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Abfluss-Fee-Erfinder Karl-Heinz Bilz

Karl-Heinz Bilz erfindet gerne Dinge. Im August vergangenen Jahres trat er mit einer seiner Erfindungen in der Pitch-Show „Die Höhle der Löwen“ auf – und bekam für seinen Abflussreiniger Abfluss-Fee einen Deal. Der Unternehmer Ralf Dümmel investierte 250.000 Euro in die Idee. 

Seitdem ist das Produkt beispielsweise in Filialen von Rossmann und DM gelistet, ein neuer Reiniger für die Dusche ist seit Kurzem auf dem Markt, weitere sind in Planung. Im Interview erzählt Bilz, wie es ihm seitdem ergangen ist und was er noch erfindet.

Herr Bilz, sind Sie im Nachhinein noch immer zufrieden mit dem Deal, den Sie gemacht haben?

Ja, also ich schon. Ich hoffe, Ralf Dümmel auch.

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Was passierte nach der Ausstrahlung?

Wir haben kurz nach der Ausstrahlung innerhalb von vier Tagen 400.000 Abfluss-Feen verkauft. Die Märkte waren ausverkauft, es war alles weg. Ralf Dümmel musste neu produzieren und die Teile einfliegen lassen. Wir haben wirklich gekämpft, um alle Märkte beliefern zu können. Wir haben geschwitzt, es war dramatisch. Wir konnten acht Tage lang nicht liefern.

Sie sagen, Ralf Dümmel hat neu produzieren lassen. Wie ist denn die Beteiligung eigentlich aufgebaut?

Mein Ziel war es damals wie heute nicht, eine riesengroße Handelsfirma mit zig Mitarbeitern aufzubauen, sondern meine Erfindungen und Ideen umzusetzen und mitzuerleben, wie sie erfolgreich verkauft werden. Mittlerweile ist die Bilz Ideen GmbH gegründet, in der ich sämtliche Patente, Ideen und Schutzrechte vereint habe. Die Idee ist, dass ich meine Patente an Handelspartner wie DS Produkte verkaufe. So habe ich den Kopf frei, um mich auf Ideen und Patente zu konzentrieren. 

Wo wird die Abfluss-Fee verkauft?

In 18.000 Filialen in Deutschland. Zum Beispiel bei Rewe, Netto, DM, Kik, Rossmann, Karstadt, um ein paar Namen zu nennen. Die Dusch-Fee ist auch schon in den Märkten, die wird natürlich jetzt noch mal durch die Sendung gepusht. [Anm. d. Red. Karl-Heinz Bilz wird in der neuen Staffel DHDL im Rückblick zu sehen sein] 

Wie viele Abfluss-Feen haben Sie seitdem verkauft?

Bis jetzt circa 1,2 Millionen Stück.

Im Handel kostet die Abfluss-Fee meistens 10 Euro. Damit liegt der Umsatz bei mehr als zehn Millionen Euro, oder?

Seit der der Show haben wir etwa 14 Millionen Euro Handelsumsatz gemacht.

Wie viel geht dabei an Sie?

Neulich stand in einem Glückskeks „Der Reichtum schwebt über Ihnen“ – das kann ich so bestätigen, es läuft wirklich super und besser als gedacht. Über genaue Summen möchte ich aber nicht sprechen.

Wie fühlt es sich an, plötzlich Umsatz-Millionär zu sein?

Meine Frau und ich waren sprachlos, ich hätte mir das nie träumen lassen. Ich dachte: Naja, das werden die schon irgendwie verkaufen. Es wird vielleicht zwei, drei Jahre dauern, bis wir eine Million verkauft haben.

Was hat sich für Sie seit der Ausstrahlung verändert?

Wir sind deutschlandweit unterwegs und machen Promotion für unser Produkt. Wir haben jetzt auch die Abfluss-Fee für die Dusche rausgebracht, das Nachfolge-Produkt. Meine Frau unterstützt mich und sorgt dafür, dass wir die Termine einhalten. Ich bin ein alter Mann und sehr vergesslich. Ich brauche jemanden an meiner Seite, der mich kennt und das alles organisieren kann. Meine Frau ist perfekt, sie hat 40 Jahre lang unsere Firma geführt. Wir hatten nie Steuerprobleme, es war alles in Ordnung – sie hat die Buchhaltung gemacht!

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Erfinden Sie zurzeit noch etwas?

Es gibt einen Universal-Dübel, der kommt in den nächsten drei Monaten auf den Markt. Und wir haben ein neues Werkzeug erfunden, das die Firma Würth als alleiniger Lizenzhalter haben will, einen Rohrschneider-Adapter.

Sie sind also ein richtiger Daniel Düsentrieb! 

Ich löse Alltagsprobleme. Bei der Abfluss-Fee hatte meine Frau das Problem mit dem Verstopfen der Waschbecken, sie kam zu mir und sagte: Lass dir mal etwas einfallen! Ich habe noch 50 bis 70 Erfindungen in der Schublade liegen. Wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin, dann mache ich mir Skizzen in ein Buch. Es gibt auch Momente, da wache ich nachts um vier Uhr auf, weil mir was einfällt. Deswegen fährt meistens auch meine Frau Auto, weil ich mit meinen Gedanken nicht auf der Autobahn, sondern bei den Ideen bin.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bilz.

Bild: VOX_Bernd_Michael_Maurer