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Konzerne umgehen Steuern

Obwohl viele Internet- und Tech-Konzerne Milliarden in Europa machen, bleibt den einzelnen Ländern nur ein Bruchteil davon als Steuern erhalten. Nun gibt es einen Vorstoß Frankreichs, einen entsprechenden Passus für “virtuelle Niederlassungen” in den Steuerempfehlungen der in Paris ansässigen OECD zu verankern, berichtet das Handelsblatt. Bereits vor zwei Wochen kam ein ähnlicher Vorschlag schon von Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

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Der Hintergrund dieser Steuerdebatte liegt darin, dass etwa große Konzerne wie Amazon zwar Millionenumsätze auf deutschem Grund mit deutschen Kunden generieren, diese Umsätze aber über die Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg abgerechnet werden. In Deutschland selbst sitzen lediglich Service-Gesellschaften, die zwar Steuern zahlen, aber deren Umsatz bedeutend geringer ausfällt. Wie im Beispiel Amazons verhält es sich mit einigen anderen Tech-Konzernen, etwa Apple.

Steuern für Nutzerdaten-Anzahl

Etwas absurd kommt allerdings ein Vorschlag daher, mit dem Frankreich nun gegen dieses Thema vorzugehen versucht. Als Besteuerungs-Grundlage soll demnach der im Hoheitsgebiet generierte Nutzerdaten-Umfang dienen. Diesen Vorschlag bringt Frankreich demnächst bei der OECD, der EU und beim G20-Treffen im Februar ein.

Kein Verfechter dieser Idee ist etwa OECD-Direktor Pascal Saint-Amans, der den Vorschlag für internationale Gesprächsrunden nicht angemessen sieht. Dennoch arbeitet die OECD mit einer Arbeitsgruppe an dem Thema, das die Umsatzverlagerung großer Unternehmen wie etwa Amazon unter die Lupe nimmt.

Bild: flickr / 401(K) 2012
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