scale11_proptech_ab

Der Begriff Proptech (zusammengesetzt aus Property und Technology) steht für moderne technologische Entwicklungen im Immobilienbereich

Der Immobilienboom hat die Gründerszene erreicht

In der Immobilienbranche geht es momentan zur Sache: Wohnungsnot und Preise steigen, Gesetze ändern sich und immer mehr Menschen wollen investieren. Die aktuellen Entwicklungen schreien förmlich nach innovativen Prozessen. Doch die konservative Branche verschloss sich lange Zeit vor neuen Konzepten. Jetzt aber nehmen Proptech-Startups die Sache in die Hand – und tüfteln an digitalen Lösungen, die die innovationsscheue Immobilienwelt aufmischen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange es sich die etablierten Marktteilnehmer erlauben können, einen für ihre Kunden unbefriedigenden Status quo aufrecht zu erhalten“, so Sven Hock, CEO des Proptech-Startups Service Partner One, über die aktuelle Situation.

Neue Vertriebskanäle, neue Produkte, neue Prozesse: Die Immobilienbranche macht, ähnlich wie schon der Versicherungsmarkt und der Finanzsektor vor ihr, große Veränderungen durch. „Wer es jetzt wagt, seine bestehenden Prozesse und Geschäftsmodelle zu hinterfragen, wird in Zukunft zu den Gewinnern gehören“, erklärt Hock weiter.

Und es ist schon einiges passiert. Online-Marktplätze etablieren sich als Suchmaschine für die neue Wohnung und lösen damit immer mehr den Makler ab, digitale Schaltzentralen machen die Bewirtschaftung von Immobilien leichter und Property-Crowdfunding-Plattformen vereinfachen Investitionen. Hier folgten bereits Investments in Milliardenhöhe – mit Ausblick auf mehr.

Jetzt stellt sich die Frage: Wie geht es in diesem Jahr weiter?

5 Proptech-Prognosen für 2017

„Die Digitalisierung der Immobilienbranche bringt in erster Linie enorme Effizienzgewinne. Dadurch werden Ressourcen freigesetzt, die sich anderweitig einsetzen lassen – für nachhaltige Prozesse und Mehrwert-Services zum Beispiel. Oder um Innovationen zu entwickeln, von denen wir heute noch gar nichts wissen“, so Hock zur bevorstehenden Entwicklung. Welche alteingesessen Vorgänge wird sich die Proptech-Szene also in diesem Jahr vornehmen?

1. Transparenz dank Vernetzung

Proptech-Startups kreieren eine Übersicht des Marktes. Durch die intelligente Vernetzung von ERP-Systemen, können Informationen zu Leerständen, Mietpreisen oder Fluktuationsraten kommuniziert werden. Diese dienen wiederrum als Entscheidungsgrundlage, um wohnungspolitische Maßnahmen durchzusetzen. Man denke nur an die immer größer werdende Kluft zwischen Wohnungsleerstand in ländlichen Regionen und der Wohnungsnot in Städten: Hier kann diese Transparenz entscheidend sein, um Wohnräume besser zu verteilen und Preise anzupassen. Wie viele andere Branchen, werden vernetzte Lösungen in 2017 auch die Immobilienwelt dominieren – und damit einen besseren Einblick verschaffen.

2. Crowdfunding: Investieren für jedermann

So richtig durchstarten in der Immobilienbranche konnten bisher nur gut vernetzte Großinvestoren oder vermögende Privatanleger. Das soll sich mit Crowdfunding ändern. Immer mehr Plattformen geben Kleinanlegern die Möglichkeit, sich an Immobilienprojekten zu beteiligen. Auch 2017 werden bestehende und neue Crowdfunding-Projekte die Immobilienbranche Investment für Investment demokratischer gestalten.

3. Technologien für mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden in 2017 eine große Rolle spielen. Mit vielfältigen Smart-Home-Apps, die Häuser energieeffizienter machen, sind die ersten Schritte bereits getan. Der Markt ist allerdings noch lange nicht abgegrast – für die Proptech-Szene eine große Chance, bestehende Produkte zu verbessern oder neue Anwendungen zu entwickeln. Intelligente Systeme können beispielsweise detaillierte Trendanalysen in Sachen Energieverbrauch liefern, wodurch Hauseigentümer Verschwendung und CO2-Emissionen entgegenwirken und gleichzeitig eine Menge Bares sparen.

4. Der Druck auf Makler wird größer

Die Digitalisierung der Immobilienvermittlung war einer der ersten Schritte der Proptech-Bewegung. Immer mehr junge Unternehmen haben es sich auf die Fahne geschrieben, den Leuten die Wohnungssuche zu erleichtern. Mit Bewerberprofilen oder Matching-Funktionen, ähnlich dem Online-Dating, machen sie Maklern jetzt schon den Rang streitig. Noch brenzliger dürfte es für die traditionellen Makler mit der steigenden Popularität von Virtual Reality werden: Virtuelle Wohnungsbesichtigungen könnten schon bald eine reale Bedrohung für den Beruf darstellen.

5. Kollaboration statt Konkurrenz

Der konservative Sektor und die aufstrebende Proptech-Branche agieren bisher weitestgehend getrennt voneinander. Die Konzern-Startup-Zusammenarbeit, wie sie in anderen Branchen bereits gang und gäbe ist, fehlt in der Immobilienbranche fast komplett. Durch Networking-Events, Messen oder Konferenzen, die von beiden Lagern besucht werden, kann eine gemeinsame Innovationskultur geschaffen werden, die die gesamte Branche effizienter und kundenorientierter macht.

Die ersten Annäherungsversuche unterstützt die CeBIT in 2017 mit ihrer Startup-Plattform SCALE11, auf der Jungunternehmer aus der Proptech-Branche auf erfahrene Immobilienunternehmer treffen.

Eigener Proptech-Bereich auf der SCALE11

Vom 20. bis 24. März 2017 trifft sich die internationale Startup-Szene auf der SCALE11. Hier ergibt sich für über 400 Startups aus 40 Nationen die Chance, sich mit Kapitalgebern, etablierten Unternehmen und anderen Gründern zu vernetzen. Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr auch eine Proptech-Area geben, in der Akteure der jungen Branche zusammenkommen und sich austauschen können.

Service Partner One - Sven Hock

SCALE11 Community Captain Sven Hock (CEO Service Partner One)

Mit dabei als Community Captain ist Sven Hock von Service Partner One: „Als Community Captain übernehmen wir die Themenpatenschaft für die Proptech-Insel in Halle 11. Wir haben inzwischen eine Menge Erfahrung, wie wir mit einer digitalen Lösung für mehr Effizienz in der smarten Bewirtschaftung einer Immobilie sorgen. Wir wollen Verantwortung übernehmen, und als Mentoren für andere Gründer agieren, die gemeinsam mit uns die digitale Transformation des Immobiliensektors vorantreiben wollen.“

Ihr wollt bei diesem Austausch dabei sein? Mehr Informationen zur SCALE11 und der Proptech-Insel gibt es hier!

 

Artikelbild: pexels.com