Wimdu, Airbnb, 9Flats

Nachdem bereits Stephan Uhrenbacher mit 9flats einen Klon des 2008 gegründeten Airbnb (www.airbnb.com) lanciert hat, ziehen nun auch die Samwer-Brüder nach und gründen mit Wimdu (www.wimdu.com) ein entsprechendes Pendant. Das Unternehmen ist in China gemeldet, hat seinen Sitz aber anscheinend in Berlin.

Wimdu kopiert Airbnb

Das Konzept von Wimdu ist denkbar einfach: Nutzer können bei Wimdu ihre Wohnung einstellen und anderen Nutzern gegen einen kleinen Betrag zur Untermiete anbieten. Besonders für Reisende kann dieser Ansatz wesentlich günstiger als eine Hotelbuchung werden und Besitzer einer Wohnung können sich auf die Schnelle etwas dazu verdienen – ein gewisses Grundvertrauen vorausgesetzt. Wimdu verdient durch eine Provision mit.

Auf diese Weise will Wimdu den Wohnungsmarkt revolutionieren, ebenso wie Stephan Uhrenbachers Ansatz 9Flats (www.9flats.com), der schon im letzten Monat live ging und de facto dasselbe Prinzip umsetzt. Vorbild dieses Konzepts ist das im August 2008 in San Francisco gegründete Airbnb, das es laut eigenen Angaben auf Angebote in 160 Ländern und 800 Städten bringt. Es überrascht nahezu etwas, dass der Ansatz von Airbnb erst jetzt in Deutschland nachgeahmt wird, ist das marktplatzartige Vermittlungskonzept doch verhältnismäßig leicht umzusetzen.

Wie so oft wurde sich nun also teilweise großzügig am Vorbild Airbnb orientiert, vor allem optisch. Ähnliche Ansätze bieten bis dato auch schon Hospitality Club (www.hospitalityclub.org) oder Couchsurfing (www.couchsurfing.org), mit dem Unterschied, dass diese komplett kostenlos sind – aber bei weitem auch nicht so professionell wie Airbnb und seine Ableger.

Inhaltlich haben sich beide deutschen Unternehmen bei der Umsetzung dieses Ansatzes dem bekannten Henne-Ei-Problem von Content-Marktplätzen zu stellen: Ohne Wohnungen keine Nachfrager, aber ohne Nachfrager keine Wohnungen. In Rocket-Manier darf bei Wimdu also mit entsprechenden SEO-Aktivitäten gerechnet werden, während gleichzeitig auch SEM als Kanal zur Nutzergewinnung in Frage kommen könnte. Je nachdem, wieviel das Projekt abwirft, dürfte auch mit Fernsehwerbung zu rechnen sein, um entsprechende Nutzer auf das Portal aufmerksam zu machen.

Wimdu startet anscheinend international

Ein Blick in das Impressum von Wimdu verrät, dass sich hinter dem StartUp mit dem asiatisch anmutenden Namen auch eine Gesellschaft in Peking verbirgt, es ist also wahrscheinlich, dass Wimdu von vornherein international angelegt wird und in die Asien-Expansion von Rocket Internet (www.rocket-internet.de) passt. Glaubt man Bianca Jacobis freundlichem Hinweis, versteckt sich hinter Wimdu in einem Beteiligungskonstrukt die Jade 1091. GmbH – eine Vorratsgesellschaft, an deren Ende sich derzeit nur zwei Anwältinnen als Gesellschafter wiederfinden lassen.

Es ist also durchaus gut denkbar, dass die Samwers wie auch bei Glossybox (www.glossybox.de) – welches zum Launch ebenfalls in mehreren Nationen aktiv war – eine von vornherein europaweite Expansion von Wimdu andenken – und womöglich sogar darüber hinaus (Stichwort Asien-Aktivitäten). Je nach Geschäftsmodell kann dies damit zusammenhängen, dass sich bestimmte Ansätze erst mit großer Masse schnell rechnen. Und auch wenn Stephan Uhrenbacher mit Qype (www.qype.com) ja bewiesen hat, dass ihm nutzergenerierte Inhalte liegen, dürften es angesichts dieser Konkurrenz und eines Airbnbs, das ebenfalls bereits auf deutsch verfügbar ist, ein paar spannende Monate werden.

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