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Der umstrittene Milliardär und Valar-Gründer Peter Thiel

Ein bekannter US-Investor gibt wieder Geld nach Berlin: der Wagniskapitalgeber Valar, den der bekannte deutschstämmige Milliardär Peter Thiel gründete und der unter anderem in die Startupbank N26 investiert hat. Jetzt beteiligt sich der Geldgeber an einem neuen Versicherungsstartup namens Coya. Die Investmentsumme der Seed-Runde liegt insgesamt bei mehr als zehn Millionen US-Dollar. Diesen ungewöhnlich hohen Betrag bestätigt Coya-Gründer Andrew Shaw gegenüber Gründerszene.

Shaw hat bereits länger als ein Jahr unter dem Radar an Coya gearbeitet, das etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt. Die Idee: Mit Coya will er eine digitale Versicherung bauen. Dabei richtet sich das Startup an Privatleute, Geschäftskunden sind vorerst nicht vorgesehen. Was genau das erste Produkt werden wird, verrät Shaw allerdings derzeit noch nicht. Nur so viel: „Das Ziel ist, Europas führender digitaler Sach- und Unfallversicherer zu werden.“ Lebens- oder Gesundheitsversicherungen seien nicht geplant.

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Valar erhofft sich von Coya ein Produkt, das nah am Kunden und völlig digital ist. Von Partner James Fitzgerald heißt es: „Die Versicherungsindustrie hat dabei versagt, Technologien des 21. Jahrhunderts anzunehmen – entweder weil sie nicht wollten, oder weil sie nicht konnten. Oder höchstwahrscheinlich beides.“

Live gehen will Coya erst im kommenden Jahr. Bis dahin plant das Startup, eine entsprechende Versicherungslizenz der Zulassungsbehörde BaFin zu bekommen, die es vor wenigen Tagen beantragt hat.

Bekannte Berliner Gründer haben sich an Coya beteiligt

Dass junge Unternehmen selbst Versicherungslizenzen beantragen, ist recht neu – denn für eine solche Lizenz brauchen Startups viel Kapital. So hat Coya, das bereits als AG firmiert, nicht nur von Valar Geld erhalten. Gründer Andrew Shaw konnte weitere Investoren von seinem Unternehmen überzeugen: Beteiligt haben sich der Risikokapitalgeber E.ventures und der junge VC La Famiglia, in dem Geld von Industriefamilien wie Siemens, Miele oder Conrad steckt. Auch Gründer wie Hakan Koc von der Auto-1-Gruppe und Sebastian Pollok von Amorelie haben in den Fonds investiert.

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Coya-Gründer Andrew Shaw

Des Weiteren gab eine Reihe bekannter Privatinvestoren Coya Geld, zum Beispiel Trivago-Chef Rolf Schrömgens sowie die Kreditech-Gründer Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller.

Zu dem Hamburger Kreditvermittler hat Andrew Shaw ein enges Verhältnis: Er war Anfang 2012 der erste Mitarbeiter von Kreditech und arbeitete mehr als vier Jahre für das Fintech-Startup, zuletzt als Chief Information Officer. Schließlich verließ er Kreditech Anfang 2016, um selbst zu gründen. Gemeinsam mit dem Versicherungsmanager Peter Hagen und dem ehemaligen Kreditechler Sebastián Villarroel startete er dann Coya.

Verschiedene Startups haben sich in den vergangenen Monaten an die Herausforderung gewagt, eine Versicherungslizenz für ihr Geschäft zu beantragen. Bekanntestes Beispiel ist die junge private Krankenversicherung Ottonova aus München, in die Investoren bereits knapp 40 Millionen Euro gesteckt haben und die ihre Lizenz kürzlich auch erhielt. Das Finleap-Unternehmen Element, das anderen Unternehmen Versicherungen anbieten will, beantragte ebenfalls kürzlich eine Lizenz. So auch One, eine neue Sachversicherung, die im Herbst starten will und mit Coya konkurriert.

Coya-Gründer Andrew Shaw erklärt morgen Mittag im Gründerszene-Interview, wie der Kontakt zu Valar entstanden ist.

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Titelbild: Neilson Barnard / Getty