Auctionata_Studio

Die Abwicklung des insolventen Auktionshauses Auctionata ist nun fast abgeschlossen. Schon Anfang Mai übernahm der Berliner Konkurrent Historia die Web- und Namensrechte. Nun hat der Altinvestor German Startus Group die Livestream-Technologie aus der Insolvenzmasse von Auctionata gekauft. Dabei handelt es sich um das technische Herzstück des gescheiterten, digitalen Auktionshauses. Die Software erlaubte es erstmalig, Online-Auktionen weltweit in Echtzeit durchzuführen. Auctionata hatte nach Investoren-Angaben bisher einen zweistelligen Millionenbetrag in die Technologie investiert.

Übernahme von ehemaligen Auctionata-Mitarbeitern?

Der Kaufpreis soll nun aber lediglich 80.000 Euro betragen haben, wie Gründerszene aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Christoph Gerlinger, CEO der German Startups Group, begründete das Investment mit den Worten: „Auktionen werden zunehmend online stattfinden, weil so über Ländergrenzen hinweg ein viel größerer Bieterkreis erreicht werden kann.“ Die erworbene Technologie stelle die Basis für die Digitalisierung des Auktionsgeschäfts dar.

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Was genau die German Startup Group mit der Livestream-Software machen wird, sei noch nicht sicher, so ein Sprecher des Unternehmens. Ein möglicher Plan sei es, mit ehemaligen Auctionata-Mitarbeitern eine Firma aufzubauen, die die Technologie als Software-as-a-Service zur Verfügung stellt. Damit könnten beispielsweise analoge Auktionshäuser ihre Exponate für eine Gebühr online versteigern. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, befindet sich die German Startups Group bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit ehemaligen Mitarbeitern.

Insolvenz: Was bei Auctionata schief lief

Was bei Auctionata schief lief

Auctionata hat Insolvenz angemeldet und verweist auf eine geplatzte Finanzierung. Doch die Probleme reichen Jahre zurück. Nun stichelt der aktuelle CEO gegen den Gründer.

Auctionata hatte Anfang 2017 Insolvenz angemeldet, nachdem es lange als vielversprechendes Investment gegolten hatte. Für 2016 war Auctionata sogar als Börsenkandidat im Gespräch. Insgesamt hatten Auctionata und der übernommene Konkurrent Paddle8 130 Millionen Dollar Risikokapital von Investoren eingesammelt. Das Geld stammt von namhaften Kapitalgebern, darunter Earlybird, Holtzbrinck Ventures und die German Startups Group.

Bild: Auctionata