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Die Tweek-Gründer (www.tweek.tv) lernten sich da kennen, wo man Innovation gar nicht mehr unbedingt vermutet – bei Nokia. Sie verließen den Handyhersteller und gründeten Tweek. Seit 2011 basteln die Gründer Sven Koerbitz, Klaus Hartl und Marcel Düe an ihrem Fernsehen für Freunde. Fernsehen und Internet sollen mit Tweek verschmelzen und sozial werden. Das Berliner Startup will ein Programmguide für TV und Online-Inhalte sein – inspiriert von Freunden. Nach dem Beta-Launch im Dezember startet das Berliner Startup nun offiziell – zum Start sprach Gründerszene mit den Tweek-Machern.

Ein Spotify fürs Fernsehen

Fernsehen ist oft frustrierend, die Anzahl der Unterhaltungen über schlechtes Fernsehen reicht wohl schon fast ins Unendliche. Auch die Tweek-Gründer Sven Koerbitz, Klaus Hartl und Marcel Düe waren von der TV-Unterhaltung  frustriert. So entstand die Idee ihres Social-TVs Tweek. Wieso nicht die soziale Komponete des Netzes nutzen für einen Guide für TV- und Online-Inhalte. Der Guide funktioniert wie eine persönliche Programmzeitschrift, er listet die Sendungen auf, vorwiegend TV-Serien und Filme, die an den Geschmack des einzelnen Nutzers angepasst sind. Welche Sendungen für den Einzelnen relevant sind, das erkennt Tweek an den Facebook-Likes der Nutzer und den Empfehlungen von Freunden. Ein Spotify fürs Fernsehen.

„Wir haben festgestellt, dass keiner von uns mehr fern sieht. Und Gleiches sahen wir bei unseren Freunden. Wir fanden das schade, denn grundsätzlich empfinden wir Filme, Serien und Fernsehen doch als was Tolles. Was stört, ist die Eintönigkeit und die Idee, dass fremde Menschen für uns aussuchen, was zu welcher Uhrzeit läuft“, sagt Tweek-Gründer Marcel Düe im Gespräch mit Gründerszene.

Tweek plant weitere Finanzierungsrunde

Bereits im Dezember konnten die Berliner ihre Investoren Bmp (www.mediainvestors.com), Euro Serve Media und Catagonia Ventures (www.catagonia.com) von einem Seed-Investment in sechsstelliger Höhe überzeugen. Aktuell konzentriere sich das Tweek-Team auf die Weiterentwicklung der ersten Produktversion, aber zur Beschleunigung des Wachstums sei eine weitere Finanzierungsrunde geplant. Es gebe bereits Interessensbekundungen über den bestehenden Investorenkreis hinaus, so die Gründer von Tweek.

Nach dem Betalaunch im Dezember öffnet sich Tweek nun für alle Nutzer. Ab heute gibt es die iPad-App kostenlos im AppStore. Anders als die Beta-Version zeigt die App nicht nur den Newsstream, sondern auch das deutsche Fernsehprogramm sowie erste Catchupinhalte aus einigen Mediatheken mit an.

Von Gate5 zum eigenen Startup

„Die Geschichte von Tweek beginnt sogar schon bei Gate5, wo Sven und ich für Christophe angefangen haben zu arbeiten. Bei Nokia trafen wir Klaus, der durch die Plazes-Akquise dazu kam, und somit war das Founding-Team Tweek komplett. Wir bauen alle drei gerne anspruchsvolle und innovative Services. Wir fühlten diese riesige Lücke für ein Digitalprodukt im TV- und Filmbereich“, sagt Marcel Düe. Mittlerweile hat das Startup mit Büro im Prenzlauer Berg acht Mitarbeiter und sucht noch weitere Unterstützung.

Mit einem Klick zum Kauf

Tweek verhandelt nicht mit eigenen Lizenzen und will keine Konkurrenz zu illegalen Angeboten sein. Zusammen mit den internationalen Kooperationspartnern iTunes, der ZDF Mediathek, Eurosport (Live), MyVideo.tv, YouTube, Vimeo, Dailyme, BBC iPlayer und Lovefilm für den deutschen Markt sowie iTunes, Vimeo, Youtube und Crackle für UK möchten die Macher von Tweek das mediale Angebot neu ordnen.

Der Ausbau der Contentpartnerschaften stehe in den kommenden Monaten im Fokus. Neben den Sendungen, die sowohl chronologisch nach dem Activity-Stream auf Facebook als auch im Zufallsmodus geordnet sind, verweist ein Button auf den Kauf oder Verleih via iTunes.

Social-TV boomt

Doch Tweek ist nicht allein. In den USA gibt es schon mehrere Anbieter, wie Matcha TV (www.matcha.tv), Fanhattan (www.fanhattan.com) oder Clicker (www.clicker.com), die den Fernsehkonsum über das Netz neu definieren wollen. Und auch in Deutschland haben die Gründer Social-TV für sich entdeckt – zu den Konkurrenten zählen unter anderem  Zapitano (zapitano.com) und Couchfunk (www.couchfunk.de).

Die Tweek-Macher sehen die Konkurrenz jedoch mehr als gelassen: „Tweek hat ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem europäischen Wettbewerb: Wir verbinden als einzige die Distributionskanäle Streaming und Broadcasting mit sozialen Empfehlungen. Letzteres hat seine konzeptionelle Konkurrenz eher bei Services wie Pinterest, die aber alle Themen kuratieren lassen, während wir uns im Vergleich auf eine Nische fokussieren. Die deutschsprachigen Social-TV-Startups fokussieren sich auf ganz andere Bereiche. Tweek ist das einzige Produkt, das sich auf die Entdeckung von Inhalten konzentriert und in diesem Bereich eine tolle User-Experience auf dem iPad bietet. Matcha macht einen feinen Service, ist aber auf den US-Markt und die Webplattform fokussiert, Clicker wurde von CBS akquiriert, hatte allerdings auch nie Live-TV als Contentquelle berücksichtigt. Es existiert kein richtiges ‚Role Model‘ für Tweek. Was wir machen, ist neu und einzigartig.“