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Die Laviu-Gründer Julia Ryssel und Martin Cirillo-Schmidt

Die AfD ist ja eher als spaßbefreite Partei bekannt. Geht es doch bei ihren Themen oft um den Untergang der westlichen Kultur. Wie freudlos die AfD aber wirklich ist, hat jetzt ihr Landesverband Sachsen mit einer aktuellen Pressemitteilung gezeigt. Darin regt sie sich darüber auf, dass das Startup Laviu aus Freiberg kürzlich bei dem Gründerwettbewerb Future Sax den dritten Platz erlangt hat. Darauf waren 5.000 Euro ausgeschrieben.

Was die AfD daran stört? Laviu entwickelt Sexspielzeuge, die nach Firmenangaben lautlos pulsieren sollen. Außerdem ist der AfD-Landesgruppe das Produkt längst nicht technisch genug.

„Wer die Entwicklung eines lautlosen Vibrators für innovativ hält und mit dem dritten Platz prämiert, muss sich fragen lassen, welches Technologie-Verständnis er vertritt“, gibt AfD-Landesvize Thomas Hartung bekannt. Und: „War Sachsen früher stolz auf Erfindungen wie die Lochtrommelwaschmaschine, den mechanischen Webstuhl oder die erste funktionstüchtige in Deutschland gebaute Dampflokomotive, sollen es heute Sexspielzeuge sein.“

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Der Unmut richtet sich gegen den SPD-Wirtschaftsminister Martin Dulig. Die AfD Sachsen schreibt: „Dildo-Duligs Innovationsförderung ist ein Armutszeugnis!“

Für die AfD ergibt sich außerdem ein Widerspruch zwischen der Selbstdarstellung der SPD Sachsen als Familienpartei und ihrer Förderung des Startups. Die SPD würde schließlich in ihrem Landesprogramm behaupten, ohne Kinder gebe es keine Zukunft, argumentiert die AfD und schlussfolgert: „Die Förderung von Sexspielzeug ist so ziemlich das Gegenteil.“ Was genau nun das eine mit dem anderen zu tun hat, lässt die rechtspopulistische Partei offen. Denn Sexspielzeug allein verhindert für gewöhnlich keine Schwangerschaft.

Laviu selbst dürfte die Aufregung um ihre Produkte gelegen kommen, kann das Unternehmen doch gerade jegliche Form von Aufmerksamkeit gebrauchen. Zur Zeit sammeln die Gründer, die Ingenieurin Julia Ryssel und Produktdesigner Martin Cirillo-Schmidt, nämlich in einer Crowdfunding-Kampagne frisches Kapital ein.

20.000 Euro wollten sie dort eigentlich erhalten, mittlerweile sind aber schon einige Tausend Euro mehr zusammengekommen – und die Kampagne läuft noch einen Monat.

Bild: Laviu