen.
Zum damaligen Zeitpunkt gab sich Jana Eggers selbstkritisch:
“We are disappointed and frustrated that we have not been able to achieve goals that we saw as possible. Yes, the economy has impacted our business. We look across multiple indexes and see that we are trending better than ecommerce in general and the t-shirt sector specifically. However, we take responsibility for our business, and we should be more flexible in an instable economy. We also see areas where we did not execute as well as we should have. We are reducing projects so that we make sure we execute well on our strategy of creative, self-expressive fashion, where we continue to see more opportunity for growth.”
In ihrem Blogeintrag vom heutigen Tag ist sie wesentlich wortkarger, unterstreicht aber, dass sie trotz ihres Weggangs “einer der größten Unterstützer der Spreadshirt-Idee und des Teams dahinter” bleibt. Weiterhin heißt es von ihr: “Die Vision, die wir im Laufe der letzten Jahre entwickelt und verfolgt haben, bleibt eine außerordentliche Chance. Im Bereich personalisierter Kleidung und Print-On-Demand wird Spreadshirt weiterhin wesentliche Entwicklungen voranbringen.”
Schon im November spekulierte Gründerszene über ein Wackeln des Stuhls von Jana Eggers, da mit einer erneuten Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro durch Accel und Kennet Partners im Februar 2009 und einer sich so ergebenen Gesamtfinanzierung von mittlerweile 18 Millionen Euro der Druck durch die Investoren immens hoch sein dürfte. Vor ziemlich genau einem Jahr verstärkten damals Philip Rooke und Jürgen Gauger als neue Manager das Spreadshirt-Team. Zeitgleich mit Jana Eggers Weggang wurde besagter Philip Rooke, bisher VP und Managing Director der Geschäftsbereiche Shop Partner und Endkunden, nun auch in den Vorstand berufen, soll doch die Zahl der pro Partner verkauften Produkte unter ihm um 45 Prozent gesteigert worden sein. Nach dem Weggang von Jana Eggers ist vorerst keine Interimslösung vorgesehen – ein Umstand, der vermuten lässt, dass der Investorenkreis dem derzeitigen Management-Team vertraut, das auf einem guten Weg scheint.
Die Zukunft von Spreadshirt
Eggers wird noch einige Wochen bei Spreadshirt bleiben, in der Zwischenzeit wird der Aufsichtsrat “auf internationaler Ebene nach einem Nachfolger” für den CEO-Posten suchen. Ob die Managerin Eggers ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreichen konnte, ist unklar, über ihren Weggang ließ sich jedoch schon seit den Kürzungen im letzten Jahr spekulieren. Mit Philip Rooke wurde anscheinend eine kompetente neue Managementkraft hinzugewonnen, die das Unternehmen langfristig voranbringen kann. Immerhin ist Spreadshirt auch trotz unerfüllter Ziele unter Eggers laut eigenen Angaben fast doppelt so groß geworden. Als einer der Begründer der Customization-Welle ist es Spreadshirt zu wünschen, dass es in Zukunft noch besser versteht, seine Kreativität und Vielseitigkeit in schwarze Zahlen umzumünzen.
Artikel zu Customization:
- “Spreadshirt für Bier” – Interview mit idbeer Mitgründer Simon Bolz
- Customization – Kundenindividuelle Produktion als erfolgreiches Geschäftsmodell
- Mymuesli – Lehren aus drei Jahren Geschäftstätigkeit
- Customization im Internet 2010 – Interview mit Chocri und Herrenschmiede
- Customization goes Design: Ein Blick hinter die Kulissen der Online-Folien-Bestellung
- Kaffee vs. Tea-Online: Customization goes Nutrition?


Die Qualität hat leider bei Spreadshirt auch nachgelassen.
Irgendwie verband ich Spreadshirt immer mit Gadwoski und dem Streben nach perfekter Qualität.
Heute werden aber z.B. T-Shirts mit Flecken und total schiefen Motiven rausgeschickt:
http://img834.imageshack.us/img834/5078/shirtl.jpg
In ihrer Anfangszeit war es aber nicht anders, da kam schon mal bei mir das Motiv eines Caps getrennt von dem Cap selbst an.
Bei so einer grossen Firma geht es um Kosten und da wird halt nun mal ins Ausland verlagert, da ist es schwer, dass dies nicht auf die Qualität geht.
Gerüchteweise sollen Sie auch fast nur Billiglöhner einsetzen, die Motivation für Qualität sollte auch da dann nicht hoch sein, wenn es wahr sein sollte.
Keine Dankesworte vom Hauptgesellschafter Gadowski zum Abschied? Das sagt sehr viel über das Verhältnis der beiden und über den Grund ihrer Kündigung….
18 Mio € Finanzierung für einen T-Shirt Shop. Glückwunsch an Lukasz, das ist eine echte Leistung. Und jetzt raus da, bevor es (r)untergeht…
> In einem Blogeintrag bei SpreadShirt kündigte Eggers heute ihren Weggang an
Das war übrigens der einzige Blogeintrag von J.E. im Spreadshirt- firmenblog (http://blog.spreadshirt.net/de/author/jeg/ ). J.E. hat sich NIE selber vorgestellt, sondern hat immer andere für sich !!bloggen lassen!!.
Für eine Web2.0- Firmenchefin ist das nach meiner Meinung ungewöhnlich.
Habe mal an einem Infotag für potentielle Neumitarbeiter teilgenommen sowie mich später für einen Job beworben. Ist jetzt drei Jahre her. Fand die Atmosphäre nicht sehr gut – viele wirkten cool und arrogant. Bei meiner Bewerbung führte dann ein gelangweilter Mensch ein Gespräch mit mir. Habe danach weder eine Zu- noch eine Absage erhalten. Nicht nur angesichts des Stundenlohns bin ich froh, dass ich dort nicht gelandet bin.
Furchtbarer Service. Ich bestätige le’s Kommentar: arrogant und kalt.