Die ArangoDB-Macher Claudius Weinberger (links) und Frank Celler

Die ArangoDB-Macher Claudius Weinberger (links) und Frank Celler

Claudius Weinbergers Unternehmerkarriere begann durch einen Zufall. Vor mehr als 20 Jahren arbeitete der damalige VWL-Student in einer Kölner Anwaltskanzlei, sein Chef war an dem Aufbau der Deutschen Knochenmarkspende beteiligt. Ungeplant rutschte Weinberger in das Projekt hinein und half dabei, die Datenbank für Spender anzulegen.

Seine darauffolgenden Jobs – wie beim Internetunternehmen OnVista – brachten ihn immer wieder mit Datenbanken in Verbindung und schließlich auch mit seinem späteren Businesspartner Frank Celler. Sie beschlossen, gemeinsam eine IT-Beratung zu gründen. Immer öfter arbeiteten die beiden dann an Datenbanken für Software-Entwickler.

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Schließlich entfernten sich die Gründer vom Beratungsgeschäft, seit 2012 liegt ihr Fokus nun ganz auf ihrer Open-Source-Datenbank ArangoDB. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine sogenannte NoSQL-Datenbank an – ein System, mit dem Entwickler große Mengen an Daten schnell verarbeiten und verwalten können.

Wird der Markt bereinigt?

Solche Programme gibt es eigentlich zuhauf – und im Markt wird das durchaus kritisch gesehen. Vor zwei Jahren – als das Kölner Unternehmen fast zwei Millionen Euro einsammelte – fragte der Investor Ben Kepes beispielsweise in einem Forbes-Beitrag, ob die Welt „noch eine NoSQL-Datenbank“ bräuchte. Es ist eine berechtigte Frage: MongoDB, OrientDB, BerkelyDB oder Microsofts Azure Cosmos DB sind alle konkurrierende Anbieter, die mit Weinberger und Celler um Nutzer kämpfen.

Gründer Weinberger ist sich bewusst, dass es viel Konkurrenz gibt. Er glaubt, ArangoDB unterscheide sich vor allem durch einen Multi-Model-Ansatz von den Wettbewerbern. Das bedeutet, ArangoDB kann drei verschiedene Datentypen integrieren, die alle über dieselbe Abfragesprache gesteuert werden können. Zudem könnten Entwickler eigenständig Funktionen für die Datenbank bauen, die ihnen die Arbeit erleichtern können.  

Weinberger glaubt, der Markt für Datenbanken werde sich „wie in den 90er-Jahren“ bereinigen: „Es war damals ein zersplitterter Markt mit vielen Produkten, die über die Zeit verschwunden sind.“ Er ist überzeugt: „Was sich immer wieder in unserem Bereich zeigt, ist, dass sich die generischste Lösung durchsetzt.“ ArangoDB sei dabei gut aufgestellt.

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Millionen aus München

Tatsächlich haben die Kölner nun trotz großer Konkurrenz wieder Millionen eingesammelt. Vom Münchener Investor Target Partners gab es erst Ende vergangenen Jahres 2,2 Millionen Euro. Vor wenigen Tagen sind noch einmal zwei Millionen in einer Finanzierungsrunde dazugekommen. Das Geld werde für die Expansion in die USA und die Weiterentwicklung des Produktes genutzt, so Weinberger.

Nach eigenen Angaben werde die frei verfügbare Datenbank weltweit von 3.000 Entwicklerteams eingesetzt. Das Unternehmen finanziert sich über die Gebühren, die es für die Enterprise-Version der Datenbank nimmt. Der Preis hänge von verschiedenen Faktoren ab, Details will das Unternehmen nicht kommentieren. Profitabel sei ArangoDB aber noch nicht.

Bild: ArangoDB