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Das Team von Advanon

Obstkörbe, Yoga oder ein Kicker im Büro – Startups präsentieren diese Vorteile offensiv, um mit den Anreizen oft viel Arbeit und wenig Geld zu kompensieren. Ein Factoring-Startup aus der Schweiz treibt das jetzt auf die Spitze: Bei Advanon bekommen die Mitarbeiter gleich eine ganze Reihe an Extras, vom Netflix-Abo bis hin zur Weltreise.

„Die Konkurrenz um die besten Mitarbeiter ist hoch“, erklärt Mitgründer Phil Lojacono das Programm. „Um sie halten zu können, bieten wir ihnen solche Anreize.“ Für die Mitarbeiter des Züricher Startups bedeutet das zum Beispiel, dass sie so viel Urlaub nehmen können, wie sie wollen. Und: für einen zweiwöchigen Urlaub pro Jahr zahlt das Startup ein Budget für Flug und Unterkunft, das im ersten Jahr bei etwa 1.660 Euro liegt. Nach fünf Jahren bei Advanon soll ein Mitarbeiter eine Weltreise geschenkt bekommen. 

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Der Gründer sagt, Advanon vertraue seinen Mitarbeitern und wolle dies zum Ausdruck bringen. „Diese ‚Perks‘ sollen auch zeigen: Es geht uns nicht darum, wie viel du arbeitest“, sagt er. „Du musst nur deine Ziele erreichen.“ Die Advanon-Mitarbeiter können deshalb zudem zwei Wochen pro Quartal von irgendwo auf der Welt aus arbeiten – so lange sie ihre Aufgaben erfüllen. 

Zudem können Mitarbeiter zwischen verschiedenen Benefits wählen: Es gibt Netflix– oder Spotify-Abos, Credits für den Taxi-Ersatz Uber, eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder einen Wäscheservice. Außerdem bietet das Startup eine längere Elternzeit, als in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben ist.

All dies gilt nur für Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen, das seien derzeit 19 der 21 Mitarbeitern, sagt Lojacono. Praktikanten sind ausgeschlossen. Das 2015 gegründete Startup hat im Januar diesen Jahres mit dem Anreizen-Programm angefangen.

Die Einstellung des Startups erinnert an den Internet-Riesen Google, der für seine Anreize für Mitarbeiter bekannt ist. Kein Wunder: Die drei Gründer haben jeweils ein Praktikum bei dem Konzern absolviert. Lojacono sagt: „Bei Google haben wir gemerkt, wie viel man zurück bekommt, wenn man seine Mitarbeiter einfach gut behandelt.“

Auf den ersten Blick herrschen bei Advanon Traumbedingungen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie hoch die Arbeitsziele der Mitarbeiter sind. Hat jeder Mitarbeiter zu hohe Ziele, bleibt wenig vom unbegrenzten Urlaub. Und was passiert, wenn es der Firma mal schlechter geht? „Im Endeffekt geht es ja um’s Gesamtpaket“, sagt Lojacono. „Dies beinhaltet bei uns Anteile am Unternehmen, Gehalt und Zusatzleistungen. Die Zusatzleistungen reflektieren die Kultur, die wir pflegen möchten.“

Wie viel die Anreize das Unternehmen kosten, will der Gründer nicht verraten. Das Unternehmen wird bisher von Investoren wie den VCs b-to-v Partners und VI Partners finanziert, von denen sie etwa 13 Millionen Euro gesammelt haben.

Hier sind noch andere Unternehmen, die ihren Mitarbeitern so viel Urlaub erlauben, wie sie möchten:

Diese Unternehmen geben euch so viel Urlaub, wie ihr wollt

Bild: Advanon