Warum Spreadshirt (k)ein Web-2.0-Unternehmen ist
Heute wird ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet: Was macht Spreadshirt eigentlich zu einem Web-2.0-Unternehmen? Die Antwort ist ganz einfach (Trrrromellwirrrrbellll): Wir haben als erste ganz laut ‘hier!’ geschrien, als sich abzeichnete, dass auch der deutsche Markt reif für das Label ist. Deswegen sind wir Web2.0. Und nur deswegen. Hmmm. Was ist das eigentlich?
Es gibt viele Definitionen, zum Beispiel bei O’Reilly oder Wikipedia. Letztlich ist es aber nur ein Modewort, ein Marketingschlagwort, welches zusammenfasst, dass sich etwas in den Köpfen der Menschen verändert hat: Nach dem Platzen der Blase hatte das Internet einen schlechten Ruf. Das Web, Internet, WWW, Netz galt als Geldvernichtungsmaschine, unseriös, und es stand für enttäuschte Erwartungen. Multimedia, E-Commerce, New Economy, StartUp, etc. – alles war in Verruf geraten.
Obwohl sich nach dem Platzen der Blase grundlegend ja eigentlich wenig geändert hatte, es stetig voran ging, interessante Anwendungen entstanden, die Nutzerzahlen und Verweildauer stetig stiegen, etc.
Doch das Netz hatte sich seinen Ruf verdorben, zu unrecht. Um es wieder zu rehabilitieren, musste ein neuer Begriff her. Etwas kurzes, einprägsames. Etwas, was für eine ganze Menge steht. Etwas, womit sich jeder identifizieren kann. Ausreichend diffus also. Das ist mit dem Begriff Web2.0 denke ich ganz hervorragend gelungen.
Dies vorausgeschickt möchte ich eine sinnvolle Definition versuchen, was ein Web2.0 Unternehmen ist: Ein Web2.0 Unternehmen ist ein im wesentlich internetbasiertes Unternehmen, welches in oder nach dieser Rehabilitationsphase entstanden ist. Jedes neu entstehende Internetunternhemen wird so lange Web2.0 sein, bis ein neues, starkes Paradigma eine neue Ära einleitet und wieder eigene Begriffe mit sich bringt. Also nix user generated content etc. – das gab es doch schon lange und immer. Früher hiess es eben private Homepage und ein Weblog ist letztlich nichts anderes als eine Unteranwendung. Früher hiess es Community oder Forum oder Chat – heute Social Net.
Ihr ahnt es schon. Unter dieser – doch hoffentlich plausiblen? – Definition ist Spreadshirt nicht Web2.0. und eigentlich war das immer schon klar.
Warum werden wir dann als Web2.0 wahrgenommen?
Als Unternehmen lebt man zu einem gewissen Grad von Aufmerksamkeit. Diese kann man auf diverse Art und Weise erlangen. z.B. in dem man ein attraktives Produkt anbietet, welches sich rumspricht. Oder indem man für Suchergebnisse zahlt, für Banner, für Affiliates, für Fernsehwerbung, oder eben PR. Ein gut geführtes Unternehmen wird seine Priorität auf ein attraktives Produkt legen und versuchen, möglichst viele der anderen Kanäle ‘mitzunehmen’. Ähm, ok, ich werde gleich implizieren, dass Spreadshirt ein gut geführtes Unternehmen ist, man verzeihe mir das und nehme gleich war: Wir kochen mit (heißem) Wasser und haben uns schon so den einen oder anderen Fauxpas geleistet… wie auch immer, wer wird uns verübeln, dass wir die Chance ergriffen, uns selber schnell als Web2.0 zu labeln und ein wenig kostenlose Publicity mitzunehmen, als sich die Gelegenheit auf dem Präsentierteller darbot? Ich hoffe, man sieht es uns nach.
Wie war das eigentlich mit dem Präsentierteller? Also, in den USA war der Begriff Web2.0 schon wesentlich länger unterwegs. Ich denke, Ende 04 oder Anfang 05. Da wir mit Spreadshirt in den US präsent waren, war uns dies entsprechend bekannt. Und es war klar, dass die Zeit in D. dafür auch bald reif sein würde. Schließlich sammelten wir Anfang ’06 fleißig unsere ersten User für das VZ und ärgerten uns, dass uns niemand in seine Videoplattform investieren ließ, obwohl wir das Thema doch so gerne mit besetzt hätten.
Wie auch immer, irgendwann einmal im März oder April 2006 war ich bei der Zeitschrift ‘Karriere‘ zu Gast. Es war ein PR Gespräch ohne besonderen Grund, welches mir unsere damalige PR Agentur (Faktor3) besorgt hatte. Leicht übernächstigt habe ich Peter mindestens eine Stunde Lang begeistert über mit Web2.0, ähm, zugetextet. Peter brachte es in die Karriere Redaktionskonferenz. Nicht sehr viel lange später war es eine Titelstory, in welcher ich als die Ikone des Web2.0 (oder so ähnlich) bezeichnet wurde. Juhuu. Meines Wissens war das auch die erste Titelstory einer größeren deutschen Zeitschrift zum Thema web2.0. Ziemlich gut getimed, denn kurze Zeit später war der SinnerSchrader Kongress und das Thema erhielt immer mehr Aufmerksamkeit. Platt ausgedrückt schreiben Journalisten zwar vielleicht nicht voneinander ab, aber eben voneinander um (wer will es ihnen verübeln? Bei entsprechendem Kostendruck muss man eben effizient recherchieren…). Und einmal im Sog, gibt es kein Entrinnen…
Heute ist die erste Pressewelle durch, den Artikel hier lesen sowieso nur Insider, und ich kann es getrost zugeben: Spreadshirt ist kein Web-2.0-Unternehmen. Sorry, ich hoffe, niemand ist allzu sehr enttäuscht und daß der Service euch trotzdem gefällt und ihr stolz auf euren Spreadshop und eure Produkte seid. Einer der Xing Gründer hatte recht, als er im Rahmen eines HHL Forschungsprojektes verlautbarte: ‘Wie, die [Spreadshirt] sollen web2.0 sein? Dass ist doch eine T-Shirt Bude’. Ja, wir sind eine T-Shirt Bude! Und stolz darauf. Halt, ein Schritt zurück, nicht eine T-Shirt Bude sondern DIE T-Shirt Bude, soviel Selbstvertrauen muss sein :)
Und in der Taxonomie des Webs? Ich würde uns einfach mal als Web1.5 bezeichnen. Oder besser noch, da selbst geprägt: Post-Bubble. Englisch gelesen. Ein Unternehmen der Post-Bubble-Ära. Ein Post-Bubble-Pioneer. Unsere Kameraden: GameDuell, Xing, Parship, Be2, zanox, vielleicht auch sedo, hotel.de, etc. usw. – alle, nach 2000 entstanden aber vor 2005. Aus den Trümmern der Blase stiegen sie empor…
Um die Taxonomie perfekt zu machen, dürfen auch folgende Unternehmen nicht fehlen. Mehr oder weniger im Stillen sind sie extrem erfolgreich. pets.com. mytoys.de. ciao.com. mobile.de. affili.net. tipp24.de. ecircle.de. firstgate.de. Die Scoutgruppe. uvm. Das sind die Bubble Survivors. Sie können stolz sein, denn nur die stärksten überleben.
Und jetzt dann eben web2.0. StudiVZ, Myvideo, Qype, Vollgesund, autoki, Plazes, Sevenload, ormigo, DaWanda, webnews, amiando. Schaut mal auf die Liste bei live hackr. Das Web2.0 hat auch eine Blase2.0. Bubble2.0. Dazu demnächst mehr, aber schon mal merken: Obacht geben!

[...] … Spreadshirt ist kein Web 2.0! Die Exklusiv-Story gibt’s bei Gründerszene. [...]
Die Bubble Shirts können alles ;-)
Eine ordentliche Portion Selbstironie ohne zu sehr mit der Tür in’s Haus zu fallen. Gute Idee!
Und Du bist doch zweinull: Du warst der erste Unternehmer der auf seinem Blog, einen Redakteur, der ihn interviewen wollte, gefilmt und zurück interviewt hat. Für die Redakteure, war’s ein Schock, für mich ein Lehr-Stück in Sachen 2.0.
Aber wenn Du darauf bestehst, nehm ich Dich gern raus aus der mühsam erstellten Liste. Da freut sich der Platz 26, der dann nachrücken darf und den ich hier nicht verrate. ;-)
Alles wahr und gut :)
aber pets.com würde ich eigentlich nicht als bubble survivor bezeichnen, nach der Liquidation wurde sogar die Sockenpuppe verkauft…
Web2.0 beschreibt im Endeffekt nur den 2ten Abschnitt eines E-Business-Hype-Cycles, der in die nächste Runde gestartet ist, daher kann ich die Argumentation von Lukasz nachvollziehen. Die Phase der Firmenpleiten bzw. der Selektion und der Rationalisierung wird auch noch kommen. Die Frage ist nur wann und wie es anfangt. Aber diesmal werden wohl nicht die Klein-Aktionäre es ausbaden müssen (höchstens die von XING, ;) ), sondern die VCs.
Danach wird es wieder einen neuen Hype geben, aber dann bitte nicht unter dem Namen Web3.0.
Das Kind brauch doch einen guten Namen :-)
Ist doch immer dasselbe: Sobald etwas komplexer wird, schreit alles nach Vereinfachung. Daraus werden dann Begriffe geboren. Und um es noch einfacher zu machen, werden Menschen, Unternehmen, Ideen, Technologien, Geschäftsmodelle uvm. in den Rucksack dieses armen Schlagwortes gestopft. Auf dass es den Redaktionen wieder neues “einfach verdauliches” Futter gibt. Auf dass die eigene Vertriebsmannschaft ihren Kunden alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen kann. Ich erlebe es leider Tag für Tag bei einem Dickhäuter der IT-Branche, der sich permanent im Begriffe-Gebärmodus befindet. Wie auch immer: Die Substanz zählt. Und die ist bei Spreadshirt aus meiner Sicht in jedem Fall gegeben. Egal ob Web zwonull oder siebenundvierzigelf. Nur nullachtfuffzehn sollte es nicht sein. Viele Grüße nach Leipzig aus München!
Schöne Sache, wäre ja auch zu blöd wenn dir jemand zuvor gekommen wäre. ;)
Was mich stört sind diese leicht klebrigen Promoversuche für “deine neuen” autoki und volldaneben … tsts … muss das den sein?
Warum muss man nur immer allem ein Label geben? Web 2.0, Web 1.0, am absurdesten wird es, wenn jemand etwas “webzwonullig” findet. Können wir nicht sagen, dass Spreadshirt (DIE) T-Shirt-Bude ist und Xing ein Kontaktnetz und StudiVZ ein Studinetz und, dass es inzwischen mehr Kontaktnetze als früher gibt aber auch, dass das gesamte Internet vor langer Zeit mal dafür gemacht wurde, ein großes Kontaktnetz zu sein?
Lukasz sagt ja auch, was Web 2.0 eigentlich ist: Eine tolle Möglichkeit, Marketing zu betreiben.
Selbstkritischer Nachtrag: Und für die Medien (natürlich) ist der Begriff eine super Gelegenheit einen Trend hochzuschreiben…
DIE t-shirt Bude :-) Witziger Nähkästchen-Essay!
Spread2.0 – or not?…
Ein (mehr oder weniger regelmäßig geführtes, errm) Corporate Blog haben wir zwar erst seit Juli 2006. Trotzdem werden wir häufig in die Schublade 2.0 gepackt. Woran das liegt……
Das ist ja ein Xing-Ding! ;)
“Jedem sein Büdchen!” – Mit dieser Spreadologie seid ihr doch zur Mutter aller Tshirt-Buden geworden!
Die Idee von Spreadshirt ist absolut genial. Ob nun Web 2.0 oder nicht – ich bin von der Idee und Umsetzung absolut begeistert.
web 2.1 draus –bitte jetzt updaten!! web 2.1 ist voll abwärtskompatibel zu web 2.0 und web 1.5 die entwickler empfählen die neue version schon für den produktiven einsatz, doch wolle man die älteren versionen weiterhin pflegen, desweiteren arbeiten die entwickler jetzt schon an der nächsten version, und man sei voll im selbstgesetzten zeitplan.
egal was sich hinter web 2.0 für jeden einzelnes bedeutet, ist es doch alter wein in neuen schleuchen. die ideen gabe es schon in der ersten blase und die zugrundeliegende technik ist jetzt auch nix neues.
Kann Iwo nur Recht geben. Die Substanz zählt. Daneben muss ich zugeben, dass ich unter dem Begriff Web 2.0 eher das Social AAL Prinzip verstanden habe.
Insofern hab ich da etwas dazu gelernt. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die einschlägigen VCler nur auf die Worte social xxx und ganz im Gegensatz zu dem was im Artikel steht auch auf den Begriff Web 2.0 schielen. Sinnvoll oder nicht.
Unsere Idee, wie sie auch zu Web 1.0 Zeiten entstanden wäre wurde bisher immer nur abgebügelt. Vielmehr wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es bei unserem Geschäftsmodell an der Erstellung einer Identität des Nutzers wie in einem social network fehlt. Daher nur bedingt interessant wäre.
Der Begriff Web 2.0 ist daher auch für mich inzwischen negativ behaftet. Iwo spricht mir aus dem Herzen, es kann nur ein in seiner Substanz durchdachtes und zukunftsträchtiges Geschäftsmodell auf Dauer erfolgreich sein.
Vielleicht steht die nächste Korrektur, wenn auch nur für VC´s, bald vor der Tür. Dann werden vielleicht auch die VC´s vor lauter Betriebsblindheit sich wieder darauf besinnen, dass man im Internet auch nur Geld verdient, wenn man etwas verdient bzw. jemand für etwas zahlt. Spreadshirt ist ein perfektes Beispiel.
Um in der Diskussion einmal etwas weiterzugehen. Auch die Begriffe social irgendwas können doch kaum noch ein Indiz für ein erfolgreiches Geschäftsmodell sein, mir erscheint es jedoch, dass für nichts anderes die Ohren für Geldgeber offenstehen. Wir haben mehrere Ideen, doch keine kann unter social irgendwas subsumiert werden, Und so laufen wir seit Monaten von Pontius zu Pilatus ohne ein Ergebnis bzw. bekommen die o.g. Tipps das Ganze mit ein bißchen Community oder social irgendwas aufzupolieren.
Sicherlich klingt dies jetzt etwas desillusioniert und anklagend, was es auch ist, aber es liegt auch ein tieferer Sinn in dem Statement.
@ivo: vielen dank!
@roy: nicht verzagen, ich denke, den richtig guten VC’s und angels ist es inzwischen langsam lieber, wenn etwas ohne “social” daherkommt…
Finde ich gut, dass ihr das zugebt. Ich hab meinen Spreadshirt-Shop seit x-Jahren, lange bevor es Web2.0 gab. Mir war es immer ein Rätsel, warum die Presse jetzt erst Spreadshirt entdeckt hat und hyped.
Die Idee mit der Trennung in “vor der Blase” und “nach der Blase” ist originell und passt zeitlich ja auch gut zu O’Reilly.
Allerdings steckt hinter Web 2.0 nach meiner Auffassung schon mehr Substanz. Im Kern nämlich das Plattformprinzip, demzufolge nicht nur YouTube (nach der Blase) sonder aucn eBay (vor der Blase) dazugehören.
Nur dass sich dieser Plattformgedanke eben erst in den letzten Jahren so richtig durchgesetzt hat, als auch die technische Basis (Breitbandanschlüsse) allmählich deutlich besser wurde.
Interessant wäre ein Vergleich zwischen Spreadshirt und Threadless: Die amerikanische T-Shirt-Bude ist ein echtes Web 2.0 Unternehmen insofern, als die User dort die Aufdrucke selbst vorschlagen und als Community auch darüber abstimmen. Was viel Zustimmung findet, wird schließlich von Threadless produziert.
Und Spreadshirt? Jeder kann Motive oder Logos vorschlagen und produziert wird am Ende das, was tatsächlich bestellt wird, oder?
Das ist zwar nicht ganz so idealtypisch wie bei Threadless, aber in meinen Augen ist schon irgendwie Web 2.0 ;-)
nun frage ich mich ja, ob das masche ist um die vielen kleinen aufstrebenden konkurrenten davon abzuhalten auch ins mass customised druck business einzusteigen, im rahmen des web 2.0 zuges. wenn man sich eure trafficzahlen im Vergleich zum Vorjahr anschaut, dann sieht das ja so aus als wäre das eine stagnierende (rückläufige?) Tendenz zu sehen:
http://www.statsaholic.com/spreadshirt.com
http://www.statsaholic.com/spreadshirt.net
Beissen da die Web 2.0 Konkurrenten ein “Stück” ab? Oder ist die Fahnenstange schon erreicht?
Good read Kollege.
Und in Sachen Bubble 2.0. Youtube Deal im vgl. zu manch Geocities, Netscape oder Broadcast.com Deal noch absolut im Rahmen ;-)
micha: nope, ist keine solche masche. wenn es ein solcher versuch wäre, naja, das wär’ schon sehr naiv.
wie auch immer, wegen alexoholic: die sachen sind immer etwas biased towards early adopters. d.h. wir wachsen schon noch weiter kräftig, allerdings wird es bei der derzeitigen größe inzwischen schwierig, sich jährlich zu verdoppeln… wir versuchen es aber zumindst (naja, nicht ganz, ziel ist 80% / Jahr über die nächsten drei Jahre, was auch schon tough ist).
@matthias: ja, threadless ist unter den gängigen definitionen sicher etwas mehr web2.0… check auch mal http://www.lafraise.com, die europäische bzw. französische antwort darauf (haben wir letztes Jahr gekauft).
vollgesund ist jetzt übrigens imedo…
[...] Warum Spreadshirt (k)ein Web-2.0-Unternehmen ist könnt ihr auf Gründerszene nachlesen. yigg_url = ‘http://www.ixpro.de/blog/2007/05/14/warum-spreadshirt-kein-web-20-unternehmen-ist/’; [...]
Lukasz, ich will kein Spielverderber sein, aber da muss ich Dir widersprechen. Spreadshirt ist WEB 2.0. Wenn es etwas gibt was WEB 2.0 definiert, dann sind es die von O’Reilly verfassten Schlüsselprinzipien
http://www.oreilly.de/artikel/web20.html#designpatterns (auch wenn diese erst 2004 zwei Jahre nach Deinem Startup erfunden wurden), die eindeutig mit dem Unternehmenskonzept von Spreadshirt übereinstimmen: (1) The Long Tail : Eine neue Art des Marktplazes, ohne physische Vorhaltungskosten können Millionen von Nischenprodukten einer weltweiten Nutzerzahl angeboten werden und so eine theoretisch endlose Nachfrage auslösen sprd.net: endlose Shopanzahl, endlose Motivzahl je Shop – wie groß unser Longtail ist, weißt Du doch am Besten ;-)
(2) Data is the next Intel Inside: Daten und Inhalte bestimmen den Wert der Anwendungen und sind wichtiger als das Aussehen der Programme – sprd.net: auch wenn die neue Shopvorlage schnuckelig aussieht, viel wichtiger ist doch was man damit machen kann
(3) Users add value: Das “Mitmach-Internet†Nutzer erschaffen Inhalte und Werte der Netzwerke und Anwendungen sprd.net: die Shoppartner fügen Inhalte (Designs) hinzu und schaffen damit den Wert des Merchandisings
(4) Network effects by default: Netzwerkeffekte für virales Marketing sind voreingestellt
sprd.net: in allen Basic-Shops sind die kleinen “powered by Spreadshirt” Buttons, wenn das kein voreingestellter Netzwerkeffekt ist…?
(5) Some rights reserved: Einige Rechte bleiben exklusiv sprd.net: unseren Designer kriegen nur ausgesuchte Partner und das bedrucken von den Shirts machen wir bitteschön auch selbst
(6) The perpetual Beta: Das Ende des klassischen Softwarelebenszyklus: Nutzer testen und verbessern Software im ständigem Beta-Stadium sprd.net: mit besser@spreadshirt.net, dem Developer-Forum und einem dutzend weiterer “Verbesserungsforschlagstools” wird das System doch fortwährend verbessert…wenn dass kein perpetual Beta ist?
(7) Cooperate, Don‘t Control: Kooperieren, nicht kontrollieren: Demokratisierung des Internets und der Produktionsmittel, sprd.net: allein der Begriff Shoppartner und die kooperative Leistungserstellung sind hier bezeichnend
(8) Software above the Level of a single device: Die Software geht über einen einzelnen Verwendungszweck hinaus, Komponenten von verschiedene Entwicklern werden beliebig miteinander kombiniert
Uuups, hier hast Du recht! Spreadshirt ist doch kein WEB 2.0! Wir wollen wirklich nur T-Shirts individualisieren und keine personalisierten Fliesen, Tapeten, Gummistiefel, Fahrräder. OK, der altkluge besserwisserische Diplomand gibt sich geschlagen und verdrückt sich wieder in die Deutsche Bücherei.
Grüße
Matze
Okay, wenn der Chef sagt Spreadshirt ist nicht 2.0., dann ist es nicht 2.0, basta. Die Argumentation warum nicht, würde ich allerdings anders gestalten:
[...] Eigentlich gehts in dem Artikel darum, dass Spreadshirt kein Web 2.0 Unternehmen ist. Mag sein, mich hats nicht sonderlich interessiert, nachdem ich diese Babys – das, das, das (!) und das – gesehen habe. Will eins, werde auch gern beschenkt, übrigens … [...]
[...] Aus diesem Blickwinkel wurde dann auch das Web 2.0 nur oberflächlich in Augenschein genommen. In der Tat kam das Web 2.0 mit seinen “Internet-Tagebüchern“, Social Communities (MySpace, Flickr, YouTube…) und “T-Shirt-Buden” (Spreadshirt und Threadless) bis heute eigentlich sehr trendig, jugendlich und ohne scheinbaren Bezug zu “ernsthaften” Branchen wie etwa der Investitionsgüterindustrie daher. [...]
[...] Gründerstimmung 2.0: Überall in der Republik enstehen neue (Internet)-StartUps, vorzugsweise mit “Web2.0″-Label. Während noch vor einigen Jahren angesichts des widrigen Umfelds und der schlechten Stimmung nur wenige “Post-Bubble-Pioniere” wie XING und Spreadshirt gegründet wurden, wetteifern heutzutage zahlreiche Konkurrenten um die selben neuen Geschäftsideen. Die Stimmung ist trotzdem (oder gerade deshalb?) so gut wie seit dem Ende der New-Economy nicht mehr. Thomas Kuwatsch von Autoki, bringt es auf den Punkt: “In den letzten Jahren haben die Leute nur von Ihren Ideen erzählt – jetzt werden die Konzepte auch umgesetzt.” Fraglich ist aber ob die gute Stimmung nur eine irrationale Gefühlslage ist, oder auf handfesten wirtschaftlichen Chancen beruht. Anhaltspunkte hierfür lassen sich gewinnen, indem man die Gründe für den neuen Boom von (E)-Entrepreneurship analysiert: [...]
[...] Amüsant zum Thema Bubble 2.0. Nach dem Einstampfen des ersten Woot Konzepts Cyberport24 gibt jetzt der erste von vielen Twitter Clonen auf: Dukudu. Gewählt wird der in Mode kommende eBay Exit: Auktion [...]
Auch wenn Spreadshirt jetzt nicht Web 2.0 sein sollte, so ist es ein innovatives und nettes Unternehmen. Zumindest laut einem Bericht von einer Jobmesse …
[...] Richtig. Der Mass-Customization Laden im Internet, der wie Lukasz schon meinte kein typisches Web 2.0 Unternehmen ist, aber trotzdem oder gerade deshalb eine sehr beachtliche Entwicklung hingelegt hat. [...]
Ich denke auch, die Diskussion ist hinfällig – die Idee ist geil und sehr gut umgesetzt und könnte die Basis fürs Web 3.0 bilden ;-)
[...] Außerdem ist der Begriff Web 2.0 viel zu schwammig, um damit das Zielportfolio zu definieren. An vielen Stellen wird Web 2.0 eher als zeitliche Einordnung und nicht als Deskription für eine Portalart gesehen. Dem möchte ich mich anschließen. Und auch Jens will offenbar nicht alles vermarkten, was “web 2.0ig” ist. Müßig zu erwähnen, daß das “2.0″ eine Modeerscheinung ist und wohl – wie damals die “2000″ – aus vielen Firmennamen wieder verschwinden wird. [...]
Kann man mit Spreadshirt seinen Lebensunterhalt bestreiten ??
Ich meine ja wenn man das richtige Publikum auf seine Website locken kann.
Viel Erfolg wünscht Hans.
Es ist nun Oktoberfest angesagt und da braucht man die fetzigsten Tshirts für 2008.
Schaut doch mal vorbei und macht ein geiles Shirt.
gruss Karl
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