Das Gerücht kam bereits im September auf: Branchenblogs hatten entdeckt, dass das Zürcher Startup Faceshift verkauft worden war. Baker & McKenzie – eine der größten M&A-Kanzleien der Welt – stand als neuer Eigner im Schweizer Handelsregister. Sie ist dafür bekannt, Transaktionen für Apple und andere Tech-Konzerne abzuwickeln.

Nun bestätigt Apple gegenüber TechCrunch die Akquisition – mit der üblichen Floskel: „Apple kauft von Zeit zu Zeit kleinere Tech-Firmen, und wir sprechen generell nicht über unsere Absichten oder Pläne.“ Laut dem Bericht arbeiteten einige Faceshift-Mitarbeiter nun von Europa aus für Apple.

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Das Startup der Gründer Thibaut Weise, Brian Amberg und Sofien Bouaziz entwickelt Virtual-Reality-Technologien, mit der animierte Avatare erstellt werden können, die die Mimik eines Menschen in Echtzeit einfangen und über den Avatar wiedergeben. Vor einiger Zeit erklärte Weise das Prinzip bei einer Veranstaltung in der Schweizer Botschaft in Berlin: So könne Faceshift zum Beispiel einen Avatar erstellen, der genauso aussieht wie man selbst – mit dem Unterschied, dass der Avatar immer frisch und ausgeruht aussähe. Den könne man dann bei Videokonferenzen einsetzen – auch, wenn man selbst noch im Schlafanzug zuhause sitze.

Apple hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie genau der Konzern die Faceshift-Technologie verwenden will. Allerdings zeigt das Unternehmen aus Cupertino mit dem Kauf, dass man es mit Virtual und Augmented Reality ernst meint. Erst im Mai dieses Jahres hatte Apple das Münchner Unternehmen Metaio gekauft, das Augmented-Reality-Lösungen anbietet („erweiterte Realität“). Dabei ergänzen computergestützte Informationen wie Texte und Grafiken auf einem Bildschirm das, was der Nutzer darauf sieht.

Mit Faceshift hat Apple nun Zugriff auf weitere neue Technologien in dem Bereich. Das Startup ist ein Spin-off des Computer Graphics and Geometry Laboratory an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Wie TechCrunch berichtet, gehörten der Universität ursprünglich zwei Patente für die Gesichtsanimationen. Sie wurden erst im August an Faceshift übertragen, kurz vor dem Verkauf.

Fun fact: Die Technologie des Startups wurde im jüngsten Star-Wars-Film eingesetzt, um animierte Charaktere menschlicher erscheinen zu lassen (siehe Minute 0:41).

So funktioniert die Technologie:

Bild: Screenshot Youtube