Tengelmann als neuer Großinvestor bei Zalando
Der Dezember 2009 war wohl so etwas wie der Monat der Samwers: Neben dem 35-Millionen-Investment der schwedischen Beteiligunggesellschaft Investment AB Kinnevik und dem tendenziell potenten Call-Put-Exit bei eDarling, gelang es Zalando (www.zalando.de) gleich zwei umfangreiche Finanzierungen einzufahren. Zalando ist ein Ecommerce-Shop für Schuhe mit Sitz in Berlin, der laut Xing zurzeit 32 Mitarbeitern eine berufliche Heimat bietet – eine Verdopplung seit Oktober 2009.

In einer ersten Dezember-Runde gaben Rocket Internet (www.rocket-internet.de, der Inkubator der Jamba-Brüder Marc Samwer, Oliver Samwer und Alexander Samwer) und Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) noch einmal frisches Kapital nach ihrem Investment vom August in Zalando. Eine Finanzierung, die zum 23. Dezember 2009 laut Handelsregister wirksam wurde und den Gründern David Schneider und Robert Gentz ein frohes Weihnachtsfest beschert haben dürfte. Nur kurz darauf ist mit der Tengelmann E-Commerce Beteiligungs-GmbH ein sehr großer strategischer Investor bei Zalando eingestiegen, der laut Gründerszene-Quellen auch einen stattlichen Betrag zu einer hohen Bewertung investiert haben soll – und dies alles noch vor Jahresende.
Spekulationen über den Investmenthintergrund
Dabei hatte das Unternehmen erst im Oktober 2009 eine Finanzierungsrunde durchlaufen, bei der die bestehenden Investoren Rocket Internet (www.rocket-internet.de, der Inkubator der Jamba-Brüder Marc Samwer, Oliver Samwer und Alexander Samwer) und Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) noch einmal frisches Geld gaben. Dieser immense Kapitalbedarf erklärt sich im Falle von Zalando durch die massive Umsatzausweitung, die nunmehr die Aufnahme weiterer Kategorien wie Kleidung attraktiv macht. Doch um eine solche Produktausweitung zu bewerkstelligen, muss das Berliner Unternehmen Waren einkaufen und Marketinggelder freimachen – mit anderen Worten: Es ist eine Vorfinanzierung des Wachstums notwendig, die sich als Working-Capital zu hohen Summen auftürmen kann.
Im (Online-)Einzelhandel ist dies zum Teil auch mit Fremdkapital denkbar. Doch erfordert eine solche Maßnahme stabile Umsätze – abgesehen davon, dass es Zalando nach nur rund anderthalb Jahren Bestehen schwer haben dürfte, Fremdkapital zu akquirieren. Für eine Fremdkapitallinie zur Vorfinanzierung muss ein Unternehmen vorab einiges an Ware verkaufen und je nach Geschwindkgeit des Lagerumschlags braucht man eben viel Working-Capital. Gerade bei neuen Kategorien ist dieser Bedarf sehr hoch. Geht man einmal von einem geschätzten Umsatz von 50 Millionen Euro für Zalando aus, dürften Waren-Investitionen von rund 20 Millionen Euro fällig werden.
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In diesem Licht hat ein Investment der Tengelmann-Gruppe Sinn: Das Familienunternehmen kennt sich mit dem Einzelhandel gut aus und weiß daher nicht nur Kapital, sondern auch langjährige Erfahrung im Einzelhandel beizusteuern. Gleichzeitig sind die Unternehmer aus Mülheim an der Ruhr nicht sonderlich versiert im Online-Bereich, was den Samwer-Brüdern einen relativ entspannten Umgang sichern dürfte.
Hauptgesellschafter der Tengelmann E-Commerce Beteilgungs-GmbH ist die “Maja” Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH”, die einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG vorweist – sprich es handelt sich offenbar um ein familieneigenes Investmentvehikel. Die Tengelmann E-Commerce Beteilgungs-GmbH erhielt fünf Prozent an Zalando, während sich die Anteile von Rocket Internet und Holtzbrinck Ventures um drei und zwei Prozent auf 65 und 18 Prozent verringerten.
Fazit: Der strategische Partner Tengelmann ist also aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer hohen Summe an Bord geholt worden, um das weitere Wachstum der Plattform vorzufinanzieren. Eine Call-Put-Option wie sie bei eDarling wahrscheinlich sein dürfte, das heißt ein stufenweiser Exit, ist im Falle des Zappos-Klons aus Berlin wohl nicht gegeben. Zumindest bestätigt Zalando nichts in dieser Richtung. Tengelmann fungiert nach Gründerszene-Informationen rein als strategischer Partner für das weitere Wachstum der Plattform.

Das ganze Wachstum über Weihnachten (! Achtung, da hat ein Re-Seller nix anderes zu tun) hat Zalando nicht gut bekommen.
Aus meiner Sicht viel zu viele Aufträge durch viel zu viel Werbung. Klingt erstmal gut, aber wenn man nicht die Logistik besitzt, diese Aufträge abzuwickeln, dann zerstört man die teuer erworbenen Neukundenbeziehungen gleich wieder.
Open the window: Und raus mit der Kohle.
* viele neue Mitarbeiter > Produktivität pro Mitarbeiter sinkt
* zu viel Wachstum in einer umsatzträchtigen Zeit > Prozesse können nur mit schlechter Qualität ausgeführt werden
* Zeit von: “Produkt bestellt > Produkt umgetauscht > Abgewickelt” hat viel viel viel zu lange gedauert (teilweise 2+ Monate)
Aber Hauptsache richtig viel fremdes Kapital rein, wachsen – wachsen – wachsen, und ja nicht an die Kunden denken.
Schumi hat auch im Go-Kart angefangen – Take care.
[...] Tengelmann als neuer Großinvestor bei Zalando Der Dezember 2009 war wohl so etwas wie der Monat der Samwers: Neben dem 35-Millionen-Investment der schwedischen Beteiligunggesellschaft Investment AB Kinnevik und dem tendenziell potenten Call-Put-Exit bei eDarling, gelang es Zalando (www.zalando.de) gleich zwei umfangreiche Finanzierungen einzufahren. Zalando ist ein Ecommerce-Shop für Schuhe mit Sitz in Berlin, der laut Xing zurzeit 32 Mitarbeitern eine berufliche Heimat bietet – eine Verdopplung seit Oktober 2009. Gründerszene [...]
35 Mitarbeiter sind es nicht, eher das zwei- bis dreifache.
Yeap, focus on your business model and on the right metrics (sales, capital employed, etc.), not only growth
See the battle between the French retailers Sarenza and Spartoo and their recent capital increases
http://www.journaldunet.com/ebusiness/commerce/enquete/spartoo-contre-sarenza-le-match/spartoo-vs-sarenza-le-match.shtml
Bain Retail Holiday Newsletter #4
“Some online retailers are investing in traditional media this holiday season. Zappos.com recently mailed 750,000 catalogs to consumers, acknowledging that “different people respond to different media.” So far the move seems to be working: The catalog has increased purchases from lapsed customers, and the average catalog order is twice that of the typical online order.”
Großinvestor? 5 Prozent? Ernsthaft?
@Darth: Ja, habe im Nachhinein auch überlegt, ob nur “Investor” nicht gereicht hätte. Laut meinen Quellen hat Tengelmann für die 5 Prozent aber schon einiges hingelegt. Waren also womöglich teure 5 Prozent ;-).
Da haben Rocket und Holtzbrinck ihre Investments bei Zalando ja wieder raus und die Gründer durften nicht mitverkaufen….
Ich kann mir das Argument schon vorstellen: “das würde einen schlechten Eindruck zum jetzigen Zeitpunkt machen”….
[...] Alexander, Marc und Oliver und Holtzbrinck Ventures (beide auch an deutsche-startups.de beteiligt). Anfang dieses Jahres stieg zudem der Handelskonzern Tengelmann bei Zalando ein. Einen stattlichen zweistelligen [...]
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