Point Nine Capital, Team Europe, Internet-Fonds, Frühphasen-Fonds

Es ist rund anderthalb Jahre her, das Team Europe Ventures seinen ersten Investmentfonds über sechs Millionen Euro an den Start gebracht hat, nun gibt es einige Neuerungen bei den Berlinern in Sachen Early-Stage-Investments: Der Investmentfonds von Team Europe wird seinen Namen in Point Nine Capital (PNC) ändern und verstärkt sein Management-Team um Christoph Janz.

Point Nine Capital setzt auf frühe Unternehmensphasen

Point Nine Capital wird von Pawel Chudzinski und Christoph Janz als Geschäftsführer geleitet werden und weiterhin primär in Internetunternehmen in frühen Wachstumsphasen im deutschen und internationalen Raum investieren. Und sowohl mit seiner Tagline „The Angel VC“ als auch mit einer rein englischen Webseite macht Point Nine Capital (www.pointninecap.com) deutlich, wohin die Reise gehen soll: Es wird sich auf ganz Europa und darüber hinaus konzentriert, wobei das Point Nine Capital in sehr frühen Phasen einsteigen möchte.

Diesen Fokus deutet auch der Name von Point Nine Capital an, wie Internet-Gründer und Angel-Investor Christoph Janz zu berichten weiß: „Als ‚Angel VCʼ investieren wir gern früher als die meisten anderen VCs – in Situationen in denen sich das Unternehmen sozusagen in einer ‚0.9 Versionʼ befindet.“

Pawel Chudzinski, derzeit als Partner bei Team Europe verantwortlich für die Investment-Aktivitäten, kommentiert: „Wir sind hochzufrieden mit der Entwicklung des Fonds und möchten unsere Investment-Aktivitäten weiter vorantreiben und ausbauen. Ein neuer, eigenständiger Name und ein verstärktes Investmentteam sind eine großartige Grundlage für unsere zukünftige Weiterentwicklung.“

Team Europe ändert seine Strukturen

Für Team Europe (www.teameurope.net) ändert sich mit der Ausgründung von Point Nine Capital einiges: Das Team rund um Lukasz Gadowski und Kolja Hebenstreit fokussiert sich nun alleinig auf das so genannte Company-Building, also das Gründen von eigenen Unternehmen ganz im Sinne eines Inkubators. Der Investmentbereich, den Pawel Chudzinski bisher als Partner bei Team Europe verantwortet hat, wird vollständig ausgegliedert durch die neue Instanz Point Nine Capital und Lukasz Gadowski und Kolja Hebenstreit unterstützen PNC als Venture-Partner.

Nachvollziehen lässt sich dies auch anhand der Erklärung von Team-Europe-Gründer Lukasz Gadowski: „Dieser Schritt spiegelt wieder, wie wir den Fonds seit der Gründung betrieben haben. Die Investmentseite war immer etwas getrennt vom „Company-Building“ und der neue Name kommuniziert dies jetzt eindeutig.“ Und so wie Raiders jetzt Twix heißt, ändert sich auch der Name des Berliner Inkubators. Der Zusatz „Ventures“ wird schlichtweg gestrichen, konzentriert sich Team Europe doch fortan nur noch auf das Thema Eigengründungen, was in der Vergangenheit zu Unternehmen wie Lieferheld (www.lieferheld.de), Madvertise (www.madvertise.de) oder SponsorPay (www.sponsorpay.com) geführt hat. Sichtbar ist dies auch schon auf der neuen Unternehmensseite von Team Europe.

Team Europe, Team Europe Ventures, Internet-Inkubator

Mit Point Nine Capital verbindet sich also auch ein kleines Politikum: Team Europe kann sich auf sein Kerngeschäft Gründungen konzentrieren und hat eine eigene Einheit, die das Thema Investments komplett losgelöst betreut. Auf diese Weise bestehen keine Interessen-Konflikte zwischen diesen sich teilweise überschneidenen Arbeitsbereichen und neben der klareren Marktpositionierung könnte sich das Investmentgeschäft der Berliner so einfacher skalieren lassen.

Zu den bisherigen Investments von Point Nine Capital

Seit Oktober 2009 verwaltet Team Europe seinen Early-Stage-Investmentfonds, der ausschließlich auf Internetunternehmen fokussiert ist. Mit der neuen Online-Präsenz erschließt sich nun auch erstmalig für eine breitere Öffentlichkeit, welche Investments Team Europe bisher mit seinem ersten Fonds getätigt hat:

  • Babyboom: russischer Onlineshop für Kinderprodukte
  • Clio: Praxismanagement für Anwälte
  • DaWanda (www.dawanda.com): Marktplatz für selbstgemachte Produkte
  • Digitale Seiten (www.digitaleseiten.de): vertikales Branchenbuchnetzwerk
  • InFakt: internetbasiertes Accounting und Invoicing aus Polen
  • Lieferheld: Lieferdienstplattform
  • Madvertise: Mobile-Advertising-Network
  • Mister Spex (www.misterspex.de): Onlineshop für Brillen und Kontaktlinsen
  • MyGengo: Crowdsourcing-Übersetzungsplattform
  • Pomocni: polnischer Marktplatz für Handwerkdienste
  • SponsorPay: Monetarisierungsplattform via virtuelle Währungen
  • StyleSeat: Plattform für lokale Beauty- und Wellness-Anbieter
  • Wirkaufens: Plattform für wieder aufbereitete Technik

Mit seinen 13 Investments hat der erste PNC-Fonds so bisher StartUps aus den Märkten Deutschland, Nordamerika, Polen, Russland und Großbritannien finanziert und sich neben Consumer-Internet, Mobile und Plattformen auch auf die Bereiche E-Commerce, Lead Generation und SaaS fokussiert. Der erste PNC-Fonds ist dabei schon zu rund zwei Dritteln investiert und es bedarf wohl keiner Hellseherei um zu vermuten, dass zeitnah ein zweiter Fonds aufgesetzt wird, dann womöglich in Dimensionen zwischen 30 und 50 Millionen Euro.

Insgesamt also bisher eine Fokussierung, die stark durch die Gründungen von Team Europe motiviert war und auch dem TEV-Faible für Osteuropa aufgeschlossen gegenüber steht. Wenngleich sich im Portfolio sicherlich keine Zalandos (www.zalando.de) und Groupon CityDeals (www.groupon.de) befinden, insgesamt doch ein solides Set an Investments, von denen viele Unternehmen sich aber auch noch beweisen müssen.