Lazada-Finanzierung

Rocket in Asien

Das ein Jahr alte E-CommerceStartup Lazada (lazada.com) aus dem Hause Rocket Internet (www.rocket-internet.de) – gerne auch als Copycat von Amazon bezeichnet – wächst rasant und sichert sich ein Rekordinvestment von Neu- und Altinvestoren. 100 Millionen US-Dollar fließen in der aktuellen Finanzierungsrunde in das Rocket-Startup. Das ist, nach Aussagen von Lazada, das höchste Investment, das je im E-Commerce in Südostasien zustande kam. Für Rocket Internets internationalen Ableger ist es mittlerweile eher zum Standard geworden.

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Erst letztes Jahr pumpte J.P. Morgan (www.jpmorgan.com) einen zweistelligen Millionen-Betrag in den Online-Shop für Unterhaltungselektronik und Gebrauchsgüter. Neben den bisherigen Investoren Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com), Investment AB Kinnevik (www.kinnevik.se), Summit Partners (www.summitpartners.com) und die Tengelmann Gruppe (www.e-tengelmann.de), konnte Lazada für die aktuelle Runde auch Verlinvest (www.verlinvest.com) als neuen Investor mit ins Boot holen. Die belgische Holding-Company in Familienhand setzt vorrangig auf B-to-C Unternehmen und hat bisher rund 700 Millionen Euro in Firmen weltweit investiert. Auf dem asiatischen Kontinent hat Verlinvest mit Remy Cointreau (www. remycointreau.com) und Sula (www.sulawines.com) bisher eher Konsumgüter produzierende Firmen im Portfolio. Eine Erweiterung der strategischen Ausrichtung durch einen Retailer wie Lazada im Portfolio passt da gut ins Bild.

Lazada mit Applaunch – Rocket will die Milliarden

Lazada verkündet parallel zur erfolgreichen Finanzierungsrunde den Launch der mobilen App für die Zielmärkte in Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand und Vietnam. Bisher gibt es nur die Android-Version, aber die iOS-App soll, laut Unternehmens-Aussagen, nicht lange auf sich warten lassen. Für Lazadas CMO Stein Jakob Oeie liegt die Notwendigkeit einer mobilen Applikation klar auf der Hand: „Mobile-Commerce macht inzwischen mehr als zehn Prozent des E-Commerce auf dem amerikanischen Markt aus. Wir erwarten eine solche Entwicklung noch weitaus schneller in Südostasien, wo viele Nutzer nur über ihr Smartphone Zugang zum Internet haben.“

Die von Thomas Katzensteiner im Manager-Magazin so gern als „Gewaltmarsch“ titulierte Erfolgsstrategie der Samwer-Brüder trägt nach Brasilien, Russland und Nigeria nun auch in Südostasien Früchte.

Diese Woche vermeldete Rocket Internet bereits für Jumia (www.jumia.com) in Nigeria eine 35-Millionen-Dollar-Finanzierung im Zuge seiner Marktführerschaft als Amazon-Klon auf dem afrikanischen Kontinent. Lamoda (www.lamoda.ru) konnte als Zalando-Ableger in Russland in der vergangenen Woche mit 130 Millionen US-Dollar an frischem Kapital aufwarten – auch hier war die Rede vom „größten Ivestment, das im russischen E-Commerce jemals getätigt wurde.“

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Und Brasilien soll all diese Errungenschaften noch in den Schatten stellen. Wie Katzensteiner resümiert, sollen durch das Samwersche Online-Modehaus Daifiti (www.daifiti.com/br) und den Amazon-Klon Linio (www.linio.com) bis 2017 insgesamt über vier Milliarden Euro an Erlössumme an Rocket zurückfließen.

Sich mit Ruhm beklotzen, statt nur bekleckern, heißt auch wohl auch weiterhin die Parole des Samwerschen Klon-Imperiums.

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