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Axel Springer investiert in Online-Magazin Ozy

Seit Mitte 2012 schickt der Medienkonzern Axel Springer Führungsleute ins Silicon Valley, seit Beginn 2014 gibt es dort auch eine ständige Repräsentanz – die nun erstmals für ein Investment des Berliner Verlags verantwortlich ist: Beim im September 2013 gestarteten Online-Magazin Ozy (www.ozy.com) erwirbt Springer eine Minderheitsbeteiligung.

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Hinter Ozy stehen die Gründer Carlos Watson, ein ehemaliger MSNBC-Moderator, und Samir Rao, der von Goldman Sachs kommt. Das Magazin mit Hauptsitz in Palo Alto will mit qualitativ hochwertigem Journalismus erfolgreich sein, der sich an eine Lesergruppe richtet, die Ozy die change generation nennt. Von traditionellen Ressorts hält man bei Ozy offenbar nicht viel: Die Artikel werden stattdessen in Kategorien wie „Fast Forward“, „Good Sh*t“ sowie „Rising Stars & Provocateurs“ einsortiert.

Das Magazin sei „ein gutes Beispiel für die Neuentdeckung von Qualitätsjournalimus im Silicon Valley“, sagt Anton Waitz, der für Axel Springer Frühphaseninvestitionen in den USA tätigen soll. Ozy spreche „auf intelligente und kreative Weise ein globales Publikum an“. Nach Informationen der New York Times verzeichnete Ozy seit dem Start im September insgesamt vier Millionen Besucher.

Springer reiht sich bei Ozy in eine illustre Runde an Investoren ein: Unter anderem haben auch Laurene Powell Jobs, Witwe von Apple-Gründer Steve Jobs, und „Super Angel“ Ron Conway investiert. Medien-Startups haben zumindest in den USA in den vergangenen Monaten an Reiz für Risikokapitalgeber gewonnen: News-Seiten wie Buzzfeed, Business Insider, Upworthy, Vox.com oder First Look Media bekamen Millionen-Investments.

Springers digitale Wende manifestierte sich hingegen bislang vor allem in Investments in nicht-journalistische Geschäftsmodelle. In den USA ist der Verlag am Wohnungsmarktplatz Airbnb und der Fotocommunity Pixlee beteiligt. Allerdings will etwa der konzerneigene Ideas-Inkubator in Zukunft mehr contentgetriebene Geschäftsideen umsetzen. Ozy ist nun das erste genuin journalistische Startup, in das Springer Geld steckt.

Bild: Screenshot Ozy