Online-Handelsriese Amazon wird seit April von einer Streikwelle heimgesucht. Der Grund: Die Angestellten des Konzerns und die Arbeitnehmergewerkschaft Ver.di fordern Amazon schon länger auf, sich dem Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels anzuschließen. Das US-Unternehmen will sich allerdings weiter an den niedrigeren Tarifen der Logistik-Branche orientieren. Im Kern geht es um rund zwei Euro Stundenlohn, den das Unternehmen deshalb weniger bezahlt.

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Um die Streikenden zu besänftigen, hat Amazon gestern verkündet, estmals in der Konzerngeschichte Weihnachtsgeld zu bezahlen. Wie ein Angestellter vom größten deutschen Amazon-Standort Bad Hersfeld (Hessen) in einem Online-Blog schreibt, würde die angebotene Summe je nach Gehaltsstufe 400 bis 600 Euro betragen. Das entspräche 62,5 Prozent des Brutto-Monatsgehalts, wenn sich Amazon an den hessischen Tarifvertrag im Einzelhandel halten würde.

Die angebotene Summe als Einmalzahlung zu Weihnachten ist den Bad Hersfeldern aber scheinbar noch nicht genug. Sie fordern weiter ihren Tarifvertrag, denn wie der ORF veröffentlichte, „haben zahlreiche Mitarbeiter der Frühschicht heute früh die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand dauere den ganzen Tag, hieß es.“ Gestern wurde bereits das Logistikzentrum in Leipzig bestreikt.