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Die beiden Little-Lunch-Gründer Denis (links) und Daniel Gibisch

Denis und Daniel Gibisch haben das geschafft, was andere Gründer auch erreichen wollen. Sie haben innerhalb kurzer Zeit ein Unternehmen mit Millionenumsatz hochgezogen. Und sie haben das mit einem Produkt erreicht, das die Konkurrenz seit Jahrzehnten ziemlich gut beherrscht: Suppen.

Mit Little Lunch bieten die Gibischs vor allem Suppen im Glas an. Mittlerweile sind sie damit nach eigenen Angaben in 20.000 Lebensmittel-Läden in Deutschland gelistet und beschäftigen 24 Mitarbeiter. Hier erzählen sie, welche vier Tipps sie Gründern geben können, die in der Food-Branche Fuß fassen wollen.

  1. Vorsicht bei der Produktwahl: Gerade im Lebensmittelbereich sei es immer wesentlich einfacher, ein Produkt zu verkaufen, für das schon eine Zielgruppe existiere, so Daniel Gibisch. Suppe sei beispielsweise ein Produkt mit einer sehr großen Zielgruppe mit hoher Verwendung. „Dieser Zielgruppe einfach eine bessere Alternative zu Ihrem bekannten und gelernten Produkt zu bieten ist wesentlich einfacher, als ein neues Produkt zu entwerfen, für das es noch keine Zielgruppe gibt“, glaubt Daniel Gibisch. So spare man sich den enormen Aufwand, dem Kunden die Ware zu erklären.
  2. Bleibt in der Provinz: Die Little-Lunch-Gründer haben sich entschieden, ihr Unternehmen in Augsburg zu gründen und auch dort zu bleiben. Eine gute Wahl, wie sie im Nachhinein finden: „Die lokale Presse wurde schnell auf uns aufmerksam, viel schneller als das in Berlin bei den vielen Startups dort der Fall gewesen wäre”, sagt Denis Gibisch. Außerdem hätten sie hier ihr großes Büro für wenig Geld anmieten können. Und: Ein Arbeitsweg von zehn Minuten sei auch nicht zu vernachlässigen.
  3. Informiert Euch gut: „Der größte Fehler ist, in Verhandlungen ohne Vorwissen reinzugehen”, findet Denis Gibisch. Die Gibischs selbst hätten schon vor Einkäufern von Supermärkten gesessen, die ihnen irgendetwas von kleinen Boni und Streckenlistung erzählt hätten: „Das hat uns erstmal gar nichts gesagt, aber als wir uns dann deren Kalkulationen mal genauer angeschaut haben, würden wir damit in zwei Jahren Minus machen.” Die Marge müsse für das Startup trotz allem noch stimmen.
  4. Habt vom ersten Tag an Kunden: Gründer müssten bei Kunden einen Bedarf für ihr Produkt wecken – und zwar möglichst, bevor es in einen Laden komme. Ziel sei, dass sie es dann von Tag eins an dort kaufen, sagt Daniel Gibisch. Denn falls es sich in den ersten Wochen im Laden nicht gut verkaufe, würden es die Händler knallhart wieder aussortieren: „Dann landet man bei ihnen so schnell nicht mehr im Regal.“ Deshalb solle man sich erstmal eine Community aufbauen, die aktiv in den Läden nach dem Produkt fragt, bevor man sich an Händler wende. Man könne das beispielsweise über die sozialen Netzwerke und Newsletter tun.

Trotz der Ratschläge ist den Gibischs klar: Planbar ist in der Food-Branche nichts. „Der goldene Weg in den Handel ist bei jedem anders”, sagt Daniel Gibisch. Man müsse Abzweigungen machen, flexibel sein. Und sich das eigene Produkt und die Konkurrenz immer genau anschauen.

Bild: Little Lunch