Auctionata hat gute Nachrichten gerade nötig. In den vergangenen Monaten stand das Online-Auktionshaus immer wieder in der Kritik, etwa als zahlreiche Mitarbeiter gehen mussten. Und kürzlich förderte ein Bericht des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG unangenehme Tatsachen zu Tage.

So sollen die Auctionata-Manager etwa unerlaubt bei eigenen Auktionen mitgeboten oder Privatbesitz mit hohem Schätzwert versteigert haben. Auch sei es bei Auktionen immer wieder zu Fehleinschätzungen der versteigerten Werke gekommen. Überhaupt würden bei den meisten Auktionen gar keine Zuschläge stattfinden und die Vintage-Objekte selten Luxusware sein, heißt es in den Berichten. Das Startup weist die Vorwürfe größtenteils zurück.

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Nun meldet sich das Unternehmen mal wieder mit einer positiven Nachricht. Auctionata hat den US-Wettbewerber Paddle8 übernommen, der auf zeitgenössische Kunst spezialisiert ist. Vielleicht ist angesichts der schwierigen Lage zu erklären, dass das Startup die Nachricht in einer Mitteilung überhöht: Mit dem Zusammenschluss werde man nun zur „Online-Destination des 21. Jahrhunderts“ und zum „globalen Marktführer für Online-Auktionen von Luxusobjekten und Kunst“.

Gemeinsam erreiche man nun einen Umsatz von 132 Millionen Euro, der größte Teil stammt dabei von Auctionata selbst. Das 2010 gegründete Paddle8 kommt auf etwa 44 Millionen. Beide Marken sollen bestehen bleiben. Zu den finanziellen Einzelheiten der Transaktion will das Unternehmen keine Aussage machen, heißt es.

Firmenchef Alexander Zacke muss gerade jetzt konkrete Erfolge erbringen, um den Ruf seines Startups in der Szene wieder herzustellen. Auch, weil die Berliner insgesamt bereits knapp 100 Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt haben, unter anderem von Earlybird oder Kite Ventures,

Ein konkreter Erfolg könnte der versprochene IPO sein, der nach Aussage von Earlybird-Managing-Partner Christian Nagel noch in diesem Jahr stattfinden soll. Allerdings ist davon – wie auch bei anderen deutschen Tech-Unternehmen wie Delivery Hero oder der Global Fashion Group – schon länger nichts mehr zu hören gewesen.

Bild: Auctionata