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Nun ist es final: Auctionata wird den Betrieb einstellen, weil sich im vorläufigen Insolvenzverfahren kein Investor für das gebeutelte Auktions-Startup gefunden hat. Der Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff habe keine Alternative zu einer Betriebsschließung gesehen, teilte die Kanzlei mit.

Man habe mit „Personalanpassungen“ die laufenden Kosten „massiv“ gesenkt, so Insolvenzverwalter Brockdorff: „Da sind alle notwendigen Schritte gemacht worden.“ Trotzdem habe sich kein interessierter Investor gefunden. Die verlustbringenden Töchter Paddle8 und Value-my-Stuff sind bereits an Investoren aus den USA und Großbritannien verkauft worden. Von den 170 Mitarbeitern in Berlin sollen 35 im Unternehmen verbleiben, um den Abwicklungsprozess zu begleiten.

Einst Börsenkandidat, nun Millionengrab

Auctionata galt lange Zeit als vielversprechendes Investment. 2014 wies das Auktionshaus zwar noch einen Jahresfehlbetrag von rund 27 Millionen Euro bei einem Nettoprovisionserlös von sechs Millionen Euro aus – 2015 stieg dieser Erlös jedoch schon auf 21 Millionen Euro an. Für 2016 war Auctionata sogar als Börsenkandidat im Gespräch. Im Januar 2017 enthüllte dann Gründerszene, dass Auctionata kurz vor der Insolvenz steht.

Ausgiebige Hintergründe zur Auctionata-Krise:

Insolvenz: Was bei Auctionata schief lief

Was bei Auctionata schief lief

Auctionata hat Insolvenz angemeldet und verweist auf eine geplatzte Finanzierung. Doch die Probleme reichen Jahre zurück. Nun stichelt der aktuelle CEO gegen den Gründer.

Insgesamt hatte Auctionata über 70 Millionen Euro an Risikokapital eingesammelt. Das Geld stammte von namhaften Kapitalgebern, darunter Earlybird, Holtzbrinck Ventures und der German Startups Group.

Bild: Auctionata