GetGoods mit Finanzierung

„Natürlich könnten wir noch viel mehr wachsen!“

GetGoods-Chef Markus Rockstädt-Mies ist sich sicher: Wenn es nicht um die Profitabilität ginge, nähme das momentane Wachstum seines Online-Misch-Kaufhauses kein Ende. Dass er sich solche Aussagen öffentlich beim Interview mit ChannelPartner erlauben kann, dürfte vor allem an der neuen Finanzierungsrunde liegen. Zehn Millionen Euro erhält GetGoods (www.getgoods.de), wie der E-Commerce Blog Excitingcommcerce berichtet, im Rahmen einer Anleihenaufstockung, und wieder werden als Geldgeber sogenannte „institutionelle Investoren“ genannt, an die das Angebot sich gerichtet habe.

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Spekulationen, dass es sich dabei auch um den Media-Saturn-Mitgründer Kellerhals handle, traten bereits zu Beginn des Jahres 2013 auf, als ein sogenannter „institutionelle Investor“ zum ersten Mal in Erscheinung trat. Im Zuge einer Bezugsrechtkapitalerhöhung wurden damals Aktien im Wert von vier Millionen Euro neu ausgegeben, was eine Erhöhung des Grundkapitals auf 18 Millionen Euro zur Folge hatte. Offiziell nannte GetGoods als Großaktionär einen institutionellen Investor, der seither 22 Prozent Anteile an der Gesellschaft hält. Oder möglicherweise nun mehr, falls es stimmt, dass die neuerliche Finanzspritze wieder auf denselben Investor zurückzuführen ist.

Rockstädt-Mies hat auch weiterhin kein Interesse daran, den Namen des Finanziers öffentlich zu machen. „Es stimmt, wir haben einen Investor, der Anfang 2013 vier Millionen Aktien gezeichnet hat. Aber wir sagen erst dann, wer es ist, wenn der geeignete Moment da ist“, so seine Aussage im Interview. Zur Begründung der Geheimniskärmerei führt er an, dass GetGoods als einziges „am Kapitalmarkt aktives Unternehmen“ seiner Börsennotierung angeblich selber schade, würde es den Namen des Investors zu einem zu frühen Zeitpunkt nennen.

„Ich hätte GetGoods schon drei Mal verkaufen können.“

Von Übernahmegerüchten für GetGoods hält Rockstädt-Mies wenig. Zu jedem der mindestens drei Kaufangeboten, sagt er, sei seine Antwort ein klares „Nein“ gewesen. Als bestätigt gilt jedoch bisher nur, dass GetGoods Mitte 2012 ein Einstieg von Media-Saturn in das Unternehmen geprüft hat, was aber letztlich nur zur Beendigung der Due Dilligence beider Parteien führte.

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Gut möglich scheint derweil, dass die Übernahme von Redcoon durch Media-Saturn im Frühjahr 2012 als Negativ-Beispiel für den GetGoods-Chef wirkte. Für ihn liege klar auf der Hand, dass strategische Konflikte auftreten, „wenn man wie Redcoon einen Investor wie Media-Saturn hat, bei dem auch noch die Geschäftsführer der ganzen Märkte mitreden.“

Der Betreiber von Online-Plattformen für Produktgruppen wie Smartphones, Festnetztelefonen, Notebooks, Tablets, und Unterhaltungselektronik sieht seinen Fokus für 2013 weiterhin im Wachstum. Und kündigt an, dass bis Ende August dieses Jahres im Bezug auf eigene Akquisitionen „definitiv noch etwas im Busch“ sei. Somit dürfte die Übernahme des B-to-B-Onlineshops Xgsm als erster Schritt auf dem Weg zum deklarierten Ziel eines Vollsortimentlers gewesen sein.

Rockstädt-Mies hat für den weiteren Werdegang seines Online-Handelshauses jedenfalls recht ambitionierte Ziele: „Wir wollen genauso ein Qualitätsanbieter werden wie Amazon.“ Mit Amazon als Vorbild und Media-Saturn-Mitgründer Erich Kellerhals als möglichen Investor im Rücken ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis Getgoods wohl auch Fashion-Artikel und Werkzeuggeräte vertreiben will.

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