3d drucker zukunft

3D-Druck für alle? Möglich.

Sturmgewehre, Laborfleisch, Abendkleider – wenn in letzter Zeit über die Möglichkeiten des 3D-Drucks in den Medien berichtet wird, sind es immer die extravaganten Beispiele. Sie sollen zeigen, was möglich ist – auch wenn dafür im Moment noch eine Menge Geld in die Hand genommen werden muss. Aber: Das US-Startup MakerBot, gerade gehyped und für 300 Millionen Euro an den Old-Economy-Konkurrenten Stratasys verkauft, steht an der Spitze einer neuen Bewegung, die 3D-Drucker für Jedermann erschwinglich und so leicht bedienbar wie eine Computertastatur machen will.

Rund 1500 Euro kosten die RepRap-Modelle der New Yorker. RepRaps basieren auf Open-Hardware-Bauplänen, kostenlos und frei zugänglich im Web. Außerdem – und das ist das wirklich irre – können die 3D-Drucker ihre eigenen Kunststoffbauteile selbst drucken. Hobby-Tüftler und Ingenieure wie Winkler haben inzwischen mehr als 500 verschiedene Modelle aus dem Ur-RepRap entwickelt.

Neben dem Drucker wird MakerBot jetzt auch einen 3D-Scanner auf den Markt werfen. Individuelle, reproduzierbare Designs – egal ob organisch oder anorganisch – sollen bald kostengünstig produzierbar sein. Eine neue Ära steht auf der Schwelle. Allerdings gibt es auch einige, die die Euphorie bremsen: M0rris Winkler und Wolf Jeschonnek etwa sagen, das diese Zukunft eher fünfzehn als fünf Jahre entfernt liegt.

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Beide beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit den Möglichkeiten der Digital Fabrication, von dem der 3D-Druck nur ein Teilbereich ist, neben CNC-Fräsen und Lasercuttern. Jeschonnek betreibt eine offene Werkstatt dafür in Berlin, ein so genanntes Fab Lab (www.fablab-berlin.org).

Winkler hat sich Anfang des Jahres mit einem Freund selbstständig gemacht (www.open3dengineering.org) und gibt Workshops, in denen RepRap-Drucker von Interessierten selbst zusammen gebaut werden. Auch Jeschonnek hat sich mit Winklers Hilfe seinen 3D-Drucker zusammengebaut. Weltweit liegt die Zahl derer, die sich ernsthaft mit der Entwicklung und der Möglichkeiten des 3D-Drucks beschäftigen bei etwa 10.000 bis 40.000 Menschen, schätzt Winkler.

Waffennarren, Gen-Fleisch-Gourmets und Fashion-Drucker sind dabei eine verschwindene Minderheit – was die große Masse, zu der auch Winkler und Jeschonnek gehören, mit der Technik anstellt, zeigen sie im folgenden Video.

Foto & Zusätzliches Videomaterial: Sam Muirhead (CC-BY-SA)