Tengelmann, Stylight

Mehr und mehr lässt sich eine klare Linie bei den E-Commerce-Aktivitäten des Einzelhandelsriesen Tengelmann erkennen: Die Mülheimer haben sich am Modemarktplatz Stylight (www.stylight.de) beteiligt und bleiben damit nicht nur ihrem Investmentfokus – E-Commerce-Themen vorwiegend im Fashionbereich – sondern auch ihrem Umfang treu. Tengelmann übernahm zehn Prozent von Stylight.

Stylight als neuer Baustein im Tengelmann-Portfolio

Stylight ist eine Plattform für Mode im Internet, die Angebote von verschiedenen Internetshops bündelt. Dadurch ermöglicht Stylight eine gezielte Suche, aber auch den direkten Vergleich der Angebote. Die Suchergebnisse können nach Marke, Preis, Farbe und Größe eingeschränkt werden. Stylight bietet neben den klassischen Suchfunktionen nach Artikel, Marke, Farbe, Größe und Preis eine weitere Möglichkeit, die gewünschten Artikel einfach zu finden: die visuelle Suche. Dabei werden durch eine spezielle Suchtechnologie Form und Farbe eines Artikels berücksichtigt und zusätzlich werden auch ähnliche Artikel angezeigt.

Es war wohl vor allem der innovative Ansatz und das dahinter stehende Team, dass Tengelmann überzeugt hat: „Aufgrund der innovativen Plattformtechnologie, des zukunftsweisenden Vertriebskonzepts und des starken Teams haben wir uns entschlossen, die zukünftige Entwicklung von Stylight zu begleiten“, zitiert Exciting Commerce Karl-Erivan Haub, den geschäftsführenden und persönlich haftenden Gesellschafter der Tengelmann Unternehmensgruppe. Neben Tengelmann soll auch Holtzbrinck in dieser Runde weiter investiert haben – der genaue Betrag ist für beide Investoren jedoch unbekannt.

In Zukunft wird es spannend zu beobachten sein, wie Tengelmann sein Portfolio weiter verfeinert. Bisher setzten die Einzelhandelsspezialisten auf E-Commerce-Dickschiffe (Zalando, Brands4Friends), nun folgen auch spezialisiertere Investments in kleinere Unternehmen. Gleichzeitig sind die finanzierten Modelle alle im Fashion-Shopping-Bereich verortet, fußen jedoch auf unterschiedlichen Geschäftsmodellen (Retail, Shoppingclub, Marktplatz). Traut sich Tengelmann demnächst vielleicht auch an weitere Geschäftsmodelle und an andere Segmente wie Food, Heimwerkerbedarf oder Elektro? Bisher gibt es an dieser Front noch keine Anzeichen oder entsprechende Avancen…

Tengelmann setzt auf Fashion und Holtzbrinck

Mit Stylight geht Tengelmann bereits die fünfte Beteiligung über zehn Prozent ein – auch an Zalando (www.zalando.de), Brands4Friends (www.brands4friends.de) und YouTailor (www.youtailor.de) hält der Handelskonzern diese Anteilsmenge. Im Falle von BabyMarkt (babymarkt.de) sind es hingegen sogar 49 Prozent. Allen diesen Investitionen ist gemein, dass sie sich im E-Commerce-Segment bewegen, wobei sich Tengelmann anscheinend primär den Fashion-Bereich zum Ziel gemacht hat. Keine einfache Wahl, weist dieses Segment aufgrund der saisonalen Wechsel doch den Zwang auf, ganze Kollektionen im Einkauf vorzufinanzieren und blickt auch auf die höchsten Rücksendequoten.

Im stationären Handel ist Tengelmann vor allem mit der Discount-Marke KIK in Sachen Fashion aktiv – womöglich wollen die Mülheimer, die bisher nur Plus.de komplett eigenständig aufgebaut haben, entsprechendes Knowhow für diesen im Web herausfordernden Bereich unter ihrem Dach aufbauen? Und noch ein Trend lässt sich bei Tengelmann in Sachen Internet-Investments ausmachen: Mit Ausnahme von BabyMarkt sind alle Beteiligungen gemeinsam mit Holtzbrinck Ventures eingegangen worden – verbindet die beiden Kapitalgeber vielleicht mehr als nur derselbe Kleidungsgeschmack?

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