Es überrascht angesichts des rapiden Wachstums der Unterkunftsvermittlung Wimdu (www.wimdu.com) wohl nur bedingt und dennoch ist es eine unschöne Nachricht, die dieser Tage die Gründerszene-Redaktion erreichte: Wie auch schon das damals rasant gewachsene Groupon CityDeal (Gründerszene berichtete über die Massenentlassungen) war nun auch Wimdu gezwungen, zahlreiche Mitarbeiter zu entlassen. Im Gegensatz zu Groupon CityDeal, das nach der Übernahme durch Groupon wohl auf die Kostenbremse drücken musste, befindet sich Wimdu jedoch mitten in der Wachstumsphase und war anscheinend aufgrund von Missmanagement und unerwarteter Geschäftsentwicklung zu den Entlassungen gezwungen.
Rund 50 Mitarbeiter mussten bei Wimdu gehen
Wimdus umfangreiche Entlassungen dürften vor allem dem rasanten Wachstum des Unternehmens geschuldet sein, welches in kaum einem Vierteljahr auf 400 Mitarbeiter (!) angewachsen ist. Dass Qualität und Prozessentwicklung da leicht auf der Strecke bleiben, liegt nahe. Fast möchte man sagen, dass entsprechende Maßnahmen früher oder später sogar zu erwarten waren, kann ein so rasantes Wachstum doch ebenso schnell in ein Hire-and-Fire münden.
So mussten also auch bei Wimdu zahlreiche Mitarbeiter gehen oder sich in andere Rocket-Unternehmen umverteilen lassen. Die genaue Anzahl der Entlassungen variiert dabei je nach Befragtem: Während ein anonymer Hinweis gegenüber Gründerszene von 130 Entlassungen der 200 Mitarbeiter am deutschen Standort spricht – eine doch eher unwahrscheinlich hohe Zahl, die auch Studenten und Praktikanten berücksichtigen könnte –, heißt es aus unternehmensnahen Kreisen, das wohl rund 50 Mitarbeiter ihren Hut nehmen mussten.
Auf Anfrage von Gründerszene versicherte Wimdu-Geschäftsführer Arne Bleckwenn, dass sich die Entlassungen nicht im dreistelligen Bereich bewegten, sondern dass vielmehr von rund 45 gekündigten Mitarbeitern ausgegangen werden könne – etwa 25 davon in Deutschland. Vor allem hätten diese Entlassungen bereits im Juli stattgefunden und seien seit längerem abgeschlossen.
Warum Wimdu so viele Leute entließ
Vor allem das Thema Kostensenkung soll Ursache für diese Entlassungswelle bei Wimdu gewesen sein, während die Geschäftsentwicklung womöglich auch nicht wie erwartet vonstatten ging – anscheinend präsentiert sich das Geschäftsmodell als schwieriger bzw. zeitintensiver als gedacht. Und sicherlich spielte hier auch der harte Wettbewerb mit den Konkurrenten Airbnb (www.airbnb.de) und 9flats (www.9flats.com) eine Rolle, die sich in ihrem Bestreben nun bestätigt sehen dürften. Insbesondere Airbnb drückt auf die PR-Tube und verkündet ein Wachstumsprojekt nach dem anderen.
Arne Bleckwenn begründet die Entlassungen der Berliner primär mit einem zu schnellen Wachstum, was angesichts einer Größenordnung von 400 Mitarbeitern in 14 Büros auch durchaus plausibel scheint. Im Falle von Wimdu kann wohl kaum von organischem Startup-Wachstum gesprochen werden und neben Gesundungsprozessen, die so im Zeitraffer ablaufen, dürfte auch die Personalauswahl weniger fundiert gewesen sein, sodass ein qualitatives Aussortieren nahe liegt.
Glaubt man unternehmensnahen Quellen, sollen die Entlassungen auch einem gewissen Mismanagement zuzuordnen sein. Obwohl bereits einige der Mitarbeiter umverteilt wurden, hätten womöglich mehr Wimdu-Abgänger im Rocket-Umfeld untergebracht werden und auch der personelle Aufbau im Vorfeld nachhaltiger erfolgen können.
Ähnlich wie Groupon CityDeal (www.groupon.de) im Juli 2010 hat womöglich also auch Wimdu nicht gerade moralisches Feingefühl bei seinem Abbau-Prozess bewiesen, was kein gutes Licht auf das Management wirft. Dieses sieht das jedoch anders. Arne Bleckwenn verweist darauf, von den 25 deutschen Entlassenen bereits 16 in neue Jobs bei Rocket Internet vermittelt zu haben.


Der Screenshot ist ja mal geil! Hätte ich fast übersehen.
Ich würde mir sehr wünschen, dass das Original diesen Wettbewerb gewinnt.
Ich finde den Namen Wimdu auch alles andere als gut. 9flats und Airbnb sind phonetisch unhandlicher, bleiben aber einfach besser hängen. Wimdu ist zu beliebig.
Der Screenshot ist wirklich super. War doch klar, dass auf Dauer ein so agressives Wachstum nie gut geht. Auch nicht mit angeblich 90 Millionen Kapital. Aber immer das gleiche hauptsache alles schnell und wenn die Umsätze dann doch nicht reichen, tritt man die Notbremse.
Ich halte von gesundem Wachstum eindeutig mehr.
Ja, der Screenshot ist klasse! Sebastian stimme ich aber auch zu mit dem Namen… für 1 Mio. würde ich mich von bed4u.de trennen – lol :)
Würd mal wissen, wieviel Praktikantenanteil die haben?
30 % :D
Bei dieser Firma wird mir schwindelig vom vielen Kopfschütteln.
Bei 9flats wurden diese Woche auch 20 Leute entlassen. Das ist ja ungefähr der gleiche Prozentsatz. Ob da ähnliche Gründe vorliegen?
@BingoJoe
Würd mal wissen, wo du Deutsch gelernt hast?
Gar nicht :D
@Jamia: Hast Du da mehr Informationen? Gerne auch anonym an leaks@gruenderszene.de
Bisschen zu dreckig was da passiert. Sollte sich alle mal merken. Da geht es auch bisschen um verantwortung. Kohle sollte nicht alles sein. Scheint in D aber mittlerweile alles zu sein. Erinnert an China. Was ich nicht verstehe 90 mill kapital, und dann stelle ich nur praktis ein? Was soll das denn? Die zahlen sind ja nicht zu glauben. 400 mitarbeiter verdienen 3k im monat im schnitt. Wird weniger sein, aber die devs ziehen es wieder nach oben. Sind 1.2 mill im monat, sonstiges, bueros etc. Macht 2 mill. Sind 24 jahr, da habe ich ja 4 jahre zum entwickelen. Nochmal 1 mill werbung im monat? Dann habe ich nur kohle fuer 2 1/2 jahre. Dann muss es so laufen dass die kohle nachha
Tig reinkommt
>Dann muss es so laufen dass die kohle nachha
>Tig reinkommt
Wie viele Samwer-Startups kennst Du denn, wo “die Kohle nachhaltig reinkommt”?
@Felix:
Rechtschreibflames sind sowas von out.
@Joel: Weißt du, ob die Leute noch in der Probezeit waren?
Bei der “Raketen”-Geschwindigkeit der Gründungen ist das doch ein schönes&flexibles Modell: Hunderte Leute rein, innert 6 (Probezeit!) Monaten checken ob der Case läuft, ansonsten kurz vorher den Stecker ziehen.
Wer sich auf den Pakt mit dem Teufel einlässt, sollte eben möglichst weit oben in der Pyramide stehen.
@Sebastian (Wikipedia):
Das Geschäftsmodell ist Company building and selling – in sich ist das schon logisch. Das weiß doch jeder Profi auch. Habe mich Anfang des Jahres auf einer Party mal mit einem Investor unterhalten, der gerade auch in Group-Coupon-Shopping macht; als ich ihn nach der “sustainability” gefragt habe war das Gespräch ganz schnell zu Ende.
WAHNSINN, was da abgeht, erinnert doch auch stark an die aufgebauschte Geschichte um Lieferservice Portale wie lieferando und lieferheld. BLASE! und die Mitarbeiter zahlen die Zeche, die Geschäftsführer sich ein fettes Gehalt und irgendwann sind die Lichter wieder aus.
So ist das halt, wenn man zu schnell wächst und keine nachhaltige Firma aufbaut. Darunter leiden dann immer die Kleinen! Schade eigentlich.
Samwer-Brüder stehen doch seit Jamba für verantwortungslosen Kapitalismus in der StartUp-Ausführung. Das Ausbeuten meist unerfahrener Arbeitskräfte ist ein durchgängiges Muster. Schnell eine Scheinfirma hochziehen, an eine noch größere amerikanische Scheinfirma verkaufen.
“Missmanagement” ist auch irgendwie lieb ausgedrückt, die meisten der Pseudo-”Geschäftsführer” haben doch eh nix zu melden, sind einfach nur “Opfer auf höherem Niveau”.
Copycat-Ausbeuter, eigentlich müsste man denen mal en detail und mit Konsequenzen auf die Finger schauen. Sonst wird Wimdu nicht die letzte Meldung dieser Art bleiben.
[...] einer Größenordnung von 400 Mitarbeitern in 14 Büros auch durchaus plausibel scheint.» Hire and Fire? Wimdu mit Massenentlassungen FlattrFlattr hingegen sucht sein Heil in der Erweiterung der Flattrbarkeit von Dingen und [...]
wundert mich, dass Wimdu nicht aus den Groupon-Fehlern gelernt hat.
http://www.ft.com/cms/s/2/e8e04c40-ce3a-11e0-99ec-00144feabdc0.html?ftcamp=rss#axzz1WFoS8KVa
Kann ja noch verstehen, dass Rocket auf Kosten von Groupon diese wahnwitzige Expansion fährt, aber bei Wimdu steckt doch noch ein bißchen eigene Kohle drin, oder ist alles Kinnevik?
[...] müssen erstaunlicherweise auch rund 50 Mitarbeiter bei Wimdu, dem deutschen Klon des privaten Unterkunftsmarkts Airbnb. Das Unternehmen hatte innerhalb eines [...]
[...] de acht medewerkers van Wimdu uit Duistland kan zijn biezen pakken of heeft dat al gedaan. Naar nu blijkt vindt er een kostenbesparingsoperatie plaats die tevens de rotte plekken uit de organisatie moet [...]
[...] Wimdu Hire and Fire? Wimdu mit Massenentlassungen Es überrascht angesichts des rapiden Wachstums der Unterkunftsvermittlung Wimdu wohl nur bedingt und dennoch ist es eine unschöne Nachricht, die dieser Tage die Gründerszene-Redaktion erreichte: Wie auch schon das damals rasant gewachsene Groupon CityDeal war nun auch Wimdu gezwungen, zahlreiche Mitarbeiter zu entlassen. Gründerszene [...]
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[...] die Gewinnung von Kunden. Zuletzt beschäftigte 9flats.com rund 100 Mitarbeiter. Bei Wimdu mussten, wie die Kollegen von Gründerszene berichten, 45 von kolportierten 400 Mitarbeitern gehen. Der Rocket-Internet-Ableger will mit diesem Schritt [...]
@Tom: Wieso “daraus gelernt”? Ausser ein wenig negativer PR hat das doch bei Groupon wunderbar geklappt, aus Unternehmenssicht.
Sicherlich scheisse für die Leute, auch hier wieder, aber wer bei dem Geschäftsmodell hier an einen nachhaltigen, stetigen Erfolg glaubt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Wimdu, 9flats, und Airbnb ist alles ne einzige “greater fool”-Wette, die relativ dramatisch, recht bald als uninteressante Portale enden werden. 9flats ist vielleicht noch am nachhaltigsten geführt, aber auch auf Luftprognosen gebaut.
Gibt es heute eigentlich noch jemanden, der glaubt, dass Samwer-Firmen nachhaltig arbeiten oder fair zu ihren Angestellten sind? Schon die ganzen aufgeblasenen Firmen der Vergangenheit vergessen? Erst viel Hype, dann viel Geld reinstecken, dann verkaufen, bevor die Blase platzt. Und wenns nicht so schnell klappt, müssen die Leute eben einen Tag vor dem Ende der Probezeit raus. Ganz toll. Hut ab.
War das Geschäftsmodell von WIMDU nicht wie City Deal
1. nachbauen
2. Größe kommunizieren
3. Stärke kommunizieren
4. hoffen dass die irgendjemand wegen Punkt 2. und 3.einen kaufen
….
Es scheint aber so dass Nummer 4 in dieser Zeit nicht mehr klappt. Dazu kommt das Geschäftsmodell, welches nur auf dem Papier gut aussieht und dauerhaft nicht in der investierten Größenordnung klappen kann…dazu haben die Touristikkonzerne zu viele eigene Probleme.
Auch so: Die Probleme bei den Vermietern nehmen auch zu…
Ich denke ein signifikanter Teil der Angestellten weiss auf was er sich da einlässt…
Ich hoffe es zumindest, denn alles andere wäre doch ziemlich naiv. Da kann’s relativ steil nach oben gehen, oder eben flott wieder raus – ob die Vorteile die Nachteile aufwiegen, oder sogar mehr, hängt von der eigenen Risikobereitschaft ab. Und auch ein wenig von dem jeweiligen Samwer-Startup, denn wenn’s sich um nen “realistisches” Geschäftsmodell handelt, anders als bei Wimdu, dann ist’s auch nicht so ein Harakiri…
“Ich denke ein signifikanter Teil der Angestellten weiss auf was er sich da einlässt…”
naja, das gilt vielleicht für die WHU’ler oder Ex-Berater, die da mitmachen. Denke nicht, dass der Durchschnitts-Programierer/Grafiker/Absolvent weiss wie da der Hase laufen kann…
[...] auf Wimdu-Geschäftsführer Arne Bleckwenn am Freitag meldete, hat Wimdu bereits im Juli nach eigenen Angaben 45 Mitarbeiter entlassen, davon 25 in Deutschland. Wimdu-Sprecherin Nikola Günther bestätigte mir die Zahl gerade [...]
Mensch, das ist doch Jens Begemann auf dem Foto!! Was macht der denn beim Arbeitsamt? Ich dachte bei Wooga läufts ganz gut…. Hat Gründerszene da eine Entlassungswelle verpasst?
du kannst dort eine Festanstellung bekommen, wenn du mündlich was drauf hast ;P
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