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Die Zeichen standen bereits Ende 2016 schlecht: Auctionata kämpfte mit Geldproblemen. Als kürzlich eine wichtige Finanzierungsrunde nicht rechtzeitig zustande kam, musste das Berliner Startup die vorläufige Insolvenz anmelden.

Der Schritt hat nun Konsequenzen für die Mitarbeiter: Nach Informationen von Gründerszene müssen mehr als 70 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Die Kanzlei des Insolvenzverwalters Christian Graf Brockdorff bestätigt auf Nachfrage, dass am Montag bei einer Betriebsversammlung Freistellungen verkündet wurden. Zahlen wollte man nicht kommentieren. Auch Auctionata bestätigt auf Anfrage von Gründerszene, dass es Sanierungsmaßnahmen gegeben habe und äußerte sich nicht zum Umfang. Weiter wurde nicht preisgegeben, wie viele Angestellte das Unternehmen künftig beschäftigen wird. Vor etwa zwei Jahren hieß es noch, mehr als 300 Mitarbeiter arbeiteten für Auctionata.

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Von der Kanzlei und dem Startup heißt es einvernehmlich, man sei weiter mit vielversprechenden Investoren in Gesprächen zur Rekapitalisierung des Unternehmens. Es gebe ein Fortführungskonzept, das den Gläubigern bekannt sei und welches umgesetzt werde, so ein Sprecher des Insolvenzverwalters gegenüber Gründerszene.

Nach der Anmeldung der Insolvenz trennte sich Auctionata bereits von zwei Tochtergesellschaften, unter anderem von Paddle8, mit welchem das Startup erst im Frühling 2016 fusioniert war. Diesen Schritt sieht der neue CEO Thomas Hesse heute als Grund für die schlechte Lage: „Der Zusammenschluss von Auctionata und Paddle8 hat sehr viel Geld gekostet“, so Hesse vor kurzem gegenüber Gründerszene. Nach der Fusion unter Gründer Alexander Zacke „hatte Auctionata über lange Zeit nicht die Führung, die es eigentlich gebraucht hätte“.

Das Unternehmen, das mit fast 100 Millionen Dollar von Risikokapitalgebern wie Kreos Capital und Earlybird finanziert ist, galt einst als Hoffnungsträger der Szene. Laut einer internen Mail von Hesse an seine Mitarbeiter wurden die Ziele im vergangenen Jahr allerdings um mehr als die Hälfte verfehlt, man habe sogar deutlich weniger Umsatz gemacht als noch im Vorjahr.

Insolvenz: Was bei Auctionata schief lief

Was bei Auctionata schief lief

Auctionata hat Insolvenz angemeldet und verweist auf eine geplatzte Finanzierung. Doch die Probleme reichen Jahre zurück. Nun stichelt der aktuelle CEO gegen den Gründer.

Bild: Auctionata; Mitarbeit: Michel Penke