Ist Bürosuche in Berlin ein aussichtsloses Unterfangen für Gründer?

Die Auftragslage ist gut, das Team wächst und schnell wird klar: Ein neues Büro muss her. Aber die Suche kann schnell zur Zerreißprobe werden – besonders in Berlin. Denn hier machen Gründern nicht nur die hohe Startup-Dichte und die steigenden Mietpreise zu schaffen, sondern auch die Büroknappheit: Prognosen zufolge werden bis Ende des Jahres nur noch knapp 500.000 Quadratmeter Office-Fläche verfügbar sein – das entspricht etwa 2,5 % aller Büroflächen im gesamten Stadtgebiet. Und selbst die zahlreichen Neubauprojekte können hier keine Abhilfe schaffen: Denn 65 % davon sind bereits vorvermietet. Ist die Bürosuche in Berlin wirklich aussichtslos? Und was können Gründer machen, um Zeit, Kosten und Nerven zu sparen? 7 Tipps.

1.    Rechtzeitig anfangen

Der frühe Vogel schnappt sich das perfekte Büro. So weit, so gut. Doch gerade das Timing ist für Gründer häufig ein Manko: Aufgrund der flexiblen Startup-Strukturen sind sie es gewohnt, Entscheidungen spontan zu treffen – und unterschätzen daher, wie viel zeitlicher Vorlauf außerhalb der Startup-Szene notwendig ist. Die Folge? Sie gehen mit hohen Erwartungen an die Bürosuche – die sich dann in die Länge zieht – werden ungeduldig und brechen die Suche schließlich frustriert ab. Deswegen sollten Gründer die Suche nach einem neuen Büro nicht erst dann beginnen, wenn es kurz vor knapp ist. Denn die Hürden, bis ein neues Office bezugsfertig ist, umfassen neben der Bonitätsprüfung und Verhandlungen mit Vermietern unter Umständen auch Renovierungsarbeiten oder Umbauten. Diese können sich schnell über mehrere Monate hinziehen.

2.    Keine Kompromisse eingehen

Dauert die Suche länger als erwartet, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man jedes Büro nehmen würde – egal ob es passt oder nicht. Keine gute Idee. Denn wer dann nach einem halben Jahr feststellt, dass das neue Büro zu klein ist, fängt wieder bei Null an. Natürlich kann nicht jeder Wunschpunkt umgesetzt werden, aber gerade in Sachen Größe, Preis und Lage sollten Gründer, wenn möglich, keine Abstriche machen. Stattdessen sollten sie ihre eigenen Bedürfnisse, finanziellen Mittel und das potenzielle Wachstum realistisch einschätzen, um so ein Büro zu finden, das nicht nur für den Moment, sondern auch längerfristig geeignet ist.

3.    Selbst zu Vermietern werden

Ist zum Beispiel abzusehen, dass das Team noch stark wachsen wird, sollten Gründer nach Immobilien Ausschau halten, die mitwachsen. Doch wie kann sich ein kleines Startup auf Dauer ein Büro leisten, das für eine doppelt so große Belegschaft ausgelegt ist? Indem man selbst zum Vermieter wird und den überschüssigen Platz im Büro an ein anderes Startup oder an Freelancer in Form eines eigenen Coworking-Spaces vermietet. Gibt der Vermieter grünes Licht, hat das Startup damit ein zusätzliches Einkommen und kann außerdem sichergehen, dass es bei Teamzuwachs nicht überstürzt umziehen muss.

4.    Den Fokus schärfen

Dass die Bürosuche keine schnelle Geschichte wird? Das ist das eine. Doch viele Gründer unterschätzen darüber hinaus auch den organisatorischen Aufwand, der damit einhergeht. Die Suche nach einem geeigneten Büro ist keine Nebensache, sondern muss so strukturiert wie möglich angegangen werden. Deshalb sollte eine Person oder ein kleines Team sich dieser Aufgabe annehmen. Eine solche Büro-Taskforce kann die Suche koordiniert angehen und dafür sorgen, dass es vorangeht. Und: Ein fester Ansprechpartner stellt außerdem sicher, dass die Kommunikation mit Handwerkern oder Vermietern übersichtlich bleibt.

5.    Sich mit anderen Gründern zusammentun

Mitstreiter machen vieles leichter – auch die Bürosuche. Besonders kleine oder junge Startups tun gut daran, sich mit einem weiteren Team zusammenzutun. Denn viele Vermieter neigen dazu, kleine Gründerteams zu unterschätzen – und priorisieren sie im Wettstreit um Büroflächen weniger stark als ihre größeren Mitbewerber. Schlagen zwei Startups also ihre Suche zusammen, hat dies ein stärkeres Gewicht und lässt sie so schneller fündig werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt? Wer sich sein Partnerstartup strategisch aussucht, kann unter Umständen auch neue Synergieeffekte nutzen – und zwar inhouse.

6.    Das eigene Netzwerk nutzen

Die Berliner Gründerszene kennt sich. Und noch besser kennt jedes Startup den Struggle auf der Suche nach einem Büro. Um herauszufinden, wo wann gute Flächen demnächst frei werden könnten oder welche Vermieter verlässlich sind, sollten Gründer nicht zögern, bei der nächsten Netzwerkveranstaltung zu erwähnen, dass sie auf der Suche sind. Vitamin B ist auch bei der Bürosuche ziemlich hilfreich.

7.    Die Suche smart gestalten

Auf dem Weg zum neuen Büro lauern viele Hürden, Stolperfallen und Missverständnisse: So ist beispielsweise der Quadratmeterpreis längst nicht der beste oder einzige Indikator, um eine Kostenübersicht zu erhalten. Außerdem können die zahlreichen gesetzlichen Anforderungen an einen Arbeitsplatz Gründern schlaflose Nächte bereiten und sie außerdem auch rechtlich in die Bredouille bringen.

Um sich erfolgreich durch den Immobilien-Dschungel zu manövrieren, sollten Startup sich unbedingt professionelle Unterstützung einholen: Colliers International hat sich auf die Bürosuche von Startups spezialisiert. Mit einem Expertennetzwerk, das sich aus mehr als 15.000 Profis in 68 Ländern zusammensetzt, schafft Colliers eine maximale Marktransparenz – und verhilft Gründern so zu ihrem Traumbüro.

Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Büro? Dann lasst euch von Profis helfen! Hier gibt es mehr Informationen für Gründer!  

 

Ansprechpartner:
Marcus Lehmann
Partner | Director Letting
Colliers International Berlin GmbH
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