Tamundo, Filip Dames, Sebastian von Johnston, Simon Thun

Das Berliner Onlineauktionshaus Tamundo (www.tamundo.de), spezialisiert auf Sammlerstücke und Antiquitäten, wurde erst Ende 2008 ins Leben gerufen. Nach nur einer Lebenszeit von knapp etwas über zwei Jahren sagt Tamundo nun Lebewohl.

Gründer von Tamundo schon früh abgesprungen

Mit einer beinahe unauffälligen Info auf der Startseite kündigt Tamundo an, seinen Betrieb zum 30. Januar 2011 einzustellen – ein sehr kurzer Zeitraum für die Beendigung aller Aktivitäten. Allerdings verwundert das Ende des Auktionshauses für Sammeln und Seltenes nur bedingt.

Denn die beiden Geschäftsführer Filip Dames und Sebastian von Johnston sind schon seit längerem anderweitig unterwegs. Filip Dames ist bereits vor einem Jahr zum Samwer-Schuhshop Zalando (www.zalando.de) gewechselt, von Johnston scheint bereits vor Dames im September 2009 ausgestiegen und bei Condé Nast Digital German angeheuert zu haben. Mit ihrem Weggehen ist die Seele der Plattform im Grunde schon seit längerem abwesend.

Hauptinvestor Noshokaty, Döring & Thun Ventures führten Tamundo weiter

Der gegenwärtige Geschäftsführer Simon Thun, Partner in der Unternehmensberatung, Noshokaty, Döring & Thun Ventures, einer der Hauptinvestoren von Tamundo, führte seit dem Ausstieg von Dames und von Johnsten die Geschäfte fort. Gegenüber Deutsche-Startups, äußerte Tosson El Noshokaty (ebenfalls Partner bei Noshokaty, Döring & Thun), dass die Abschaltung von Tamundo ein „geplanter Untergang“ sei. Tamundo sei nicht Pleite, müsse allerdings “aus wirtschaftlichen Gründen” seine digitalen Pforten schließen.

Dabei war in insgesamt drei Finanzierungsrunden angeblich sogar einiges Kapital in Tamundo geflossen. Das Portal habe laut El Noshokaty zwar in einigen Segmenten eine ordentliche Anzahl an Kunden gehabt, doch diese reichte nicht aus, um die Händler bei Laune zu halten. Stattdessen wandten sich viele der Händler wieder dem Branchenprimus eBay zu. Die Geduld der Kunden und Händler sei nicht da gewesen, um ein neues Aktionsportal aufzubauen, auch wenn eBay von vielen als unpersönlich und zu groß gesehen wird, so El Noshokaty.

Tamundos Ende schon länger besiegelt?

Dass Tamundos Ende seit längerer Zeit besiegelt ist, deutet sich aus dem sehr kurzen Abschaltungszeitraum des Auktionshauses an. Laut des letzen Beitrags auf der Tamundo-Informationsseite ist der Club seit dem 1. Januar geschlossen, Registrierungen sind seit dem 12. Januar nicht mehr durchführbar, Aktionen sind ebenso nicht mehr verlängerbar. Zum 30. Januar enden alle laufenden Auktionen sowie Angebote und am 7. Februar werden die Server abgestellt – damit ist Tamundo Geschichte.

Ob Tamudo jemals ein ernst zu nehmender Konkurrent eBays in der speziellen Kategorien Sammeln und Seltenes geworden wäre, ist fraglich. Ein kleiner Marktplatz, der den Anspruch hatte, ein wenig persönlicherer zu sein, hätte aufgehen können, dieser ist ab dem 30. Januar jedoch verschwunden.