Marcus Ross 9Cookies Startup-Helden

„Startup-Held“ Marcus Ross im Interview

Gründer, Geschäftsführer, Business Angel – seit 15 Jahren ist Marcus Ross bereits in der Internetwirtschaft aktiv, zuletzt als COO des Bewertungsdienstes eKomi (www.ekomi.de). Im Oktober 2012 gründete er gemeinsam mit dem Berliner Company Builder Team Europe (www.teameurope.net) das Startup 9Cookies (www.9cookies.com), Anbieter einer Kassensystem-App für Gaststätten und Lieferdienste, welches der 46-Jährige nun als CEO leitet. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter.

Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Marcus Ross, Geschäftsführer von 9Cookies. Wir haben das GastroPad entwickelt. Damit haben Gastwirte erstmals alles, was sie zum Betrieb und Management ihres Restaurants oder Lieferservices brauchen, auf einem iPad verfügbar. Später werden wir das auch auf andere Branchen ausrollen.

Wie bist Du auf die Idee zu 9Cookies gekommen?

Ich habe mich in meinen Lieblingsrestaurants immer schon gewundert, warum der Gastwirt oder Kellner mich nicht mal nach meinem Namen oder meiner E-Mail-Adresse fragt. Man bekommt zwar einen Drink aufs Haus, aber das Restaurant kennt mich als Stammgast nicht. Und hat so keine Möglichkeit, Bestandskunden-Marketing zu machen. Der Grund: Fast alle Restaurants arbeiten ohne Kundendatenbank. Ich habe den Gedanken dann weiter verfolgt, wie man Restaurants mittels Online-Technologie dabei unterstützen kann, mehr Gäste zu bekommen, eigene Marketingaktionen wie zum Beispiel ihre eigenen Gutschein-Aktionen zu machen und letztlich mit Hilfe von Daten den ganzen Laden effektiver zu managen. Die meisten Wirte kennen die wichtigsten Kennzahlen ihres Restaurants nicht, weil sie die Daten schlichtweg nicht speichern und analysieren können. Die Lösung: Das Kassensystem des Restaurants mit dem Internet verbinden, Daten speichern und auswerten und alle notwendigen Zusatzservices andocken. Die Idee zu 9Cookies war geboren.

Wie unterscheidet sich 9Cookies von Wettbewerbern wie Orderbird oder eCabo?

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Da gibt es viele Unterschiede, den wichtigsten sehe ich darin, dass 9Cookies der einzige Anbieter eines iPad-Kassensystems ist, das vollumfänglich Lieferdienste und Restaurants gleichermaßen bedienen kann. Bei uns ist die Abwicklung und das Reporting für sämtliche Lieferbestellungen komplett ins System integriert. Das kann zur Zeit kein anderer Anbieter. Ab dem 1. Juli starten wir unsere „Satellitenfunktion“, mit der Kellner mit iPads und iPods die Bestellungen am Tisch aufnehmen und dann via Wifi an die Master-Kasse und an die Drucker in Küche und Bar senden können.

Was wünschst Du Dir für den Gründungsstandort Deutschland?

Mehr Talente im Produkt- und Entwicklerbereich. In dem Bereich gibt es hier kaum Rockstars wie beispielsweise im Silicon Valley oder sie wandern dorthin ab. Und mehr Unternehmertum statt Gründergehabe. Damit meine ich, Unternehmen mit Leidenschaft nachhaltig groß zu machen statt zu gründen und darüber nachzudenken, wie man sie schnellstmöglich versilbern kann. Dann kriegen wir in Deutschland vielleicht auch mehr Unternehmen wie SAP.

Welche Trends siehst Du im Internet?

Alles wird social, alles wird in der Cloud sein, alles wird mobil. Alles, was wir die letzten fünfzehn Jahre für den E-Commerce entwickelt haben, wird jetzt Einzug in den Point-of-Sales, also in normale Läden, halten. Gastwirte werden dich persönlich begrüßen, wissen, welchen Wein du magst und wie du zahlen möchtest. Interactive Displays werden dich beraten und dich auch nach deiner Meinung fragen. Kleine Unternehmen können ihr gesamtes Geschäft mittels smarter Devices und Cloudtechnologie führen. 9Cookies macht es möglich.

Bild: 9Cookies
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