Costa Rica digital

Führende Outsourcing-Location in Lateinamerika

Jeder, der hier in Deutschland von dem Land Costa Rica hört, denkt wohl zuallererst an Strand, Palmen, Urlaub, Erholung, Ökotourismus und viel Natur. Dafür ist die sogenannte Schweiz Mittelamerikas in der Zwischenzeit weltweit bekannt. Die Costa Ricaner oder auch „Ticos“ genannt, sind ein überaus zufriedenes Volk. So wundert es nicht, dass sie bereits zum zweiten Mal zum Land mit den glücklichsten Menschen der Welt ernannt worden sind.  Durch die stabile Demokratie und andere Faktoren gilt es als das sicherste Land in ganz Lateinamerika.

Sicherheit Index Lateinamerika

Was zumindest hier in Europa noch weitgehend unbekannt ist, ist die Tatsache, dass sich Costa Rica in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Outsourcing- und Offshoring-Standorte in Lateinamerika für Information Technology Services, sowie für High-Tech-Produkte entwickelt hat. San José als Hauptstadt ist bereits heute als Nummer eins im Outsourcing und Investment-Umfeld in Lateinamerika positioniert.

Weiterhin wissen die wenigsten, dass dieses verhältnismäßig kleine Land mit 4,7 Millionen Einwohnern und einer Fläche so groß wie Niedersachsen in der Zwischenzeit weltweit als Nummer vier bei HighTech-Exporten gelistet wird und beste Voraussetzungen für Investitionen seitens der Regierung geschaffen worden sind.

Durch überaus attraktive Standortvorteile haben sich in Costa Rica eine Vielzahl von Internet-Service-Anbietern und IT-Spezialisten angesiedelt, die als etablierter Outsourcing-Anbieter für amerikanische und kanadische Unternehmen arbeiten und ein weitreichendes Netzwerk in den gesamten nord-, mittel- und südamerikanischen Kontinent besitzen.

Knapp 60 Universitäten in Costa Rica

Konzerne wie Intel, HP oder auch Procter& Gamble verlegten bereits in den vergangenen Jahren ihre Standorte für Mittelamerika nach San José, um sich so bei gleichbleibendem Qualitätsanspruch, niedrigeren Lohnkosten und hohem Englischniveau in Lateinamerika zu positionieren, Global Service Center zu errichten, Research&Development-Projekte voranzutreiben, High-Tech-Produkte zu produzieren und weltweit zu exportieren.

Das Land gilt als eines der innovativsten Länder in Lateinamerika. Merkmale hierfür sind unter anderem die sehr enge Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Firmen oder auch die Qualität der R&D-Institutionen kombiniert mit entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen.

Lateinamerika Bildung

Seit Abschaffung der Armee im Jahr 1948 nutzt Costa Rica einen Großteil des dafür angelegten Budgets für die Weiterentwicklung des Ausbildungssektors, welcher ebenfalls als höchster in ganz Lateinamerika bekannt ist. Mit den fünf öffentlichen und 54 privaten Universitäten soll in den nächsten Jahren sichergestellt werden, dass sich die Zahl der Studienabgänger im Bereich Technologie und Wissenschaft mehr als verdoppelt und die Zahl der Master und PhD-Absolventen stetig zunimmt. Im gesamten IT-Service-Sektor ist bei einem Großteil der Firmen schon heute ein exzellentes Englischniveau vorzufinden.

Mobile Development & Digital Animation

Digitale Produkte und Services machen bereits 24 Prozent des gesamten Landesexportes aus. Mehr als die Hälfte der costa-ricanischen Internet-Firmen besitzen Standorte in mehreren Ländern Lateinamerikas, USA, Kanada und teilweise bereits auch in Europa, Asien und Afrika. Übergreifende standardisierte Entwicklungsprozesse – unabhängig von Zeitzonen und Ländergrenzen – sind damit selbstverständlich und werden mit den jeweiligen Kunden definiert und etabliert.

Besonders stark sind Firmen im Bereich Mobile und Web Development für alle gängigen Programmiersprachen und Betriebssysteme im Online-Umfeld positioniert. Hier gibt es eine Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Internet-Firmen, die sich im Raum San José angesiedelt haben und innovative Apps für Smartphones und Tablets als Outsourcing-Anbieter für verschiedene Branchen entwickeln.

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Digital Animation Services in 2D/3D oder E-Learning Anbieter werden aufgrund der exzellenten Qualität und überschaubarer Preise von Firmen wie Coca Cola, Walt Disney, Autokonzernen und anderen seit langer Zeit als etablierter Serviceprovider genutzt.

Startup-Mentalität auf dem Vormarsch

Im Bereich Online Marketing gibt es seit zwei bis drei Jahren einen starken Anstieg im Bereich SEO, SEM, Social Media, E-Mail Marketing, Display Ads, User Interface Design oder zunehmend auch Data Analysis. Lokales Online Marketing wird von Firmen vor Ort jedoch noch nicht in gleicher Intensität wie in Europa genutzt, sondern eher als Dienstleistung für Nordamerika angeboten beziehungsweise um ausländischen Firmen eine Präsenz im lateinamerikanischen Raum aufzubauen. Die Dynamik des Marktes unterscheidet sich von der in Europa und lokale Firmen sind zum Beispiel heutzutage (noch) nicht bereit, viel Budget in SEM-Spendings zu stecken.

Das Startup-Umfeld, wie wir es hier aus Deutschland und anderen europäischen Ländern kennen, in dem neue Geschäftsmodelle in kurzer Zeit wie Pilze aus dem Boden sprießen, gibt es in der Form noch nicht. Es wird sich aber über die nächsten Jahre hinweg stärker entwickeln. Einige Internet-Anbieter engagieren sich stark im IT-R&D-Umfeld für Sektoren wie Biotechnologie oder erneuerbare Energien in Zusammenarbeit mit Universitäten, um hier Firmen maßgerechte IT-Lösungen zur Verfügung zu stellen.

Im Februar diesen Jahres fand der erste E-Commerce Day in Costa Rica statt, auf dem Konzerne wie Visa im Bereich Payment oder Amazon die starke Entwicklung des lateinamerikanischen Marktes beleuchtet haben.

Costa Rica als Markteinstieg in Lateinamerika

Die übergreifende Frage stellt sich, welche Relevanz ein stark entwickelter IT-Digitalsektor in Costa Rica für deutsche Firmen in Zukunft haben kann. Nearshore-Outsourcing Anbieter in osteuropäischen oder asiatischen Ländern sind weitreichend bekannt, kostengünstig und werden intensiv genutzt.

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Costa Rica bietet jedoch neben Kosteneinsparungspotenzial einen weiteren Vorteil, der für ein in die Zukunft ausgerichtetes Geschäftsmodell interessant ist. Es ist kein Geheimnis, dass Lateinamerika einer der am stärksten wachsenden Märkte auf der Welt ist. Der Zugang zu diesem gestaltet sich für viele Firmen durch Sprach- und Kulturbarrieren sowie wenig lokalem Wissen und fehlendem Netzwerk schwierig. Geschäftsmodelle lassen sich nicht einfach kopieren und ähnlich erfolgreich flächendeckend einführen. Lokale Adaptionen sind notwendig.

Costa Rica bietet hier über Outsourcing oder Kollaboration einen wichtigen Zugang in den lateinamerikanischen Markt mit erstklassigen digitalen Servicedienstleistungen und etablierten Prozessen bei länderübergreifender Zusammenarbeit. Durch die starke Anbindung an die USA/Kanada bietet das Land vor allem sprachlich einen riesigen Mehrwert zu anderen lateinamerikanischen Ländern.

Sollten also deutsche Unternehmen über einen Einstieg in diesen spannenden und stark wachsenden Markt nachdenken, so bieten costa-ricanische IT-Digitale-Servicedienstleister ausgezeichnete Vorrausetzungen, ein hiesiges Geschäftsmodell in Lateinamerika mit überschaubaren Risiken schrittweise einzuführen. Zusätzlich bietet das Land hervorragende Investmentmöglichkeiten mit niedrigen Steuersätzen, die eine lokale Vor-Ort Präsenz nach den ersten Steps im Outsourcing oder Collaboration Umfeld sehr attraktiv machen.

Titelbild: Michael Heimann  / pixelio.de, Grafiken: Cinde –  – Costa Rican Investment Promotion Agency