Springer 1Hj 2013

Axel Springer: Digitalanteil bei 45 Prozent

Die laufenden Umstrukturierungen beim Medienkonzern Axel Springer haben nur leichte Spuren im Geschäftsergebnis des ersten Halbjahres 2013 hinterlassen. Ansehnliche Zuwächse im neuen Fokussegment Digitalgeschäft haben die Einbrüche im Printgeschäft fast zur Gänze kompensiert. So fiel das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um gerade einmal 0,4 Prozent von 172,1 Millionen auf 171,6 Millionen Euro im zweiten Quartal ab. Aufgrund höherer Aufwendungen für die beschleunigte Digitalisierung und Strukturanpassungen im Printgeschäft verminderte sich der Halbjahreswert um 1,5 Prozent auf 303,9 Millionen nach 308,7 Millionen Euro.

Damit steht das Unternehmen besser da, als von den Analysten erwartet wurde. Diese hatten nur mit 157 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz im Gesamtkonzern, der rund 14.600 Mitarbeiter beschäftigt, lag im ersten Halbjahr mit 1,63 Milliarden Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres von 1.62 Milliarden Euro. Wie ernst Springer es mit der neuen Ausrichtung meint, wird zur Präsentation der Halbjahresergebnis klar: Stolze 37 Mal taucht der Begriff „digital“ in der zugehörigen Pressemitteilung auf.

47.000 Kunden zahlen für die Welt

Der Blick auf die Segmentberichterstattung zeigt dabei deutlich, dass Springer sich nicht ohne Grund weiter auf das digitale Geschäft konzentriert. Insgesamt erreichte der Anteil der Digitalen Medien am Konzernumsatz rund 40 Prozent, während sich der Beitrag des Segments zum Konzern-Ebitda auf rund 45 Prozent ausweitete. Abseits vom reinen Medienbereich lieferten die Online-Anzeigenportale Immonet und Seloger sowie die Vermarktungsplattform Zanox wesentliche Beiträge.

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Erste Erfolge vermeldet Springer auch bei den zuletzt eingeführten Bezahlschranken. So habe man bei der Welt bereits mehr als 47.000 zahlende digitale Abonnenten gewinnen können.

Im zweiten Quartal brachen die Erlöse der nationalen Zeitungen um fast zwölf Prozent ein, was die jüngste Entscheidung des Medienkonzerns untermauert, einen großen Teil seiner Printprodukte für 920 Millionen Euro an die Funke-Gruppe zu veräußern. Mit der Berliner Morgenpost, dem Hamburger Abendblatt, der Hörzu und anderen Produkten hatte sich das Medienhaus kritik- und schlagzeilenträchtig von einer Reihe an Traditionsobjekten getrennt.

Gibt es ein Gebot für die Scout-Gruppe?

„Ich bin mir sehr sicher, dass wir dadurch mehr zur Zukunftssicherung des Journalismus beigetragen haben, als diejenigen, die in diesen Tagen so lautstark das Ende des Verlegertums beklagen“, wehrt sich währenddessen Springer-Chef Mathias Döpfner. Kritik war nicht zuletzt deswegen geübt worden, weil die Funke-Gruppe bei ihre anderen Objekten in der Vergangenheit mitunter mit erheblichen Kahlschlägen aufgefallen war.

Nun, wo das (Print-)Portfolio deutlich ausgedünnt ist, hat man bei Springer sicherlich wieder etwas Spielraum für zusätzliche Digitalangebote. Seit Monaten schon steht ein mögliches Interesse des Medienkonzerns an der Scout24-Gruppe im Raum, die vom jetzigen Eigentümer Telekom zum Verkauf gestellt wird. Unternehmenskreisen zufolge hat Springer bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden Euro ein Gebot abgeben – wie das Handelsblatt berichtet zusammen mit dem US-Investor General Atlantic.

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