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Ihnen ging das Geld aus: Avuba-Gründer Oliver Lukesch (links) und Jonas Piela

Gerade einmal ein gutes halbes Jahr ist es her, dass sich das Berliner Banking-Startup Avuba zurückgemeldet hat. Nachdem eine reine Payment-App zunächst gescheitert war, wollten die Gründer Jonas Piela und Oliver Lukesch ihre Idee vom modernen und vor allem unkomplizierten Banking auf eine breitere technologische Basis stellen. „Diesmal richtig“, formulierte es Piela damals.

Doch auch der neuerliche Anlauf hat nicht funktioniert. Avuba werde allen Kunden in den kommenden Tagen kündigen und den Betrieb Ende Januar komplett einstellen, sagt Gründer Piela nun gegenüber Gründerszene. Und weiter: „Wir hätten vieles besser machen können – Produkt- und Marketingentscheidungen, Zeitpläne oder die Zusammenarbeit im Team.“ Letztlich sei es allerdings das Ausbleiben einer signifikanten Anschlussfinanzierung gewesen, die einen „verantwortlichen Betrieb der Plattform unmöglich“ gemacht habe.

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Schon Mitte November hatte Avuba Insolvenz angemeldet, nach eigenen Angaben aus strategischen Gründen: Investoren seien in der Vergangenheit mit neuen Investitionen zurückhaltend gewesen, da der Gesellschafterkreis und Verträge zu unübersichtlich waren, lautete damals die Erklärung. Nun sollte eine Restrukturierung folgen, mit der sich das Startup „solide für die nächste Zukunft“ aufstellen wollte. Der Prozess sollte bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Die Pläne zur Neuaufstellung wurden nun aufgegeben, auch das hoffnungsvoll angekündigte Feature – Gemeinschaftskonten für Familien, WGs, Reise- oder Sportgruppen – erblickte nie das Licht der Welt. Bestehende Kunden können ihr Geld bis zum 31. Januar 2017 auf ein beliebiges Konto überweisen, nach diesem Zeitpunkt wickelt die britische Raphaels Bank, mit der Avuba zusammenarbeitete, die Kontoauflösungen ab.

Vom wichtigsten Wettbewerber N26 hatte sich Avuba unter anderem durch virtuelle Kreditkarten und ein anderes Preismodell absetzen wollen. Während N26 weitestgehend kostenlos ist, bat Avuba die Kunden von Anfang an zur Kasse – mit dem Argument, so einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen und nicht pro Nutzer draufzahlen zu müssen. Mit einem Euro pro Abhebung waren die Gebühren allerdings bewusst gering gehalten.

Auch unternehmerisch gingen die beiden Unternehmen andere Wege, Avuba blieb von Beginn an deutlich kleiner, zum Neustart im Frühjahr arbeiteten gerade einmal fünf Mitarbeiter bei dem Startup, danach stieg die Zahl auf knapp 15 an. Derzeit arbeiten noch vier Mitarbeiter bei Avuba. Auch die Kapitaldecke war im Vergleich sehr dünn: Während N26 mehr als 50 Millionen Euro aufgenommen hat, wollten Piela und Lukesch bislang mit nur 1,5 Millionen Euro auskommen. „Wir kamen dann mit unserem Produkt nicht schnell genug an den Markt, und es fehlte das Kapital für das notwendige Marketing“, weiß Piela heute.

Im Spektrum zwischen simplem, aber eingeschränktem Leistungsangebot und vollwertiger Bank, hatte sich Avuba ebenfalls auf der leichtfüßigen Seite positioniert. Zwar war das Berliner Startup ohne eigene Lizenz von einem Bankpartner abhängig. Mit einem direkten Anschluss an das europäische Zahlungsnetz wollte Avuba dafür aber schnelle Zahlungsflüsse sicherstellen.

Bild: Avuba