Yogiyo Team Europe

Es ist offiziell: Mit Yogiyo (www.yogiyo.co.kr) setzt Team Europe einen Lieferdienst für den koreanischen Markt um und nimmt somit international Fahrt in diesem hart umkämpften Markt auf. Das Startup mit Sitz in Seoul wird von Ex-McKinsey Ludolf Ebner-Chung geleitet und ist zur Zeit bemüht, seine “C-Positionen” zu besetzen. Rocket-Konkurrent Foodpanda expandiert derweil nach Indien – setzt sich der Kampf der Lieferdienste nun in Südostasien fort?

Yogiyo als asiatisches Delivery Hero

Team Europe eröffnet ein eigenes Büro in Korea und es sieht danach aus, dass sich der Berliner Company-Builder auch im asiatischen Markt auf den Aufbau eines Lieferdienstes konzentriert. Das neue Büro wird vom Deutsch-Koreaner Ludolf Ebner-Chung geleitet, dessen Linkedin-Profil einen Hinweis auf die ersten Aktivitäten von Team Europe (www.teameurope.net) in Korea gibt: Ebner-Chung gibt dort an, neben seiner Position als Venture-Partner bei Team Europe zudem CEO des jungen Lieferdienstes Yogiyo zu sein.

Von der Berliner Zentrale aus wird Team-Europe-Venture-Partner Markus Fuhrmann die neuen Unternehmung betreuen: ”Korea mit seiner riesigen Internet- und Smartphone-Infrastruktur bedeutet für uns den ersten Schritt nach Asien. Das Büro wird zur Startplattform für die Region, welche große Chancen für den Aufbau erfolgreicher Internetunternehmen bietet”.

Yogiyo: Die Suche nach den C-Levels

Bisher äußert sich Team Europe nicht weiter zu den Plänen für Korea, Online-Jobanzeigen bestätigen jedoch die Verbindung zwischen dem Berliner Company-Builder und dem koreanischen Lieferdienstvermittler, wie Venture Village berichtet. Auf Linkedin sucht das Team um Ebner-Chung nach geeigneten Mitarbeitern und scheint dabei erst relativ am Anfang zu stehen. In umfangreichen Jobbeschreibungen versucht das Startup die sogenannten “C-Levels”, also die Chief-Positionen, zu füllen.

Um gegenüber geeigneten Kandidaten möglichst überzeugend zu wirken, führt Yogiyo in seinen Jobanzeigen eine Liste der aktuellen Führungskräfte samt Trackrecord auf: Nicht nur der koreanisch-deutsche CEO Ludolf- Ebner-Chung, auch der koreanische COO konnte bisher Erfahrung bei der Berater-Schmiede McKinsey sammeln. Zweiterer hat zudem bereits ein Social-Commerce-Startup von der Gründung zum Exit geführt.

Der namentlich nicht benannte koreanisch-amerikanische Leiter des Produktmanagements soll ebenfalls ein Mobile-Startup gegründet haben, der koreanische Marketingchef war zuvor bei InterContinental Hotels mit Hauptsitz in Singapur. Christoph Mayr, ehemaliger Senior-Business-Developer bei Delivery Hero (www.deliveryhero.com), wird als Chief-Strategy-Officer und Venture-Partner bei Team Europe Ventures Asia Pacific gelistet.

Lieferdienste auf Wachstumskurs

Als bekannt wurde, dass Rocket Internet (www.rocket-internet.de) mit Foodpanda einen Lieferdienst in Südostasien aufbaut, wurde das weltweite Potenzial des Themas endgültig deutlich. Vor wenigen Wochen nun ging Foodpanda live und erweitere seine Aktivität zudem noch auf  den Megamarkt Indien.

In Deutschland startete Team Europe sein Liefergeschäft mit der Gründung Lieferheld (www.lieferheld.de), welches Ende Februar gemeinsam mit dem britische Konkurrenzpendant Hungry House von der eigenen internationalen Tochtergesellschaft Delivery Hero übernommen wurde. Weltweit verweist Delivery Hero auf über vier Millionen Kunden. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit 19.000 Restaurants und Lieferdiensten auf vier Kontinenten zusammen.

Als eines der Web-affinsten asiatischen Länder scheint Südkorea durchaus geeignet, um den Markt der Lieferdienste von der Telefonbestellung ins digitale Zeitalter zu führen, fraglich bleibt jedoch, warum Rockets Foodpanda diesen Markt bisher ausgelassen hat (Rocket lässt Südkorea nicht generell aus, was der Erfolg von Glossybox (www.glossybox.de) zeigt). Hält Oliver Samwer einen Markt mit über 40 Millionen Einwohnern für nicht potent genug, um eine eigene Entität zu eröffnen, oder ist ihm der Markt einfach schon zu weit entwickelt und somit zu wettbewerbsintensiv?

Ob sich Südkorea lohnt oder nicht: Um langfristig profitabel zu arbeiten (und die Investoren zu befriedigen), muss Yogiyo mehr als nur einen Markt erschließen und wird dabei zwangsläufig auf seinen Konkurrenten Foodpanda treffen. Wird sich der Kampf im fernen Asien entscheiden oder wird am Ende von Berlin aus an einer friedlichen Lösung geabeitet?

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