Social, Crowdsourcing, Burnout, Prozessoptimierung, Outsourcing, Operations-Trends

Viele Punkte haben sich so schnell und unkompliziert entwickelt, dass sie vielleicht bereits heute fester Bestandteil in Geschäftsprozessen sind. Andere Themen erfordern völlig neue Strukturen, neue Ideen und stellen möglicherweise auch noch im kommenden Jahr Herausforderungen dar.


Everything goes social

Der Boom der Social Networks, Wikis und Blogs machte spätestens in 2011 vor nahezu keinem Unternehmen mehr halt. Facebook-Pages wurden zu Instrumenten im Kundenservice, Twitter-Kanäle zum Echtzeit-Support und interne Wikis zur Wissensdatenbank für Mitarbeiter. Was Unternehmen in den Jahren zuvor noch nebenbei erledigt haben, brauchte spätestens jetzt eine separate Abteilung, wenn sie auch nur aus einer Person bestand: Das Social Media Management.

Besonders Unternehmen, die die Kommunikation mit ihren Kunden über Social-Media-Kanäle nachhaltig pflegen oder die Reputation über Facebook, Twitter und Co. konsequent beobachten wollten, mussten über den zusätzlichen Personaleinsatz und das dazugehörige Know-how nachdenken. In den meisten Fällen wurde dieses Aufgabenfeld innerhalb der Marketing-Abteilungen realisiert, aber separat an eine oder mehrere Personen übertragen. Den offiziellen Social-Media-Manager beschäftigen bisher noch wenige deutsche Unternehmen, aber auch diese Zahl wird 2012 mit Sicherheit weiter steigen.

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Zusätzlich haben sich Enterprise-2.0-Konzepte weiter in Unternehmen etabliert und soziale Software wurde immer häufiger in der Koordination von Projekten und für das Wissensmanagement in Unternehmen eingesetzt. Besonders in großen Unternehmen kämpfen Management und Mitarbeiter mit einem regelrechten Informations-Overload, das E-Mail-Aufkommen kann heute kaum mehr wirtschaftlich abgearbeitet werden und erfordert zu viel Zeit im Management. Für effektive Geschäftsprozesse muss Wissen immer schneller abrufbar werden und auch die Unternehmenskultur sollte damit revolutioniert werden. Der Trend geht weiter in Richtung smarte und offene Unternehmenskommunikation, gemeinsames Arbeiten und Wissensaustausch.

Die Masse macht’s – Crowdsourcing

In diesem Zusammenhang freute sich in 2011 auch das Crowdsourcing wachsender Beliebtheit. Immer mehr Unternehmen setzten besonders in Social Communities auf die “Intelligenz der Masse” und lagerten vor allem kreative Prozesse auf die Internetuser aus. Ob Design von Logos und Spülmittelflaschen oder Kompositionen neuer Klingeltöne, die Masse macht’s möglich, schneller und kreativer – zum Leidwesen einiger Unternehmen manchmal zu kreativ, was uns in diesem Jahr das ein oder andere PR-Desaster bescherte.

Crowdsourcing lässt Unternehmen nicht nur effektiver und schneller arbeiten, sondern bietet auch noch Zugriff auf einen immens großen Wissenspool. Jedoch braucht es aber vor allem ein mutiges Management, denn die Qualitätssicherung ist keine leichte Herausforderung. Die gewünschten Ergebnisse müssen sowohl im Management als auch für die User klar definiert sein und dafür reicht Kostenreduktion als Ziel nicht aus.

Ist Outsourcing out?

Unternehmer konzentrierten sich in 2011 besonders auf Wachstum und Umsatzsteigerung, weniger auf die klassische Reduktion der Kosten. Outsourcing war in den vergangenen Jahren ein beliebtes Instrument um Aufgaben auszulagern, Kompetenzen den richtigen Dienstleistern zu überlassen und dabei natürlich zu sparen. Es galt, Prozesse denen zu überlassen, die sie besser und auch noch günstiger erledigen.

Heute ist Outsourcing nicht out, hat aber neue Prioritäten. Derzeit setzen Unternehmer auf “besser” und nicht mehr zwingend auf “günstiger”. Dienstleister müssen sich höheren Qualitätsansprüchen stellen und besonders Instrumente für Wachstum und Umsatzsteigerung in den Fokus stellen.

Frauen auf dem Vormarsch

Der Einfluss von Frauen in der Wirtschaft wächst. Auch wenn heute immer noch weniger Frauen an der Spitze von großen Unternehmen, Konzernen und Banken stehen, haben sich 2011 einige Big Player von der männlichen Dominanz an der Spitze getrennt. So wurde zum Beispiel im Oktober bekannt, dass erstmals in 100 Jahren Unternehmensgeschichte eine Frau die Führung des Computerkonzerns IBM übernimmt. Selbst die Telekom hat in diesem Jahr zwei weibliche Köpfe für den Vorstand verpflichtet.

Und auch wenn in der Welt der Startups immer noch zum großen Teil von Männern gegründet wird, waren im ersten Halbjahr 2011 immerhin 30 Prozent aller Gründer weiblich.

Business word of the year 2011: Burnout

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Ein Begriff wurde besonders in der zweiten Jahreshälfte durch die Unternehmens-Etagen geflüstert und hat gute Chancen, von uns zum “Business word of the year 2011″ gekrönt zu werden: Burnout.

Burnout gibt es natürlich schon länger, hieß sonst auch Erschöpfungssyndrom oder Ausgebranntsein, wurde aber schon lange nicht mehr so oft öffentlich diskutiert wie in diesem Jahr.

Die Work-Life-Balance bekam in Unternehmen plötzlich eine völlig neue Bedeutung, die Effektivität der eigenen Arbeitsprozesse wurde in Frage gestellt und das Stresslevel genau unter die Lupe genommen. In Management-Positionen stand man besonders vor der Herausforderung, diese Entwicklung und die Reaktionen der eigenen Mitarbeiter ernst zu nehmen und richtig darüber aufzuklären. Klar, das Startup-Herz schlägt für die Arbeit und nicht jeder Manager, der gerne viel tut, leidet an Burnout. Dennoch wird es auch weiterhin gelten, das Thema zu einem Teil der Unternehmenskultur zu machen, sei es durch Zeitmanagementseminare oder neue Strukturen, die jeden Mitarbeiter dabei unterstützen, Symptome rechtzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

Bild: Maria Lanznaster  / pixelio.de
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