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Neue iPhones, neue Produktstrategie, alte Kritiker

Apple rückt nach dem berühmten Sommerloch wieder zunehmend in den medialen Fokus. Der Grund dafür ist unter anderem das neue iPhone 5s und das iPhone 5c, sowie weitere Apple-Produktneuerungen, die noch in diesem Jahr vorgestellt und auch in den Verkauf gelangen sollen. Apple entwickelt sich weiter, was auch dringend erforderlich ist, da beispielsweise die Samsung-Konkurrenz nicht schläft. Die Spekulationen rund um die neuen Apple-Geräte dürften auch in diesem Jahr wieder ein kleines Hoch erfahren haben. Massenweise hochauflösendes Bildmaterial zu noch nicht veröffentlichten iPhone-Modellen geisterte durch das World Wide Web. Die Gerüchteküche läuft auf Hochtouren. Was schließlich auf den einschlägigen Präsentationen vorgestellt wird, steht jedoch auf einem anderen Blatt Papier.

Klare Linien bei den mobilen Apple-Produkten

Die Verkäufe vom iPhone und iPod bescheren Apple zwei Drittel des Gesamtumsatzes. Es liegt somit auf der Hand, dass die mobilen iDevices für das Unternehmen auch in Zukunft enorm wichtig sind. Um der Konkurrenz weiterhin Paroli zu bieten, scheint Apple auch so manchen Wandel innerhalb der Produktaufstellung vorzunehmen. Die mobilen Endgeräte nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein. Mit der Einführung des iPhone 5c und iPhone 5s lancierte Apple neue Hoffnungsträger.

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Vor allem das iPhone 5c, dass in mehreren Farben zur Verfügung steht und das iPhone 5 ablöst, soll dabei neue Zielgruppen ansprechen, während das iPhone 5s wohl vorrangig die eingefleischten iPhone-Fans ansprechen dürfte. Das Vier-Zoll-Display zieht sich ebenfalls wie ein roter Faden durch die iPhone und iPod Landschaft. In diesem Punkt wich Apple zuerst von den zuvor als „fest eingefahren“ deklarierten Mustern ab. Die Konkurrenz setzt auf noch größere Displays, wobei Apple der Vier-Zoll-Bildschirmdiagonale zunächst wohl treu bleiben wird. Wer ein kleineres Display stets bevorzugt, der kann weiterhin auf das iPhone 4S zurück greifen.

So ergibt sich zusammenfassend für die iPhone-Linie folgendes Bild. Das iPhone 5 wird alsbald aus dem Sortiment genommen. Das iPhone 4S verweilt als „Einstiegsgerät“ im Apple Store. Daneben findet man nun das iPhone 5c mit Plastikgehäuse sowie die „Edelvariante“ iPhone 5s vor.

Beim aktuellen iPod-touch-Modell setzt Apple ebenfalls auf ein Vier-Zoll-Retina-Display. Das hochauflösende Display kommt desweiteren auch bei den aktuellen iPads stets zum Einsatz. Im Oktober soll Apple weitere iPad-Generationen vorstellen. Spekuliert wird unter anderem auf das iPad Mini 2. Ob auch diesem iDevice ein Retina Display spendiert wird, bleibt abzuwarten. Die iPad Fans wünschen es sich jedenfalls. Zudem wird die Vorstellung des neuen iPad 5 erwartet. Entsprechende Vorabsichtungen einzelner iPad-5-Teile bestätigten die Vermutungen bereits, dass Apple in Zukunft auch die iPads vom Design her vereinheitlichen möchte und die iPad-Mini-Optik auf die „großen“ Geschwisterchen überträgt.

Zuletzt ist nahezu jedes iDevice dann auch mit dem neuen Lightning-Ladeanschluss ausgestattet, um an dem roten Faden weiterhin anzuknüpfen.

Auch in Zukunft werden die mobilen Apple-Geräte wohl weiter aneinander angepasst. Das Stichwort ist hier der neue Fingerabdruckscanner oder Touch ID, wie Apple die Neuerung nennt. Apples neues Highend-iPhone dürfte dabei als Testballon fungieren. Der im Smartphone integrierte Fingerabdruckscanner sorgt allerdings jetzt schon für kritische Stimmen. Datenschützer schlagen Alarm und raten von der Aktivierung des Fingerabdruckscanners beim iPhone 5s ab. Der Grundsatz der „Datensparsamkeit“ sollte Experten zufolge bewahrt werden. Im Laufe der Zeit werden sich aber auch diese Diskusionen relativieren und eine Ausbreitung der Touch-ID-Funktion erfolgen. Es wäre daher auch nicht abwegig, die Vermutung zu äußern, dass die neuen iPad-Generationen ebenfalls mit dem Fingerabdruckscanner ausgestattet würden.

Mit diesen Neuerungen, die bei weitem nicht bahnbrechend sind aber dennoch sehr viel Erweiterungs-Potential mitbringen, versucht sich Apple auch künftig gegen die Konkurrenz zu rüsten und dem Nutzer einen Mehrwert zu bieten.

Wie sieht die Zukunft des iPhones aus?

Ob ein Fingerabdruckscanner (iPhone 5s) und die Einführung neuer Farben (iPhone 5c) allerdings genügen, um die potentiellen iPhone-Käufer stets bei Laune zu halten, bleibt abzuwarten. Die stückweise Vereinheitlichung der Produkte ist dabei die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist Apples Ruf als Revolutionär, der zu verblassen droht. Die Vorstellung der neuen iPhone-Modelle wurde von vielen Fans wieder eifrig herbei gefiebert. Die Apple-Keynotes werden nach wie vor mit Spannung verfolgt. Bei dem letzten Event verzichtete Apple sogar auf eine Live-Übertragung, so dass ein Großteil der Applejünger auf Liveblogs zurück greifen musste. Das schien jedoch nicht weiter tragisch.

Die ersten Reaktionen nach der iPhone 5s und iPhone 5c Präsentation waren jedoch teilweise vernichtend. Apple hat kein Billig-iPhone, wie es vorher in der Blogsphäre so hoch angepriesen wurde, veröffentlicht. Im Gegenteil das iPhone 5c schlägt mit stolzen 599 Euro in der 16-GB-Version zu Buche. Für gerade einmal 100 Euro Aufpreis bekommt man bereits das iPhone 5s. Viele Apple-Fans und potentielle Käufer eines „Billig-iPhones“ sind sichtlich enttäuscht und können Apples neue Produktstrategie nicht ganz nachvollziehen.

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Erreicht Apple mit dem neuen iPhone 5c wirklich neue Zielgruppen? Diese Frage kann mit einem ja beantwortet werden. Entgegen den Vermutungen der enttäuschten Apple-Fans, soll sich das iPhone 5c Analysten-Schätzungen zufolge alsbald sogar besser verkaufen als das iPhone 5s. Angesprochen werden potentielle Käufer, die vor allem viel Wert auf Farben legen und auf technische Neuerungen, wie etwa einem Fingerabdruck-Scanner gern verzichten können. Den Forderungen aus der Fanwelt, weitere Farben bei dem Produkt „iPhone“ zu etablieren und von dem alten „Schwarze-Weiß-Muster“ abzudriften, kam Apple somit ebenfalls nach. So wird auch das iPhone 5c gewiss seine Käufer finden. Die Verkaufszahlen nach dem offiziellen Verkaufsstart am 20. September werden jedenfalls richtungsweisend sein.

Apple ist also auch für die Zukunft mit den mobilen Endgeräten gut aufgestellt. Die Produkte aus den Konkurrenz-Schmieden wie etwa Samsung und HTC sind allein vom Aspekt der Features ausgehend mittlerweile gleichauf mit dem Apple iPhone. Dennoch kann Apple auf eine treue Käuferschar vertrauen. So spielt für die künftigen Smartphone-Interessierte wohl auch die Symbiose zwischen dem Smartphone OS und der entsprechenden Hardware stets eine wichtige Rolle.

Mit der Veröffentlichung von iOS 7 am 18. September, spendiert Apple den unterstützen Geräten ein von Grund auf neu designtes OS und mehrere hundert Neuerungen. Nach wie vor legt der iPhone-Fertiger sehr viel Wert darauf, dass auch ältere Produktgenerationen von neuen iOS-Updates, sofort nach der Freigabe, unterstützt werden. Bei Android kann schon einmal eine gewisse Zeitspanne vergehen, bis alle unterstützen Geräte die Freigabe für das neuste Update erhalten. Bei Apple hingegen ist die Update-Prozedur um ein Vielfaches einfacher und auch schneller, was zuletzt auch die Nutzer sehr begrüßen.

Kommt Apples Produktrevolution schleichend?

Unterm Strich kann also festgehalten werden, dass Apple durchaus in der Lage ist, die Produktstrategien anzupassen um somit weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Hat sich ein neues iPhone-Modell jedoch erst einmal im Markt etabliert, sprechen die Verkaufszahlen klar für sich, auch wenn im Vorab wieder viele Kritiker kein gutes Haar an Apple ließen. Ob Apple die hohen Verkaufszahlen im Massenmarkt aber beibehalten kann, bleibt abzuwarten. Die Frage nach dem berühmten „next big thing“ steht nach wie vor im Raum. Eine iWatch wurde bisher noch nicht vorgestellt, auch der Apple HDTV lässt noch auf sich warten. Es muss aber nicht zwangsläufig eine neue Hardware sein, die dem Wahrzeichen einer Apple-Revolution gerecht werden kann.

Mit der Einführung des intelligenten „iRadio“ wäre auch denkbar, dass Apple den aktuellen Markt des Streamings von Grund auf neu saniert, wobei wir dann wieder bei dem Gesamt-Konzept oder besser gesagt den nahtlos ineinander übergreifenden Zahnrädern des Apple-Ökosystems anbelangt wären. Schließlich dürften auch in diesem Segment das iPhone und der iPod Touch weiterhin eine entscheidende Rolle spielen.

Bild: Apple