Markus Schöberl, Director Seller Services Germany, will Startups einen schnelleren Marktstart ermöglichen

Eure Idee ist gut? Klar. Sonst hättet ihr ja nicht so viel Kraft und Zeit investiert. Ihr habt mit eurem Startup ein innovatives Produkt entwickelt, das in eine Marktlücke passt? Auch das Team steht, die Finanzierung ist gesichert? Okay. Es kann also losgehen mit dem Welterfolg.

Doch wie sieht es mit dem Vertrieb und der Kundenbetreuung aus? Wie wäre es mit einem eigenem Webshop? Nicht ganz einfach, die Leute dorthin zu locken. Es sei denn, man investiert einen Haufen Geld ins Marketing. Vielleicht ist der neue Amazon-Marktplatz für innovative Produkte von Startups der richtige Weg für euch. Er ist seit heute auch in Deutschland unter dem Namen Launchpad für Kunden und Anbieter erreichbar. Seit Juli 2015 gibt es das Angebot bereits in den USA.

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Laut Amazon gebe es von Seiten der Startups eine rege Nachfrage nach einem eigenen Marktplatz. Markus Schöberl, Director Seller Services Germany, sagte Gründerszene: „Wir wollten aber nicht nur einen Shop bauen, sondern den Startups die Möglichkeit bieten, ihre Geschichte zu transportieren, ihre Marke aufzubauen und mit den Kunden zu interagieren.“ Im Falle von Bragi, einem Startup, das intelligente kabellose Kopfhörer herstellt, finden sich auf Launchpad ein Video, ein Interview mit Gründer Nikolaj Hvild und ausführliche Erklärungen zum Produkt.

Aber wie komme ich mit meinem Produkt auf die Seite? Wenn alles klappt, ist das in drei Schritten geschafft und das Produkt kann schon nach wenigen Tagen über Launchpad verkauft werden.

  1. Anmeldung als Launchpad-Verkäufer.
  2. Sendung der Produkte an die Amazon-Versandzentren.
  3. Erstellung einer Produktseite mit Videos, Fotos und anderen Inhalten.

Die Anmeldungen und Kuratierung der Startups werden bei Amazon von einem kleinen, internationalen Team betreut. Dazu kommt die Expertise von mehr als 100 Investoren und anderen Institutionen, mit denen Amazon zusammenarbeitet. Darunter der High-Tech Gründerfonds, Spinlab, Betahaus oder Atlantic Labs. Schöberl: „Wir haben bekannte Investoren, Crowdfunding-Dienste und Acceleratoren als Partner an Bord geholt. So können wir sicher sein, dass wir mit den richtigen Startups zusammenarbeiten.“

Startups, die es auf Launchpad geschafft haben, kommen in den Genuss der Amazon-Logistik und können bei ihrer internationalen Expansion auf zehn Amazon-Webseiten weltweit ihre Produkte anbieten. Schöberl: „Wir helfen den Startups vor allem dabei, schneller auf den Markt zu kommen.“ Eigener Vertrieb oder Verkauf über andere Plattformen ist trotzdem möglich.

Aber am Ende hat Amazon natürlich die Interessen der Kunden im Auge und will vor allem coole, neue Produkte im neuen Shop anbieten. Da finden sich zum Start die Solar-Laterne im Einmachglas von Sonnenglas, das Aftershave für die Körperrasur von Dr. Severin oder die kleine Überwachungskamera von Smartfrog, mit der man jederzeit sein Baby oder das Haustier im Auge hat. Ach – und die veganen Kondome von Einhorn natürlich. In dieser Nische scheint es wirklich eine Marktlücke zu geben.

Bild: Amazon