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Vincent Harris, Gründer und CEO von Harris Media

Bei der Agentursuche hatte die AfD nicht immer Glück. Im Berliner Abgeordnetenhaus-Wahlkampf war im vergangenen Jahr kein deutsches Unternehmen bereit, Plakate für die Partei gestalten. Für ihre Digitalkampagne zur Bundestagswahl haben die Rechtspopulisten nun aber einen Dienstleister gefunden, der kaum besser zu ihnen passen könnte.

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Wie der Spiegel berichtet, hat die AfD die US-amerikanische Werbeagentur Harris Media engagiert. Deren Kundenliste liest sich wie ein Who’s Who der politischen Rechten: Für die israelische Regierungspartei Likud hat sie schon gearbeitet, für die britischen Europafeinde von UKIP und für Donald Trump. Am bekanntesten sind das Unternehmen und sein Gründer Vincent Harris aber als diejenigen, „die das republikanische Internet erfunden haben“, wie es das Wirtschaftsmagazin Bloomberg einmal ausdrückte.

2012 verhalf Harris dem damals noch unbekannten Tea-Party-Kandidaten Ted Cruz mit Social Media und Bloggerkontakten zum Sieg in den Senatsvorwahlen – nur um kurz darauf öffentlich in der New York Times das Versagen der Republikaner um Mitt Romney im Online-Präsidentschaftswahlkampf anzuprangern. Bis junge Techies wie er in der Partei etwas zu sagen hätten, werde es wohl noch 20 Jahre dauern, gab sich der damals 24-Jährige bescheiden.

Doch es kam anders, zahlreiche Republikaner engagierten Harris als Digitalexperten, darunter einflussreiche Senatoren wie Mitch McConnell oder Rand Paul und Präsidentschaftskandidaten wie Newt Gingrich oder Rick Perry. Schließlich wurde auch die Trump-Kampagne auf ihn aufmerksam, beendete die Zusammenarbeit jedoch schnell wieder, nachdem die Nachrichtenwebsite Politico sie öffentlich gemacht hatte. Woran genau Harris für Trump gearbeitet hatte, blieb unklar.

Kulturschocks in der Parteizentrale

Der Texaner gründete seine Agentur 2008 in seinem College-Wohnheim, sie hat ihren Sitz in Austin und nach eigenen Angaben 45 Mitarbeiter. Parallel zum CEO-Posten lehrt er an seiner ehemaligen Hochschule, der Baylor University, Politikwissenschaften. Harris ist tiefreligiöser Protestant, wie viele republikanische Stammwähler, hasst jedoch laut Bloomberg den Quasi-Haussender der Partei, Fox News.

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Dabei würde sein Kampagnenstil durchaus zu diesem passen. Vergangenen Herbst machte im Netz etwa ein Video namens „Welcome to the Islamic State of Germany“ die Runde. Darin zu sehen: Halbmonde auf dem Kölner Dom, IS-Flaggen am Brandenburger Tor, ein alkoholfreies Oktoberfest – die Dschihadisten haben die Macht übernommen. Erstellt hatte es Harris Media und gedacht war es für den US-Wahlkampf, Trump-Anhänger wollten damit ein Schreckensszenario für den Fall eines Wahlsiegs von Hillary Clinton zeichnen, die sie als „Amerikas Angela Merkel“ bezeichneten. „Es zeigt eine Zukunft, die verhindert werden kann, wenn der Westen gegen radikalen Islam zusammensteht“, kommentierte Vincent Harris damals in der Berliner Morgenpost.

Eine Botschaft, die der AfD gefallen haben dürfte, in der Berliner Parteizentrale gehen die Harris-Leute laut Spiegel mittlerweile ein und aus. Und sorgten wohl schon für Kulturschocks: Einer der Werber soll einen AfD-Politiker gefragt haben, warum die Rechtspopulisten nicht einfach mit „Germany for Germans“ werben. Grob übersetzt: „Deutschland den Deutschen“, eine Nazi-Parole.

Bild: Getty Images / Kris Connor

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